Sonne, Salzwasser und ein bisschen Chaos
Warum eigentlich Los Cabos?
Ich bin ja nicht der Typ für All-Inclusive-Resorts und überlaufene Touristenstrände. Eher der, der nach den etwas versteckteren Ecken sucht, wo man noch die Natur spüren kann. Aber Los Cabos hatte mich aus zwei Gründen gereizt. Erstens hatte ein Freund, der hier mal gelebt hat, immer von den unglaublichen Landschaften geschwärmt – die Wüste, die Berge, das Meer… Klingt kitschig, ich weiß, aber er konnte es wirklich gut beschreiben. Und zweitens, ich wollte unbedingt mal versuchen, ein paar der abgelegenen Surfspots zu finden, von denen man immer wieder in Surfmagazinen liest. Ich bin kein Profi, eher so der fortgeschrittene Anfänger, aber die Vorstellung, auf einer menschenleeren Welle zu stehen, hat mich einfach angezogen.Also habe ich kurzerhand einen Flug gebucht – ziemlich spontan, zugegeben. Ich hatte mir ein kleines Budget gesteckt, wollte aber trotzdem ein bisschen was erleben. Das bedeutete: kein Luxushotel, sondern eher so eine einfache Airbnb-Bude, und statt teurer Touren wollte ich so viel wie möglich auf eigene Faust erkunden.
Erste Eindrücke: Mehr als nur Touristen
Der Transfer zum Airbnb führte mich durch eine Stadt, die auf den ersten Blick ganz anders war, als ich sie erwartet hatte. Klar, es gab auch die typischen Souvenirläden und Restaurants für Touristen, aber dazwischen sah man das echte Leben. Kleine Werkstätten, wo Autos repariert wurden, Familien, die auf ihren Veranden saßen und plauderten, ältere Männer, die auf Bänken Schach spielten. Es war lebendig, authentisch, ein bisschen chaotisch, aber genau das gefiel mir.
Mein Airbnb lag in einem Wohngebiet etwas außerhalb des Stadtzentrums. Eine kleine, einfache Wohnung mit einem Innenhof, in dem ein paar Palmen standen und ein Hängematte hing. Perfekt. Die Vermieterin, eine freundliche ältere Dame namens Elena, begrüßte mich mit einem Lächeln und einem Teller mit selbstgemachten Empanadas. Unglaublich lecker!
Ich ließ mein Gepäck fallen und machte mich gleich auf den Weg, um die Umgebung zu erkunden. Ich wanderte durch die Gassen, vorbei an farbenfrohen Häusern und kleinen Geschäften. Überall roch es nach Tacos, frischem Obst und Kaffee. Ich setzte mich in ein kleines Café und bestellte einen Agua Fresca de Jamaica – ein erfrischendes Getränk aus Hibiskusblüten. Einfach herrlich.
Die Suche nach dem perfekten Spot
Ich hatte mir eine Karte gekauft und einige Surfspots markiert, die ich in den nächsten Tagen erkunden wollte. Die meisten lagen etwas außerhalb von Cabo San Lucas, an der Pazifikseite. Das hieß, ich brauchte einen Plan, wie ich dorthin gelangen sollte. Busse fahren zwar regelmäßig, aber ich wollte flexibel sein und die Möglichkeit haben, auch mal abgelegenere Strände zu erreichen. Also beschloss ich, mir einen Jeep zu mieten.
Die nächsten Tage verbrachte ich damit, die Küste entlangzufahren und verschiedene Surfspots auszuprobieren. Einige waren überfüllt, andere zu rau, wieder andere einfach nicht das, was ich gesucht hatte. Aber ich blieb dran. Ich wollte diesen einen perfekten Spot finden, an dem ich mich einfach nur fallen lassen und die Wellen genießen konnte.
Die Landschaft hier ist wirklich atemberaubend. Steile Klippen, endlose Strände, klares blaues Wasser… Es ist ein Ort, an dem man sich sofort wohlfühlt und die Seele baumeln lassen kann. Ich merkte, wie der Stress der letzten Monate langsam verflog und ich mich immer mehr auf den Moment konzentrierte.
Während meiner Erkundungstouren traf ich auch ein paar interessante Leute – andere Surfer, Fischer, Einheimische. Jeder hatte seine eigene Geschichte zu erzählen und ich lernte viel über die Kultur und Lebensweise hier. Es war schön, sich mit Menschen auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Ich hatte zwar noch keinen perfekten Surfspot gefunden, aber ich spürte, dass ich auf dem richtigen Weg war. Und ich wusste, dass ich die nächsten Tage noch viel zu entdecken haben würde. Die Suche nach dem perfekten Spot war nur ein Vorwand, um die Schönheit und Vielfalt dieser Region zu erleben. Und das war es wert.
Die Sonne begann langsam unterzugehen, als ich zurück zu meinem Airbnb fuhr. Der Himmel war in ein Farbenmeer aus Orange, Rosa und Lila getaucht. Es war ein magischer Moment, den ich nie vergessen würde. Ich parkte den Jeep, atmete tief ein und spürte, wie die salzige Luft meine Lungen füllte. Ich war angekommen. Und ich freute mich darauf, zu sehen, was die nächsten Tage bringen würden.
Jetzt galt es, einen passenden Surflehrer zu finden, der mir ein paar Geheimtipps für die besten Wellen verraten konnte.
Jetzt galt es, einen passenden Surflehrer zu finden, der mir ein paar Geheimtipps für die besten Wellen verraten konnte. Ich hatte in einem kleinen Surfshop in Cabo San Lucas einen Flyer gesehen und beschloss, dort mal vorbeizuschauen. Der Laden war voll mit Surfbrettern, Neoprenanzügen und all dem, was das Surferherz begehrt. Hinter der Theke stand ein Typ mit langen, grauen Haaren und einem entspannten Lächeln. Sein Name war Miguel, und er war offensichtlich ein echter Surfer durch und durch.Miguel und die verborgenen Spots
Ich erklärte Miguel, dass ich kein Profi sei, aber gerne ein paar Tipps für Anfänger erhalten würde. Er lachte und sagte, dass er schon viele Leute auf der Welle gesehen habe, die ihre Grenzen austesten wollten. Er schlug vor, dass wir am nächsten Tag zusammen zu einem Strand namens Cerritos fahren sollten. Cerritos war etwas weiter entfernt, aber angeblich ein guter Spot für Anfänger und Fortgeschrittene. Er versprach mir, dass er mir die besten Wellen zeigen und mir ein paar Tipps geben würde, wie ich meine Technik verbessern kann.
Am nächsten Morgen trafen wir uns am vereinbarten Treffpunkt. Miguel hatte einen alten, aber gut gepflegten Jeep und wir fuhren gemeinsam los. Die Fahrt führte uns durch eine karge Landschaft mit Kakteen und Felsformationen. Unterwegs erzählte Miguel mir viel über die Gegend und die Geschichte des Surfens in Los Cabos. Er meinte, dass das Surfen hier früher nur etwas für Einheimische war, aber in den letzten Jahren immer mehr Touristen kamen. Er war froh, dass das Surfen so populär wurde, aber er befürchtete auch, dass die Strände irgendwann überfüllt sein würden.
Chaos an der Küste
Als wir in Cerritos ankamen, war der Strand schon ziemlich voll. Es waren viele Leute im Wasser und an Land. Miguel parkte den Jeep und wir holten unsere Surfbretter aus dem Heck. Ich war ein bisschen nervös, weil ich schon lange nicht mehr gesurft hatte. Aber Miguel beruhigte mich und sagte, dass ich einfach Spaß haben sollte. Wir paddelten hinaus und warteten auf die erste Welle. Ich versuchte, mich an seine Anweisungen zu erinnern, aber es war nicht so einfach, wie es aussah. Ich fiel ein paar Mal ins Wasser, aber ich gab nicht auf. Nach einer Weile begann ich, ein Gefühl für die Wellen zu bekommen und konnte ein paar kurze Rides hinlegen.
Plötzlich tauchte ein Jet-Ski auf und raste an uns vorbei. Die Wellen wurden durcheinander und ich verlor die Kontrolle über mein Brett. Ich stürzte ins Wasser und schlug mir den Kopf an meinem Brett. Zum Glück ging es mir nicht so schlecht, aber ich war ein bisschen benommen. Miguel kam sofort zu mir herbei und half mir, wieder an Land zu kommen. Er untersuchte meine Wunde und sagte, dass ich Glück gehabt habe. Ich war ein bisschen geschockt, aber ich war auch froh, dass Miguel so schnell reagiert hatte.
Ein Abend in San José del Cabo
Nach dem Surfen fuhren wir zurück nach San José del Cabo. Ich wollte unbedingt den berühmten Art Walk erleben, der jeden Donnerstagabend stattfindet. Die Galerien und Geschäfte in der Innenstadt öffnen ihre Türen und präsentieren Kunst, Musik und lokale Produkte. Es war ein buntes Treiben, mit vielen Menschen, die flanierten, lachten und sich unterhielten. Ich schlendete durch die Gassen und bewunderte die Kunstwerke. Es gab Gemälde, Skulpturen, Keramik und vieles mehr. Ich kaufte ein paar kleine Souvenirs und genoss die Atmosphäre.
Ich endete in einem kleinen Restaurant, das lokale Spezialitäten anbot. Ich bestellte ein Gericht mit frischem Fisch und Gemüse. Es war unglaublich lecker! Ich saß draußen und beobachtete das bunte Treiben. Die Musik war laut und die Stimmung ausgelassen. Ich fühlte mich frei und unbeschwert. Es war ein perfekter Abend.
Dieser Abend und die Tage davor hatten mir gezeigt, dass Los Cabos mehr zu bieten hat als nur Sonne, Strand und Meer. Die Region ist reich an Kultur, Geschichte und Naturschönheiten. Es ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlen, entspannen und neue Energie tanken kann. Die kleinen Pannen und Überraschungen hatten das Erlebnis nur noch authentischer gemacht. Ich spürte, dass ich hier noch viele weitere unvergessliche Momente erleben könnte, und dass dies vielleicht nicht mein letzter Besuch sein würde, bevor ich den Rückflug antrete.
Der letzte Tag in Los Cabos kam schneller als gedacht. Ich saß auf der Terrasse meines Airbnbs, trank meinen Morgenkaffee und versuchte, die letzten Eindrücke festzuhalten. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, und die Luft roch nach Salz und Jasmin. Es war ein perfekter Morgen, um zurückzublicken und zu überlegen, was diesen Urlaub so besonders gemacht hatte.
Mehr als nur ein Urlaub
Es war nicht nur der wunderschöne Strand oder das türkisfarbene Meer, das mich begeistert hatte. Es war die Mischung aus Abenteuer, Entspannung und authentischen Begegnungen. Ich hatte die Freiheit, meine eigenen Wege zu gehen, neue Orte zu entdecken und mich von der Kultur vor Ort inspirieren zu lassen. Klar, es gab auch ein paar holprige Momente – wie den Sturz vom Surfbrett oder das chaotische Verkehrsgeschehen – aber genau das gehörte dazu. Es war ein Urlaub, der mich aus meiner Komfortzone geholt und mir gezeigt hatte, dass das Leben manchmal unvorhersehbar ist.
Was ich gelernt habe
Ich hatte gelernt, dass man nicht alles planen kann und dass es manchmal gut ist, einfach mal loszulassen und sich treiben zu lassen. Ich hatte gelernt, dass die kleinen Dinge im Leben oft die schönsten sind – ein Lächeln von einem Fremden, ein köstliches Essen, ein wunderschöner Sonnenuntergang. Und ich hatte gelernt, dass man auch in einem fremden Land schnell neue Freunde finden kann, wenn man offen und neugierig ist.
Ein paar Tipps für deinen Los Cabos Trip
Wenn du auch nach Los Cabos reisen möchtest, habe ich ein paar Tipps für dich:
- Miete dir ein Auto: Damit kannst du die Region flexibel erkunden und auch die abgelegenen Strände und Surfspots erreichen.
- Probiere die lokale Küche: Los Cabos hat eine unglaublich vielfältige Gastronomie. Von frischen Tacos über Meeresfrüchte bis hin zu traditionellen mexikanischen Gerichten gibt es hier alles, was das Herz begehrt.
- Sei offen und neugierig: Sprich mit den Einheimischen, lerne ihre Kultur kennen und lass dich von ihrer Lebensfreude anstecken.
- Vergiss nicht deine Sonnencreme: Die Sonne in Los Cabos ist intensiv, also schütze deine Haut gut.
Auf Wiedersehen, Los Cabos
Ich verließ Los Cabos mit einem Koffer voller Erinnerungen und einem Herzen voller Dankbarkeit. Es war ein Urlaub, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich bin sicher, dass ich eines Tages wiederkommen werde, um noch mehr von dieser wunderschönen Region zu entdecken.
-
- Der Art Walk in San José del Cabo
-
- Cerritos Beach (Surfen)
-
- Die Galerien und Kunsthandwerksläden in San José del Cabo
-
- San José del Cabo (charmantes Stadtzentrum)