Boracay: Mehr als nur ein Traumstrand
Warum Boracay?
Wir sind ja nicht mehr die Jüngsten, mein Mann und ich. Mitte 50, wie man so sagt. Und die Zeit, in der wir mit dem Rucksack durch Südostasien gezogen sind, ist auch schon eine Weile her. Jetzt wollen wir es bequemer, aber trotzdem nicht auf Kultur und interessante Erfahrungen verzichten. Boracay stand schon lange auf unserer Liste. Nicht nur wegen der wunderschönen Strände, die man auf jedem Foto sieht. Wir hatten gehört, dass es hier auch eine interessante Geschichte gibt, eine Mischung aus verschiedenen Kulturen und Lebensweisen. Und ganz ehrlich? Wir brauchten einfach ein bisschen Sonne und Entspannung.
Die Vorbereitung
Die Planung war dieses Mal etwas anders. Früher haben wir alles minutiös durchorganisiert. Hotels vorgebucht, Ausflüge geplant, jede Minute durchgetaktet. Jetzt lassen wir mehr Raum für Zufall und Spontaneität. Wir hatten ein schönes Hotel am White Beach gebucht, das war’s. Den Rest wollten wir vor Ort entscheiden. Und das fühlte sich gut an.
Erster Eindruck: White Beach
Die kurze Fahrt vom Flughafen zum Hotel führte uns direkt an den White Beach. Und wow, die Fotos hatten nicht gelogen. Der Sand war wirklich weiß, fein wie Puderzucker. Und das Wasser? Türkisblau, klar wie Glas. Es war ein Bild, das direkt ins Herz ging. Aber es war auch… belebt. Sehr belebt. Überall waren Menschen, Verkäufer, Bootfahrer, Jetskifahrer. Ein buntes, quirliges Treiben. Zuerst waren wir etwas erschrocken, ehrlich gesagt. Wir hatten uns eine einsame, idyllische Insel vorgestellt. Aber dann haben wir uns gesagt: Das ist Boracay. Das gehört dazu.
Unser Hotel, das Lind Boracay, war eine kleine Oase der Ruhe inmitten des Trubels. Ein schönes, modernes Gebäude mit einem kleinen Pool und einem Restaurant mit Blick auf den Strand. Wir checkten ein und ließen uns erstmal fallen. Eine kalte Kokosnuss, ein paar Sonnenstrahlen auf der Haut, und schon fühlte es sich besser an.
Die ersten Schritte
Am Nachmittag machten wir einen ersten Spaziergang am Strand. Wir schlenderten an den kleinen Restaurants und Bars entlang, die direkt am Strand liegen. Überall wurden frische Meeresfrüchte gegrillt, Musik gespielt und gelacht. Wir ließen uns in einer kleinen Bar nieder und bestellten ein paar San Miguel Biere. Der Abend war warm, die Stimmung ausgelassen. Wir beobachteten das Treiben um uns herum und fühlten uns irgendwie wohl. Das war der erste Eindruck von Boracay. Ein bisschen chaotisch, ein bisschen laut, aber irgendwie auch verlockend.
Und dann fielen uns die vielen kleinen Dhow-Boote auf, die im Wasser schaukelten. Diese traditionellen filippinischen Segelboote sind nicht nur wunderschön anzusehen, sondern auch ein Symbol für die lange Seefahrertradition des Landes. Wir beschlossen, am nächsten Tag eine Bootsfahrt zu machen und die Insel von einer anderen Seite kennenzulernen. Aber jetzt genossen wir erstmal den Moment, den warmen Abend, die gute Musik und das leckere Bier. Wir waren angekommen. Und wir freuten uns darauf, herauszufinden, was Boracay noch alles zu bieten hatte, denn die Insel hatte schon jetzt einen Zauber über uns gelegt, der uns neugierig machte auf die kommenden Tage und die Geschichten, die wir hier noch erleben würden.
Dhow-Boote und versteckte Buchten
Am nächsten Morgen standen wir früh auf. Die Bootsfahrt hatten wir bei einem kleinen Stand am Strand gebucht, direkt neben einer Bar, in der schon früh am Morgen fleißig am Grill gewerkelt wurde. Der Geruch von frisch gefangenen Fisch lag in der Luft. Unser Bootsführer, ein freundlicher Mann namens Romy, erklärte uns, dass wir zuerst die umliegenden Inseln erkunden würden. Und das taten wir auch. Puka Beach, mit seinem etwas gröberen, weißen Sand, war wunderschön, aber deutlich ruhiger als der White Beach. Wir badeten im türkisfarbenen Wasser und genossen die Stille. Romy steuerte das Boot dann in eine kleine, versteckte Bucht, die von hohen Felsen geschützt war. Das Wasser war kristallklar und die Unterwasserwelt atemberaubend. Wir schnorkelten eine Weile und entdeckten bunte Fische, Korallen und sogar eine kleine Schildkröte.
Diniwid Beach und das Windmill View Deck
Nach der Bootsfahrt erkundeten wir die nördliche Spitze der Insel. Diniwid Beach ist ein kleines Paradies, das etwas abseits der Touristenpfade liegt. Man erreicht ihn über einen kleinen Pfad, der an einigen Restaurants und Hotels vorbeiführt. Der Strand ist eng, aber wunderschön, mit feinem, weißem Sand und klarem Wasser. Wir aßen in einem kleinen Restaurant zu Mittag und genossen die entspannte Atmosphäre. Danach wanderten wir zum Windmill View Deck, einem Aussichtspunkt, von dem man einen herrlichen Blick auf den Strand und das Meer hat. Ein kleiner Tipp: Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, der Weg dorthin ist etwas steil.
Station 3: Abseits des Trubels
Wir hatten uns vorgenommen, auch die anderen Teile des White Beach zu erkunden. Station 1 ist eher gehoben, mit vielen Luxushotels und Restaurants. Station 2 ist das Zentrum des Geschehens, mit vielen Geschäften, Bars und Clubs. Wir entschieden uns für Station 3, die etwas abseits des Trubels liegt. Hier finden sich viele kleine, familiäre Hotels und Restaurants, die oft günstiger sind als in den anderen Stationen. Wir fanden ein kleines Restaurant, in dem es jeden Abend Live-Musik gab. Die Band spielte philippinische Popmusik und traditionelle Lieder. Wir saßen dort stundenlang, tranken San Miguel Biere und genossen die Musik und die Atmosphäre. Ein kleiner Pannen gab es dann doch: Mein Mann hatte seine Lesebrille im Restaurant vergessen. Zum Glück waren die Leute dort sehr freundlich und gaben uns am nächsten Tag Bescheid, dass sie die Brille gefunden hatten. Das nenne ich Service!
Der Abendmarkt in D’Mall
D’Mall ist das Einkaufszentrum von Boracay, aber am Abend verwandelt es sich in einen lebhaften Markt. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: Souvenirs, Kleidung, Schmuck, Kunsthandwerk und natürlich jede Menge Essen. Wir probierten verschiedene philippinische Spezialitäten, wie Sisig (gehacktes Schweinefleisch) und Kinilaw (roher Fisch in Essig und Zitrone). Es war ein buntes, quirliges Treiben, und wir hatten viel Spaß beim Stöbern und Feilschen. Der Abendmarkt ist ein Muss für jeden Besucher von Boracay.
Boracay hatte uns mit seiner Vielfalt und Schönheit verzaubert, und wir wussten, dass wir diese Reise noch lange in Erinnerung behalten würden, denn hinter den strahlenden Stränden und der lebhaften Atmosphäre verbarg sich eine Insel voller Geschichten und authentischer Erlebnisse, die uns gezeigt hatten, dass es auch im Ruhestand noch viel zu entdecken gibt.
Die letzten Tage auf Boracay sind schnell vergangen. Es ist schwer zu glauben, dass unsere Reise schon fast zu Ende ist. Wir haben so viel erlebt, so viele schöne Menschen kennengelernt und so viel gegessen, dass wir wahrscheinlich noch einige Kilos mit nach Hause nehmen. Aber es waren gute Kilos, versprochen!
Rückblick und Fazit
Boracay ist nicht nur ein wunderschöner Strand, sondern eine Insel mit Seele. Die Mischung aus Kulturen, die Freundlichkeit der Menschen und die atemberaubende Natur haben uns tief beeindruckt. Natürlich ist der White Beach touristisch, aber es gibt immer noch Möglichkeiten, der Menge zu entkommen und die Insel von ihrer authentischen Seite kennenzulernen. Station 3 war für uns ein Glücksgriff, dort konnten wir das echte Boracay-Leben erleben. Wir haben uns in den kleinen Restaurants wohlgefühlt, mit den Einheimischen geplaudert und die entspannte Atmosphäre genossen. Auch die Bootsfahrt zu den umliegenden Inseln war ein Highlight, dort konnten wir die unberührte Natur bewundern und im kristallklaren Wasser schnorcheln.
Ein paar Tipps für die nächste Generation
Wenn ihr nach Boracay reist, nehmt euch Zeit, die Insel zu erkunden. Verlasst den White Beach und entdeckt die versteckten Buchten und Strände. Probiert die lokale Küche, besucht die Märkte und lernt die Menschen kennen. Seid offen für neue Erfahrungen und lasst euch einfach treiben. Und vergesst nicht, die Natur zu respektieren und verantwortungsvoll zu reisen.
Was uns besonders gefallen hat
Die Live-Musik in den kleinen Bars war ein wahrer Glücksfall. Wir haben stundenlang gesessen, San Miguel Biere getrunken und die Musik genossen. Auch die Freundlichkeit der Menschen hat uns beeindruckt. Überall wurden wir mit einem Lächeln empfangen und fühlten uns willkommen. Wir waren oft überrascht, wie hilfsbereit und freundlich die Filipinos sind. Das hat unsere Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Und noch ein kleiner Hinweis
Packt unbedingt Sonnenschutzmittel ein, die Sonne ist hier sehr intensiv. Und nehmt ein paar Insektenspray mit, besonders wenn ihr abends unterwegs seid. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die eure Reise nicht trüben sollten. Boracay ist ein Paradies, das es zu entdecken gilt. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen!
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- Live-Musik in den Bars an Station 3
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- White Beach (Station 3)
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- Station 3 (das authentische Boracay)