Reisebericht Nordamerika - Mexiko - Guadalajara
Ein Traum mit kleinem Budget
Die Idee zu dieser Reise war eigentlich ganz einfach: Wir wollten raus. Wirklich raus. Der Alltag mit Arbeit, Kindergarten und ständigem Stress hatte uns irgendwie ausgelaugt. Und wir wollten den Kindern die Welt zeigen, nicht nur die vier Wände unseres kleinen Hauses. Aber eben nicht mit einem riesigen Geldaufwand. Wir sind keine Luxusreisende, ganz im Gegenteil. Wir lieben es, selbst zu kochen, die Natur zu genießen und uns einfach treiben zu lassen. Camping und Ferienwohnungen sind da perfekt. Also begannen wir mit der Planung. Mexiko schien uns eine gute Mischung aus Kultur, Natur und – wichtig für uns – vergleichsweise niedrigen Preisen zu sein. Guadalajara, als zweitgrößte Stadt, schien uns eine gute Basis, um das Land zu erkunden, ohne direkt im Touristenrummel zu stehen. Und, ehrlich gesagt, die Vorstellung von Tacos und Mariachi-Musik klang auch ziemlich verlockend.Die Anreise und die erste Ferienwohnung
Die Anreise war… anstrengend. Lina hatte Angst vor dem Start und Max hatte ständig Hunger. Aber die Flugbegleiter waren supernett und irgendwann schliefen beide doch noch ein. Am Flughafen in Guadalajara angekommen, ging es erstmal ans Warten am Gepäckband. Es dauerte ewig, bis unsere Koffer endlich auftauchten. Dann hieß es, ein Taxi zu finden, das uns zu unserer Ferienwohnung bringen würde. Wir hatten uns für eine kleine Wohnung etwas außerhalb des Stadtzentrums entschieden. Die Lage war nicht perfekt, aber die Bewertungen waren gut und der Preis unschlagbar. Der Taxifahrer sprach kaum Englisch, aber mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Spanisch haben wir es irgendwie geschafft, uns zu verständigen. Die Wohnung selbst war… rustikal. Nicht im romantischen Sinne, sondern eher im Sinne von „braucht dringend eine Renovierung“. Aber sie war sauber und hatte alles, was wir brauchten: Zwei Schlafzimmer, eine kleine Küche und ein Bad. Und das Wichtigste: Es gab einen kleinen Innenhof mit einem Tisch und Stühlen. Perfekt für ein Frühstück im Freien.Erste Eindrücke und kleine Kulturschocks
Nachdem wir unser Gepäck ausgepackt hatten, machten wir uns auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Guadalajara ist eine riesige Stadt, aber die Gegend um unsere Wohnung war relativ ruhig und sicher. Wir fanden einen kleinen Supermarkt, in dem wir ein paar Lebensmittel kauften, und dann ging es ab ins nächste Restaurant. Das Essen war fantastisch. Tacos al Pastor, Guacamole, Quesadillas… Wir haben uns durch die Speisekarte probiert und waren begeistert. Aber es gab auch ein paar kleine Kulturschocks. Zum Beispiel, dass die Kellner uns ständig nach dem Weg fragten, obwohl wir ganz offensichtlich Touristen waren. Und dass die Straßen oft voller Schlaglöcher und Müll waren. Aber das gehört eben dazu, wenn man in ein fremdes Land reist. Lina und Max waren von allem total begeistert. Sie haben die bunten Häuser bestaunt, den Straßenhändlern zugesehen und versucht, mit den Einheimischen zu kommunizieren. Natürlich ging das nicht immer gut, aber die Leute waren sehr geduldig und freundlich. Wir verbrachten den ersten Tag damit, die Gegend zu erkunden und uns ein bisschen zu akklimatisieren. Am Abend fielen wir müde, aber glücklich ins Bett. Die Reise hatte zwar erst begonnen, aber wir hatten schon das Gefühl, dass es ein unvergessliches Erlebnis werden würde. Und während Lina und Max tief schliefen, schmiedeten wir Pläne für die nächsten Tage, voller Vorfreude auf die Erkundungstouren, die uns noch bevorstanden und die uns tiefer in das Herz Mexikos führen sollten.Tlaquepaque und die Suche nach dem perfekten Geschenk
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von Tlaquepaque. Dieses Viertel südlich von Guadalajara ist bekannt für seine Handwerkskunst und seine vielen kleinen Galerien. Wir hatten gelesen, dass es ein toller Ort ist, um Souvenirs zu kaufen, und waren gespannt, was uns erwartet. Die Fahrt mit dem Bus war schon ein Abenteuer für sich. Die Busse waren voller Menschen, die Musik war laut, und der Fahrer fuhr, als hätte er Gummi an den Füßen. Aber irgendwie haben wir es geschafft, ohne größere Zwischenfälle anzukommen. Tlaquepaque ist wunderschön. Die Straßen sind gepflastert, die Häuser sind bunt gestrichen, und überall stehen kleine Werkstätten, in denen Handwerker ihre Waren anbieten. Wir haben stundenlang durch die Gassen geschlendert, uns die verschiedenen Kunstwerke angeschaut und versucht, ein paar schöne Geschenke für die Familie und Freunde zu finden. Max war vor allem von den Alebrijes fasziniert – den bunten, phantastischen Tierfiguren aus Holz. Lina wollte unbedingt eine Puppe mit traditioneller Kleidung. Und wir Erwachsenen suchten nach Keramik und Textilien. Das Problem war, dass die Preise überall sehr hoch waren. Die Händler versuchten, uns als Touristen das Fell abzuziehen, und wir mussten hart verhandeln, um einen vernünftigen Preis zu bekommen. Einmal versuchte ein Händler, uns eine billige Keramikfigur als antikes Sammlerstück zu verkaufen. Das war schon ein bisschen dreist.Der Mercado San Juan de Dios und ein kulinarisches Chaos
Am nächsten Tag entschieden wir uns, den Mercado San Juan de Dios zu besuchen – einen riesigen Markt im Herzen von Guadalajara. Wir hatten gehört, dass es dort alles gibt, was das Herz begehrt – von Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Elektronik. Und es stimmte. Der Markt war riesig und unglaublich chaotisch. Überall wimmelten die Menschen, die Händler schrien ihre Waren an, und der Geruch von Essen lag in der Luft. Es war ein einziges Durcheinander, aber auch faszinierend. Wir haben uns durch die Gänge geschlagen und uns die verschiedenen Stände angeschaut. Lina war von den Süßigkeiten begeistert, Max von den exotischen Früchten. Und wir Erwachsenen haben uns an den vielen verschiedenen Gerichten probiert. Wir haben Tacos, Quesadillas, Enchiladas und noch vieles mehr gegessen. Es war ein kulinarisches Fest, aber auch eine Herausforderung für unseren Magen. Irgendwann hatten wir genug gegessen und brauchten eine Pause. Wir haben uns an einen kleinen Tisch gesetzt und beobachtet, was um uns herum geschah. Es war ein faszinierendes Spektakel. Wir sahen Menschen aller Art, die miteinander handelten, lachten und sich unterhielten. Es war ein lebendiger und authentischer Ort, der uns einen Einblick in das mexikanische Leben gab.Ein kleiner Ausflug in die Natur – Barranca de Huentitán
Nach all dem Trubel in der Stadt brauchten wir etwas Natur. Wir beschlossen, einen Ausflug zur Barranca de Huentitán zu machen – einer beeindruckenden Schlucht am Rande von Guadalajara. Die Fahrt mit dem Bus war etwas länger, aber die Landschaft war wunderschön. Wir fuhren durch grüne Hügel und vorbei an kleinen Dörfern. Als wir an der Schlucht ankamen, waren wir überwältigt von der Schönheit der Natur. Die Schlucht ist riesig und tief. An den Wänden wachsen Kakteen und andere Pflanzen. Wir haben einen Spaziergang entlang des Randes gemacht und die Aussicht genossen. Max war begeistert von den Vögeln, die in der Schlucht flogen. Lina sammelte Steine und Blumen. Es war ein friedlicher und entspannender Tag, der uns neue Energie gab. Wir haben uns wieder mit der Natur verbunden und die Seele baumeln lassen. Es war ein perfekter Kontrast zum Trubel der Stadt und ein schöner Abschluss unserer Zeit in Guadalajara, bevor es weiterging und wir uns auf neue Abenteuer vorbereiteten.Die letzten Tage in Guadalajara vergingen wie im Flug. Es ist schwer zu glauben, dass wir schon fast wieder abreisen. Lina und Max haben sich so gut eingelebt und freuen sich noch immer über jede kleine Entdeckung. Wir haben noch einen letzten Markt besucht, den Mercado de la Cruz, um ein paar letzte Souvenirs zu kaufen und uns mit frischen Früchten einzudecken für die lange Heimreise.
Rückblick und kleine Heldentaten
Was uns am meisten an Guadalajara beeindruckt hat, ist die Lebensfreude der Menschen. Überall begegnet man freundlichen Gesichtern und hilfsbereiten Menschen. Auch wenn die Sprachbarriere manchmal ein Problem darstellte, haben wir uns immer verstanden gefühlt.
Für die Kinder waren vor allem die vielen Farben, die ungewöhnlichen Gerüche und die leckeren Tacos ein Highlight. Max hat sich regelrecht in die Alebrijes verliebt und wollte am liebsten alle mit nach Hause nehmen. Lina war begeistert von den bunten Kleidern und den vielen Puppen, die sie auf den Märkten gesehen hat.
Es gab natürlich auch ein paar Herausforderungen. Die Hitze war manchmal schwer zu ertragen, und der Verkehr in Guadalajara ist chaotisch. Aber das gehört eben dazu, wenn man in ein fremdes Land reist. Wir haben gelernt, flexibel zu sein und uns einfach treiben zu lassen.
Tipps für andere Familien
Wenn ihr mit kleinen Kindern nach Guadalajara reist, hier ein paar Tipps:
Unterkünfte: Sucht nach Ferienwohnungen mit Küche und Waschmaschine. Das spart Geld und gibt euch mehr Flexibilität. Wir hatten Glück und fanden eine kleine, aber gemütliche Wohnung etwas außerhalb des Stadtzentrums.
Transport: Nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Busse sind günstig und fahren regelmäßig. Aber seid vorbereitet, dass es oft voll wird. Für längere Strecken könnt ihr auch Taxis oder Uber nutzen.
Essen: Probiert die lokale Küche! Tacos, Quesadillas, Enchiladas… es gibt so viel leckeres zu entdecken. Aber achtet darauf, dass das Essen frisch zubereitet wird und vermeidet rohes Wasser.
Aktivitäten: Plant genügend Zeit für Pausen und Entspannung ein. Die Kinder brauchen Zeit, um sich zu akklimatisieren und neue Eindrücke zu verarbeiten. Besucht den Parque Agua Azul, dort können die Kinder toben und spielen. Und vergesst nicht, die vielen bunten Märkte zu erkunden!
Sicherheit: Achtet auf eure Wertsachen und vermeidet es, nachts alleine unterwegs zu sein. Guadalajara ist zwar eine relativ sichere Stadt, aber es gibt natürlich auch hier kriminelle Banden.
Abschied nehmen
Jetzt heißt es Abschied nehmen von Guadalajara. Wir haben eine wunderschöne Zeit hier verbracht und viele unvergessliche Erinnerungen gesammelt. Die Stadt hat uns verzaubert und uns gezeigt, wie schön und vielfältig Mexiko ist. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen!