Europa - Österreich - Salzburg

Salzburg mit Familie: Eine Reise voller Märchen und Musik

Der Geruch von Apfelstrudel und frisch gemahlenem Kaffee hing in der Luft, vermischt mit dem leisen Rauschen der Salzach. Ich stand also hier, am Salzburger Hauptbahnhof, und versuchte gleichzeitig, den riesigen Rucksack meiner Frau zu schultern und zu verhindern, dass mein sechsjähriger Sohn, Leo, in den nächsten Zug rennt. Neun Jahre hatte ich davon geträumt, mit meiner Familie nach Salzburg zu kommen, und jetzt war es endlich soweit.

Ein lang gehegter Traum wird wahr

Schon als Kind hatte ich von Mozart und den Sound of Music gehört. Meine Oma, eine begeisterte Operettenliebhaberin, erzählte immer wieder von den prächtigen Konzerten und der wunderschönen Landschaft. Dieser Enthusiasmus hatte sich irgendwie in mir festgesetzt. Als meine Frau, Anna, und ich vor ein paar Jahren begannen, über einen Familienurlaub zu sprechen, stand sofort fest: Salzburg muss auf die Liste! Und jetzt, nach all den Jahren der Planung und Vorfreude, standen wir tatsächlich hier, mitten in der Stadt.

Die Zugfahrt von München war relativ entspannt verlaufen, trotz der üblichen kindlichen Unruhe. Leo hatte ständig nach neuen Spielen gefragt und meine neunjährige Tochter, Mia, hatte fast das gesamte Buch gelesen, das sie für die Reise bekommen hatte. Anna und ich hatten uns abwechselnd um sie gekümmert und versucht, die Ruhe zu bewahren. Aber jetzt, am Hauptbahnhof, waren wir alle etwas erschöpft und überfordert.

Erste Orientierung

Ich zog die Karte heraus, die ich vorher online ausgedruckt hatte. Sie sah kompliziert aus, mit all den kleinen Gassen und Plätzen. “Okay, unser Hotel ist nicht weit von hier”, sagte ich und versuchte, optimistisch zu klingen. “Wir müssen nur diese Straße entlanggehen und dann links abbiegen.” Anna sah mich skeptisch an. “Das klingt einfach”, sagte sie. “Aber ich hoffe, du hast dich nicht vertan.” Ich grinste. “Keine Sorge, ich habe das drauf.”

Wir machten uns auf den Weg und stellten schnell fest, dass die Karte nicht ganz mit der Realität übereinstimmte. Die Straßen waren viel enger und verwinkelter, als wir erwartet hatten. Und es waren so viele Touristen unterwegs, dass wir uns kaum bewegen konnten. Leo klammerte sich an meine Hand und Mia ging vor uns her, immer auf der Suche nach interessanten Geschäften. Ich versuchte, mich zu orientieren und gleichzeitig darauf zu achten, dass niemand verloren ging oder von einem Fahrrad angefahren wurde.

Nach einer gefühlten Ewigkeit bogen wir endlich in eine kleine Seitenstraße ein, in der es deutlich ruhiger war. Die Häuser hier waren wunderschön, mit bunten Fassaden und blühenden Fensterkästen. Es roch nach frischen Blumen und Gebäck. “Wow, ist das hier schön!”, rief Mia. “Das ist ja wie im Märchen!” Ich musste grinsen. Ja, Salzburg hatte schon jetzt einen märchenhaften Eindruck hinterlassen.

Das Hotel und der erste Eindruck

Unser Hotel, ein kleines, gemütliches Haus mit dem Namen “Goldener Hirsch”, lag direkt am Getreidegasse, der berühmten Einkaufsstraße. Die Lage war perfekt, obwohl es etwas laut war wegen des vielen Trubels. Wir checkten ein und bekamen ein geräumiges Familienzimmer mit Blick auf die Stadt. Die Kinder waren sofort begeistert und begannen, das Zimmer zu erkunden.

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, machten wir einen ersten Spaziergang durch die Altstadt. Die Getreidegasse war voller Geschäfte, Cafés und Restaurants. Überall spielten Straßenmusiker und es herrschte eine lebendige Atmosphäre. Wir sahen Mozarts Geburtshaus und den Dom, und wir aßen ein leckeres Mittagessen in einem kleinen Gasthof.

Die Kinder waren von der Altstadt fasziniert. Sie bestaunten die alten Gebäude, die bunten Blumen und die vielen Touristen. Leo wollte unbedingt eine Pferdekutsche mieten, aber Anna und ich waren uns nicht sicher, ob wir uns das leisten konnten. Wir einigten uns darauf, später darüber zu sprechen.

Am Abend, nachdem die Kinder im Bett waren, saßen Anna und ich auf dem Balkon und genossen die Aussicht auf die Stadt. Die Lichter funkelten und es war herrlich ruhig. Wir fühlten uns entspannt und glücklich. Salzburg hatte uns sofort in seinen Bann gezogen. Die nächsten Tage versprachen, unvergesslich zu werden, und wir waren gespannt darauf, was diese Stadt noch alles für uns bereithalten würde. Die Stimmung war perfekt, um tiefer in die Geschichte und Kultur Salzburgs einzutauchen.

Die Festung Hohensalzburg und ein kleiner Fauxpas

Am nächsten Morgen beschlossen wir, die Festung Hohensalzburg zu erklimmen. Anna hatte gelesen, dass man von dort oben einen atemberaubenden Blick über die Stadt hat. Der Weg nach oben war allerdings ganz schön anstrengend, besonders für Leo. Er jammerte zwar ein bisschen, aber wir motivierten ihn mit dem Versprechen auf ein Eis, wenn wir oben angekommen sind. Die Festung selbst ist beeindruckend – riesige Mauern, alte Kanonen und ein wunderschöner Innenhof. Mia war ganz begeistert von den Ritterrüstungen und Leo versuchte, jede Kanone auszuprobieren (zum Glück nur mit den Händen!). Der Ausblick war tatsächlich fantastisch – man konnte die ganze Stadt sehen, mit den roten Dächern, den grünen Hügeln und der Salzach, die sich durch die Landschaft schlängelte.

Auf dem Rückweg passierte uns dann ein kleiner Fauxpas. Ich wollte ein Foto von Mia und Leo vor dem Dom machen, aber ich hatte vergessen, dass die Kinder nicht gerne fotografiert werden. Mia fing sofort an zu schimpfen und Leo versteckte sich hinter meiner Frau. Ich entschuldigte mich sofort und versprach, sie nicht mehr ohne Erlaubnis zu fotografieren. Anna meinte dann augenzwinkernd, dass ich wohl doch nicht so ein begnadeter Fotograf sei, wenn ich meine eigenen Kinder nicht von der Schönheit des Moments überzeugen kann.

Mirabellgarten und die Sound of Music-Erinnerungen

Am Nachmittag erkundeten wir den Mirabellgarten. Ich muss zugeben, dass ich vorher nicht viel von “Sound of Music” gehalten hatte, aber dieser Garten ist wirklich wunderschön. Die Blumen, die Brunnen, die Skulpturen – alles ist perfekt angeordnet. Mia rannte sofort zu den Pegasus-Springbrunnen und versuchte, die kleinen Pferde zu fangen. Leo entdeckte einen kleinen Spielplatz und vergaß sofort seine Erschöpfung. Anna und ich saßen auf einer Bank und genossen die Ruhe. Es war ein perfekter Nachmittag, um einfach nur zu entspannen und die Atmosphäre zu genießen. Ich konnte verstehen, warum dieser Garten so oft in Filmen zu sehen ist – er strahlt einfach eine magische Atmosphäre aus.

Wir machten einen kleinen Spaziergang durch den Park und entdeckten die Zwerggärten, die Mia total faszinierten. Sie versuchte, die kleinen Zwerge zu zählen, aber es waren so viele, dass sie irgendwann aufgab. Leo war mehr an den Enten interessiert, die im Teich schwammen. Er versuchte, sie mit Brot zu füttern, aber sie waren zu schüchtern, um näher zu kommen.

Ein Abendessen in der Altstadt und kleine Entdeckungen

Am Abend suchten wir uns ein gemütliches Restaurant in der Altstadt. Es gab so viele Möglichkeiten, dass wir uns schwer entscheiden konnten. Schließlich entschieden wir uns für ein kleines Lokal, das traditionelle österreichische Küche anbot. Mia bestellte ein Wiener Schnitzel, Leo wollte unbedingt Käsespätzle und Anna und ich teilten uns ein Rindsgulasch. Das Essen war köstlich und die Portionen riesig.

Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die beleuchteten Gassen. Wir entdeckten kleine Läden mit handgemachten Souvenirs und Cafés mit leckeren Kuchen. Mia und Leo fanden einen kleinen Laden mit Marzipan und verlangten sofort, dass wir ihnen etwas kaufen. So kamen wir noch mit einer Tüte voller bunter Marzipanfiguren aus dem Laden. Es war ein perfekter Abend, um die Atmosphäre der Altstadt zu genießen und die Seele baumeln zu lassen.

Diese Tage in Salzburg waren voller Eindrücke, kleiner Abenteuer und unvergesslicher Momente, die uns als Familie noch lange verbinden würden, und es war klar, dass wir noch viel mehr von diesem wunderschönen Land entdecken wollten.

Der letzte Tag in Salzburg kam viel zu schnell. Es fühlte sich an, als wären wir erst gestern am Hauptbahnhof angekommen und hätten mit der Planung unseres Aufenthalts begonnen. Wir hatten noch ein paar Stunden Zeit, bevor unser Zug nach München abfuhr, und beschlossen, diese für einen letzten Spaziergang durch die Altstadt zu nutzen.

Ein letzter Blick auf die Stadt

Wir schlenderten wieder an Mozarts Geburtshaus vorbei, dieses Mal ohne die Hektik des ersten Tages. Mia und Leo waren entspannter und konnten die Atmosphäre in vollen Zügen genießen. Wir kauften noch ein paar Souvenirs – eine Mozartkugel für meinen Vater und ein kleines Holzpferd für Mia. Leo hatte sich einen Zauberstab gewünscht, aber der war uns dann doch etwas zu kitschig.

Mittagessen mit Blick

Zum Mittagessen suchten wir uns ein kleines Café mit Blick auf die Salzach. Wir aßen belegte Brötchen und tranken frisch gepressten Orangensaft. Die Sonne schien und die Kinder lachten. Es war ein perfekter Moment, um die Zeit in Salzburg Revue passieren zu lassen. Ich dachte an all die kleinen Abenteuer, die wir erlebt hatten – die Festung Hohensalzburg, den Mirabellgarten, die Sound of Music-Erinnerungen. Es waren unvergessliche Tage, die uns als Familie noch lange verbinden würden.

Abschied vom Märchen

Am Hauptbahnhof angekommen, war es schwer, Abschied zu nehmen. Salzburg hatte uns verzaubert, mit seiner Schönheit, seiner Geschichte und seiner Musik. Wir versprachen uns, eines Tages zurückzukehren. Während wir auf unseren Zug warteten, kauften wir uns noch ein paar Brezeln und einen Kaffee. Die Kinder waren müde, aber glücklich. Als der Zug endlich abfuhr, winkten wir der Stadt zum Abschied zu.

Fazit und Empfehlungen

Salzburg ist eine fantastische Stadt für einen Familienurlaub. Es gibt so viel zu entdecken und zu erleben – von historischen Sehenswürdigkeiten über wunderschöne Gärten bis hin zu spannenden Museen. Besonders empfehlenswert ist die Festung Hohensalzburg mit ihrem atemberaubenden Blick über die Stadt. Auch der Mirabellgarten ist ein Muss für alle Besucher, besonders für Familien mit Kindern. Und natürlich sollte man sich die Sound of Music-Drehorte nicht entgehen lassen.

Mein persönlicher Tipp: Plant genügend Zeit ein, um die Stadt in Ruhe zu erkunden. Salzburg ist nicht nur eine Stadt zum Durchreisen, sondern ein Ort, an dem man sich Zeit nehmen sollte, um die Atmosphäre zu genießen und die Schönheit der Umgebung zu entdecken. Und vergesst nicht, die lokalen Spezialitäten zu probieren – Mozartkugeln, Salzburger Nockerl und natürlich das österreichische Bier.

Ein letzter Gedanke: Salzburg ist mehr als nur eine Stadt – es ist ein Märchen, das in Wirklichkeit existiert. Und ich bin froh, dass wir die Möglichkeit hatten, dieses Märchen mit unseren Kindern zu erleben.

    • Festung Hohensalzburg
    • Mirabellgarten
    • Mozarts Geburtshaus
    • Altstadt
👤 Familienvater mit zwei Kindern (6 und 9 Jahre) ✍️ detailreich und erzählerisch