Düsseldorf und die Suche nach dem inneren Zen
Düsseldorf – Warum eigentlich?
Die Idee zu dieser Reise kam mir, während ich versuchte, eine etwas komplizierte Chaturanga zu unterrichten. Ich meine, Chaturanga ist schon hart genug, ohne dass die Teilnehmer dann auch noch anfangen, über ihren Urlaub zu philosophieren. Einer meinte, er brauche dringend eine Auszeit vom Alltag, etwas Authentisches, etwas… Deutsches. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Warum nicht Düsseldorf? Ich hatte mal gehört, dass die Stadt eine überraschend lebendige Yoga-Szene hat und gleichzeitig genug skurrile Cafés, um meine Sucht nach Matcha-Latte zu stillen. Klingt doch nach einem Plan, oder? Die Wahrheit ist aber auch, dass ich dringend mal raus musste. Meine kleine Yoga-Schule in Berlin läuft gut, aber das bedeutet auch viel Papierkram, Social-Media-Geplänkel und die ewige Suche nach einem bezahlbaren Raum für meine Retreats. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich im Shavasana liegend meine To-Do-Liste im Kopf durchgehe – das ist nicht ideal.Erster Eindruck: Rhönsperling und Rheinische Gelassenheit
Der Zug vom Flughafen in die Innenstadt ist gefüllt mit Leuten, die entweder gestresst wirken oder extrem entspannt. Ich tippe auf eine Mischung aus beidem. Draußen zieht die Landschaft vorbei – eine Mischung aus Industriegebiet und grünen Wiesen. Irgendwann tauchen die ersten Fachwerkhäuser auf, und ich stelle fest, dass Düsseldorf doch ein bisschen hübscher ist, als ich erwartet hatte. Am Hauptbahnhof angekommen, werde ich direkt von einer Welle von Geräuschen und Menschenmassen überrollt. Ich bin froh, dass ich ein kleines Hotel in einer ruhigeren Gegend gebucht habe. Der Weg dorthin führt mich durch die Altstadt, und ich muss sagen: Diese kleinen Gassen sind wirklich charmant. Überall stehen Brauhäuser, und aus jedem Fenster dringt Gelächter. Ich habe das Gefühl, hier könnte man sich tagelang nur mit Altbier und Rheinischem Sauerbraten ernähren.Eine ältere Dame, die aussieht, als hätte sie alle Düsseldorfer Karnevale miterlebt, lächelt mich freundlich an und sagt: „Schön, dass du da bist, mein Kind! Hier kannst du entspannen und die Seele baumeln lassen.“
Ich nicke und denke: Vielleicht ist das doch die richtige Entscheidung gewesen.Hotel und die Suche nach der inneren Ruhe
Mein Hotelzimmer ist klein, aber gemütlich. Die Einrichtung ist zweckmäßig, aber es gibt einen kleinen Balkon mit Blick auf einen Innenhof. Ich packe meinen Koffer aus und versuche, ein bisschen Ordnung in das Chaos zu bringen. Natürlich finde ich meine Yogamatte nicht. Ich schwöre, ich hatte sie doch eingepackt!Naja, vielleicht kann ich ja auch ohne auskommen. Schließlich geht es auf dieser Reise nicht nur um Asanas, sondern auch darum, die innere Ruhe zu finden – auch wenn man gerade keine Yogamatte hat.
Nach einer kurzen Pause mache ich mich auf den Weg, um die Stadt zu erkunden und nach einem Yoga-Studio zu suchen. Ich habe online ein paar vielversprechende Angebote gefunden, aber ich möchte erst einmal persönlich hingehen und mir ein Bild machen. Ich hoffe, ich finde einen Ort, an dem ich meine Batterien aufladen und neue Energie tanken kann. Denn ich habe das Gefühl, dass ich das dringend brauche. Und vielleicht, ganz vielleicht, lerne ich dabei auch ein paar neue Leute kennen, die meine Leidenschaft für Yoga und Wellness teilen. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo genau diese Leute sich verstecken. Ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen werden, und darauf, wie ich diesen Düsseldorfer Vibe in meine nächste Retreat-Reihe einweben kann.Die Carlstadt und ein missglückter Matcha-Versuch
Ich lande schließlich in der Carlstadt, einem Viertel, das eine überraschend kreative und alternative Atmosphäre hat. Kleine Boutiquen reihen sich an Vintage-Läden und Kunstgalerien. Ich fühle mich sofort wohl hier, als wäre ich in einem kleinen, versteckten Universum gelandet. Ich beschließe, ein Café zu suchen, in dem ich einen Matcha-Latte trinken kann. Matcha und ich, das ist eine lange Geschichte. Eine komplizierte Beziehung. Ich liebe den Geschmack, aber irgendwie schaffe ich es nie, zu Hause einen wirklich guten zu zaubern. Das erste Café, das ich betrete, ist überfüllt mit Studenten und Laptop-Nomaden. Ich stelle mich an und bestelle meinen Matcha-Latte. Als ich ihn dann endlich bekomme, entpuppt er sich als eine grüne Brühe, die mehr nach Algen als nach Matcha schmeckt. Ich versuche, freundlich zu lächeln, aber innerlich bin ich entsetzt.„Ist alles in Ordnung?“, fragt die Barista besorgt.
„Ja, alles super“, lüge ich. „Einfach… etwas ungewöhnlich.“ Ich trinke ein paar Schlucke und beschließe, dass ich vielleicht doch lieber einen normalen Kaffee trinken sollte.Yoga am Rhein und ein Gespräch mit einer Düsseldorfer Seele
Am nächsten Morgen habe ich Glück und entdecke ein kleines Yoga-Studio mit Blick auf den Rhein. Die Lehrerin, eine unglaublich entspannte Frau namens Anja, hat eine warme Ausstrahlung und eine beruhigende Stimme. Der Unterricht ist nicht besonders anstrengend, aber er tut meiner Seele gut. Nach der Stunde unterhalten wir uns noch ein bisschen. Anja erzählt mir, dass sie vor fünf Jahren ihren Bürojob gekündigt hat, um sich ihren Traum zu erfüllen und Yoga-Lehrerin zu werden.„Es war die beste Entscheidung meines Lebens“, sagt sie strahlend. „Ich habe noch nie so viel Freude an meiner Arbeit gehabt.“
Ich höre ihr aufmerksam zu und spüre, wie sich ein kleiner Funke der Hoffnung in mir entzündet. Vielleicht sollte ich doch mutiger sein und meine eigenen Träume verfolgen.Die Altstadt bei Nacht und ein unerwartetes Wiedersehen
Am Abend spaziere ich durch die Altstadt, die bei Nacht in einem ganz besonderen Licht erstrahlt. Überall sitzen Leute in den Brauhäusern und lachen und feiern. Ich treffe zufällig auf einen alten Freund aus Berlin, den ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Wir setzen uns in ein kleines Lokal und plaudern stundenlang. Es ist schön, alte Freunde wiederzusehen und sich auszutauschen.„Was machst du denn hier in Düsseldorf?“, fragt er neugierig.
„Ich brauche eine Auszeit“, antworte ich lächelnd. „Und ich wollte mal etwas Neues ausprobieren.“ Wir lachen und trinken noch ein Bier zusammen. Es ist ein perfekter Abend.Ein erster Eindruck und die Suche nach der Balance
Düsseldorf hat mich überrascht. Ich hatte erwartet, eine eher konservative und geschäftige Stadt vorzufinden, aber stattdessen habe ich ein kreatives, lebendiges und entspanntes Viertel entdeckt. Die Mischung aus Tradition und Moderne, die rheinische Gelassenheit und die kreative Energie machen Düsseldorf zu einem besonderen Ort. Ich habe zwar immer noch nicht meine perfekte Yoga-Routine gefunden und meine Matcha-Sucht ist noch lange nicht gestillt, aber ich fühle mich hier wohl und inspiriert. Die Reise hat mir gezeigt, dass es manchmal gut ist, aus der Routine auszubrechen und sich neuen Erfahrungen zu öffnen, um die innere Balance wiederzufinden und mit frischer Energie in den Alltag zurückzukehren, und so vieles mehr zu entdecken, als man ursprünglich erwartet hat.Ich sitze gerade in einem kleinen Café in der Nähe des Medienhafens und nippe an einem Cappuccino. Draußen scheint die Sonne, und das Wasser glitzert. Es ist ein perfekter Moment, um ein bisschen zu reflektieren. Diese Reise nach Düsseldorf war anders, als ich erwartet hatte. Ich bin nicht nur mit einem Koffer voller Souvenirs und einer entspannten Seele zurückgekehrt, sondern auch mit ein paar neuen Erkenntnissen über mich selbst.
Ein paar Tage Abstand und neue Perspektiven
Manchmal braucht man einfach ein bisschen Abstand, um die Dinge klarer zu sehen. In Berlin bin ich ständig im Stress, jongliere mit Terminen und versuche, alles unter einen Hut zu bekommen. Hier in Düsseldorf konnte ich endlich mal durchatmen und mich auf das Wesentliche konzentrieren: meine eigene Gesundheit und mein Wohlbefinden. Die Yoga-Stunden haben mir geholfen, den Kopf frei zu bekommen, und die Spaziergänge durch die Stadt haben mir neue Energie gegeben.
Die kleinen Dinge, die das Leben schön machen
Ich habe gelernt, die kleinen Dinge im Leben mehr zu schätzen. Ein gutes Buch, ein leckerer Kaffee, ein freundliches Gespräch mit einem Fremden – all das kann den Tag versüßen. Ich habe auch festgestellt, dass ich nicht immer alles perfekt machen muss. Manchmal ist es okay, einfach mal zu entspannen und den Moment zu genießen. Ich hatte mich so unter Druck gesetzt, immer „perfekt“ zu sein – die perfekte Yogalehrerin, die perfekte Freundin, die perfekte Reisende. Aber hier habe ich gelernt, dass Fehler menschlich sind und dass man aus ihnen lernen kann.
Was ich mitnehme
Ich nehme von dieser Reise nicht nur eine Menge schöner Erinnerungen mit, sondern auch eine neue Perspektive auf mein Leben. Ich werde versuchen, mehr auf meine Bedürfnisse zu achten, mir regelmäßig Zeit für mich selbst zu nehmen und die kleinen Dinge im Leben mehr zu schätzen. Und vielleicht werde ich auch öfter mal nach Düsseldorf kommen, um meine Batterien aufzuladen und neue Energie zu tanken. Es ist eine Stadt, die mich inspiriert und mir guttut.
Düsseldorf für Yoga-Liebhaber: Meine Tipps
Für alle Yoga-Interessierten, die eine Reise nach Düsseldorf planen, habe ich noch ein paar Tipps: Sucht nach kleinen, unabhängigen Yoga-Studios. Dort werdet ihr eine persönliche Atmosphäre und kompetente Lehrer finden. Probiert auch mal eine Outdoor-Yoga-Stunde im Park aus. Das ist eine tolle Möglichkeit, die Natur zu genießen und gleichzeitig etwas für eure Gesundheit zu tun. Und vergesst nicht, euch Zeit für einen Spaziergang am Rhein zu nehmen. Das Wasser hat eine beruhigende Wirkung und hilft euch, den Kopf frei zu bekommen. Ich fand das Studio, in dem ich war, super. Die Lehrerin hat wirklich auf jeden einzelnen Schüler eingegangen und eine tolle Atmosphäre geschaffen.
Meine persönliche Düsseldorf-Liste:
- Die Altstadt: Ein Muss für jeden Besucher. Hier könnt ihr das lokale Leben hautnah erleben und in einem der vielen Brauhäuser ein Altbier genießen.
- Der Medienhafen: Ein moderner Stadtteil mit beeindruckender Architektur und vielen Restaurants und Bars.
- Der Hofgarten: Ein großer Park im Zentrum der Stadt, der zum Entspannen und Spazierengehen einlädt.
-
- Die Altstadt
-
-
-
- Medienhafen