Europa - Schweiz - Basel

Basel – Mehr als nur Kunst und Kultur

Der Geruch von feuchtem Stein und warmem Brot hing in der Luft, als ich aus dem Zug in Basel ausstieg. Es war ein seltsamer Mix, der irgendwie perfekt zu der Stadt passte, die sich vor mir ausbreitete. Nicht sofort spektakulär, eher subtil, aber mit einer gewissen Ruhe und Ordnung. Ich hatte gerade eine ziemlich lange Zugfahrt hinter mir – von Berlin aus, mit Umsteigen in Mannheim. Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, nach Basel zu kommen. Eigentlich war ich auf dem Weg in die Schweizer Alpen, um ein paar Tage lang zu klettern. Aber ein Freund, der hier lebt, hatte mir kurzfristig angeboten, mich für ein paar Tage unterzukriegen und mir die Gegend zu zeigen. Und da ich eh flexibel war, dachte ich mir: Warum nicht?

Ein bisschen Hintergrund

Ich bin ja, wie ihr wisst, so ein bisschen der Outdoor-Typ. Wandern, Mountainbiken, Klettern – das ist mein Ding. Ich brauche einfach Bewegung und Natur, um den Kopf frei zu bekommen. Bürojob und Stadtleben sind zwar ganz nett, aber auf Dauer erdrücken sie mich irgendwie. Deswegen versuche ich, so oft wie möglich rauszukommen. Dieses Jahr wollte ich unbedingt mal wieder in den Alpen klettern. Ich hatte schon ein paar Routen im Kopf, und meine Ausrüstung war auch schon gepackt. Aber wie gesagt, kam dann das Angebot von meinem Freund Max dazwischen. Max ist ein alter Schulfreund von mir, den ich vor ein paar Jahren wiedergetroffen hatte. Wir haben uns gleich gut verstanden, und er hat mir erzählt, dass er in Basel lebt und dort arbeitet. Er ist so ein bisschen der Gegenteil von mir – er liebt das Stadtleben und die Kultur. Aber wir haben trotzdem viel gemeinsam, und ich schätze seine Gesellschaft sehr.

Erste Eindrücke von Basel

Ich schob meinen Rucksack auf den Rücken und blickte mich um. Der Bahnhof war modern und sauber, aber nicht übermäßig beeindruckend. Es war einfach ein Bahnhof, halt. Draußen angekommen, fiel mir auf, dass Basel eine sehr grüne Stadt ist. Überall waren Bäume und Parks, und die Gebäude waren größtenteils aus rotem Sandstein gebaut. Das verlieh der Stadt eine warme und einladende Atmosphäre. Ich holte mein Handy raus und checkte die Karte. Max hatte mir geschrieben, dass er mich am Bahnhof abholen würde. Er war schon in Sichtweite, winkte und grinste. “Na, lange Reise gehabt?” fragte er, als er bei mir ankam. “Könnte man sagen”, antwortete ich grinsend. “Aber ich bin froh, hier zu sein.” Wir umarmten uns kurz und machten uns auf den Weg zu seinem Apartment. Während wir durch die Straßen gingen, erzählte er mir von der Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten. Basel sei eine Stadt der Museen, der Kunst und der Kultur, sagte er. Es gäbe hier unzählige Galerien, Theater und Konzerthäuser. Aber auch für Outdoor-Fans gäbe es einige Möglichkeiten, wie zum Beispiel den Rhein, der sich durch die Stadt schlängelt. “Wir könnten morgen eine Radtour entlang des Rheins machen”, schlug er vor. “Oder wir wandern auf den nahegelegenen Hügeln.” “Das klingt gut”, sagte ich begeistert. “Ich bin für alles offen.”

Das Apartment und erste Erkundungen

Max’ Apartment war klein, aber gemütlich eingerichtet. Es lag in einem ruhigen Viertel etwas außerhalb des Stadtzentrums. Ich ließ meinen Rucksack fallen und blickte mich um. Es gab ein Wohnzimmer mit einer kleinen Küche, ein Schlafzimmer und ein Badezimmer. Alles war sauber und ordentlich, und es roch nach Kaffee. “Macht dir ruhig gemütlich”, sagte Max. “Ich mache uns einen Kaffee und dann können wir uns noch etwas Zeit nehmen, um die Stadt zu erkunden.” Ich nickte und ließ mich auf das Sofa fallen. Es war herrlich, nach der langen Reise endlich anzukommen und sich zu entspannen. Während wir unseren Kaffee tranken, besprachen wir unsere Pläne für die nächsten Tage. Max wollte mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen, aber er wollte mir auch die Möglichkeit geben, die Natur zu genießen. Wir einigten uns darauf, dass wir am nächsten Tag eine Radtour entlang des Rheins machen und am Tag darauf eine Wanderung auf den nahegelegenen Hügeln unternehmen würden. Ich freute mich schon darauf. Die Mischung aus Stadt und Natur schien perfekt zu sein. Und ich war gespannt darauf, was Basel noch alles zu bieten hatte. Mit einem guten Gefühl blickte ich aus dem Fenster, während die Sonne langsam unterging und die roten Sandsteingebäude in ein warmes Licht tauchte. Ich hatte das Gefühl, dass diese Reise noch etwas Besonderes werden würde, und ich war froh, dass ich spontan zugesagt hatte. Nun, da ich angekommen war und einen ersten Eindruck von der Stadt gewonnen hatte, war es Zeit, tiefer einzutauchen und Basel wirklich kennenzulernen.

Die Altstadt und ihre Gassen

Nach dem Kaffee machten wir uns direkt auf den Weg, die Altstadt zu erkunden. Max kannte sich super aus, und wir schlängelten uns durch ein Labyrinth aus kleinen Gassen und verwinkelten Gassen. Es war echt beeindruckend, wie viel Geschichte hier auf engstem Raum konzentriert war. Überall sahen wir alte Gebäude mit wunderschönen Fassaden, kleine Läden mit handgemachten Produkten und gemütliche Cafés. Max erklärte mir, dass viele dieser Gebäude noch aus dem Mittelalter stammten und dass die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wir blieben vor dem Basler Münster stehen. Ein imposantes Bauwerk aus rotem Sandstein, das auf einem kleinen Hügel thront. Max erzählte mir, dass es ursprünglich eine römische Festung gab, an deren Stelle das Münster später erbaut wurde. Wir gingen hinein und bewunderten die gotische Architektur und die bunten Fenster. Es war total ruhig und friedlich dort, ein schöner Kontrast zum Trubel der Stadt.

Eine kulinarische Entdeckungstour

Irgendwann bekamen wir natürlich Hunger. Max führte mich in eine kleine Beiz in der Nähe des Marktplatzes. Ein uriges Lokal mit Holztischen und einer gemütlichen Atmosphäre. Dort bestellten wir uns "Basler Läckerli", eine Art Lebkuchen, und ein paar lokale Biere. Die Läckerli waren total lecker, aber auch ziemlich süß. Ich konnte nur ein paar Stück essen. Max hingegen verputzte fast die ganze Dose. Später schlenderten wir über den Marktplatz und vorbei am Rathaus mit seiner prächtigen roten Fassade. Überall waren Menschen unterwegs, und es herrschte eine lebhafte Stimmung. Wir sahen Straßenmusiker, Künstler und Händler, die ihre Waren anboten. Max erklärte mir, dass der Marktplatz der zentrale Treffpunkt der Basler ist und dass hier das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen stattfinden.

Ein Missgeschick am Rhein

Am Nachmittag wollten wir eine kleine Bootsfahrt auf dem Rhein machen. Max hatte mir erzählt, dass man von dort aus einen tollen Blick auf die Stadt hat. Wir mieteten uns ein kleines Ruderboot und stachen in See. Am Anfang ging es ganz gut, aber dann kam eine starke Strömung und wir wurden immer weiter abgetrieben. Ich versuchte, gegen die Strömung zu rudern, aber es war einfach zu stark. Plötzlich kippte das Boot und wir landeten im kalten Rheinwasser. Es war total eiskalt und wir waren klatschnass. Zum Glück konnten wir ans Ufer schwimmen. Aber unsere Sachen waren natürlich auch nass. Wir lachten trotzdem – es war einfach zu absurd. Max meinte, das sei das typische Basel-Abenteuer. Wir kauften uns schnell trockene Kleidung in einem Sportgeschäft und gingen dann in ein Café, um uns aufzuwärmen.

Das Dreiländereck und ein unerwarteter Ausblick

Am nächsten Tag, bevor ich mich auf den Weg in die Alpen machen sollte, überredete Max mich noch zu einem Ausflug zum Dreiländereck. Das ist ein Ort, wo die Grenzen von Deutschland, Frankreich und der Schweiz aufeinandertreffen. Es liegt etwas außerhalb von Basel, aber die Fahrt dorthin war die Mühe wert. Der Ausblick auf den Rhein und die umliegende Landschaft war einfach atemberaubend. Wir standen an einem kleinen Aussichtsturm und blickten über die drei Länder. Max erzählte mir, dass der Ort früher ein strategisch wichtiger Punkt war und dass hier oft Konflikte ausgetragen wurden. Heute ist es ein friedlicher Ort, der von vielen Touristen besucht wird. Ich genoss die Ruhe und die schöne Aussicht, bevor ich mich dann doch langsam auf den Weg zum Bahnhof machen musste. Basel hatte mich wirklich überrascht und ich war dankbar für die spontane Entscheidung, hier noch einen Stopp einzulegen – eine unerwartete Mischung aus Kultur, urbanem Leben und Natur, die noch lange in Erinnerung bleiben würde.

Der Abschied von Max fiel mir schwerer als gedacht. Er hatte mir eine richtig schöne Zeit beschert, und ich hatte das Gefühl, Basel durch seine Augen gesehen zu haben. Nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern auch die kleinen, versteckten Ecken, die man als Tourist normalerweise nicht entdeckt. Auf dem Weg zum Bahnhof dachte ich noch mal über die letzten Tage nach.

Eine überraschende Stadt

Ich war ehrlich gesagt etwas skeptisch, als ich angefangen hatte, die Reise zu planen. Basel war nicht unbedingt auf meiner Bucket List, und ich hatte keine Ahnung, was mich dort erwarten würde. Aber ich wurde positiv überrascht. Die Stadt ist eine Mischung aus Geschichte, Kultur und modernem Leben. Überall gibt es interessante Museen, Galerien und Theater, aber auch gemütliche Cafés, Bars und Restaurants. Und dann noch die Nähe zum Rhein und die grünen Hügel – perfekt für Outdoor-Aktivitäten.

Die Alpen locken

Natürlich durfte ich die Alpen nicht vergessen. Mein eigentliches Ziel war ja das Klettern, und ich freute mich schon darauf, endlich wieder in den Bergen zu sein. Aber ich bin froh, dass ich noch ein paar Tage in Basel verbracht habe. Es war eine willkommene Abwechslung vom Alltag und eine Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und eine neue Stadt zu entdecken.

Was ich mitnehme

Basel hat mich gelehrt, dass man auch in einer relativ kleinen Stadt viel erleben kann. Man muss nur offen sein für Neues und bereit sein, sich treiben zu lassen. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, um die kleinen Dinge zu genießen – ein gutes Gespräch, ein leckeres Essen, ein schöner Ausblick. Und ich habe gelernt, dass man auch mal vom Weg abkommen und sich überraschen lassen kann.

Meine Tipps für Basel

Wenn ihr mal nach Basel kommt, dann solltet ihr unbedingt das Basler Münster besuchen. Die Aussicht von dort oben ist einfach atemberaubend. Und wenn ihr Lust auf etwas Besonderes habt, dann macht eine Bootsfahrt auf dem Rhein. Es ist eine tolle Möglichkeit, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Vergesst auch nicht, die Altstadt zu erkunden. Dort gibt es viele kleine Läden und Cafés, in denen ihr lokale Spezialitäten probieren könnt. Und wenn ihr gerne Kunst mögt, dann besucht eines der vielen Museen in der Stadt.

Und wenn ihr ein bisschen Zeit habt, dann macht einen Ausflug auf die umliegenden Hügel. Dort könnt ihr wandern, Mountainbiken oder einfach nur die Natur genießen. Basel ist eine Stadt, die für jeden etwas zu bieten hat.

    • Basler Münster
    • Altstadt von Basel
    • Verschiedene Museen in der Stadt (z.B. Kunstmuseum Basel)
    • Kleinbasel (Viertel mit besonderem Flair)
👤 Outdoor-Enthusiast (30) der Wandern, Klettern und Mountainbiken liebt ✍️ authentisch und ehrlich