Afrika - Tansania - Sansibar

Reisebericht Afrika - Tansania - Sansibar

Der Geruch von Nelken und salziger Luft vermischte sich, während wir aus dem vollgepackten Minibus stiegen. Es war heiß, richtig heiß, und die Luft stand still über Stone Town. Die Kids, Lina (8) und Finn (6), waren erstmal sprachlos, überwältigt von dem bunten Chaos. Nach gefühlt endlosen Stunden Flug mit Zwischenstopps in Amsterdam und Nairobi waren wir endlich in Sansibar angekommen.

Die Idee und die Planung

Die Idee zu dieser Reise war eigentlich ganz simpel. Wir wollten raus, weg vom grauen Alltag, aber eben nicht mit einem riesigen Budget. Pauschalreisen waren nichts für uns, da wollten wir lieber selber organisieren. Tansania und Sansibar schienen da perfekt zu sein – relativ sicher, unglaublich vielfältig und mit Möglichkeiten für preiswerte Unterkünfte. Wir hatten uns entschieden, eine Mischung aus Camping und Ferienwohnungen zu machen, um Kosten zu sparen und trotzdem flexibel zu sein. Die Flüge waren natürlich der größte Posten, aber mit etwas Glück und frühzeitiger Buchung konnten wir da noch einiges sparen.

Vorfreude und Bedenken

Ich hatte monatelang Reiseblogs gelesen, Karten studiert und versucht, mich so gut wie möglich vorzubereiten. Aber natürlich nagten auch die Bedenken. Würde es mit den Kindern klappen? Waren die Straßen wirklich so chaotisch, wie alle sagten? Und was, wenn wir krank werden? Aber die Vorstellung von weißen Sandstränden, türkisfarbenem Wasser und exotischen Tieren überwog dann doch. Wir hatten uns auch wegen der Impfungen und Malaria-Prophylaxe gut informiert und alles Notwendige erledigt.

Stone Town – Der erste Eindruck

Stone Town ist… anders. Enge Gassen, verwinkelte Wege, überall Menschen, Händler, Motorroller, die irgendwie immer einen Weg finden. Lina und Finn waren sofort fasziniert von den bunten Türen, den kleinen Läden und den vielen Gerüchen. Wir hatten eine kleine Ferienwohnung in der Nähe des Darajani-Marktes gebucht, ein bisschen abseits vom größten Trubel, aber trotzdem zentral gelegen. Die Wohnung war einfach, aber sauber und hatte alles, was wir brauchten. Das Einchecken war unkompliziert, und der Vermieter, ein freundlicher Mann namens Ali, gab uns gleich ein paar Tipps für die ersten Tage.

Der Darajani-Markt

Der Darajani-Markt ist ein Erlebnis für alle Sinne. Hier wird gehandelt, gefeilscht, gelacht und gelebt. Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch, Fleisch – alles, was das Herz begehrt. Die Kids waren anfangs etwas überwältigt von der Geräuschkulisse und den vielen Menschen, aber dann haben sie sich schnell an die Atmosphäre gewöhnt. Wir haben uns ein paar frische Mangos und Bananen gekauft und sind dann weiter durch die Gassen geschlendert. Überall begegneten uns freundliche Menschen, die uns zulächelten oder versuchten, uns irgendetwas zu verkaufen. Wir haben uns bewusst darauf eingestellt, nicht alles mitzumachen und auch mal „Nein“ zu sagen, ohne uns schlecht zu fühlen.

Erste Herausforderungen

Schon am ersten Tag gab es ein paar kleine Herausforderungen. Die Orientierung in den engen Gassen fiel uns schwer, und wir haben uns mehrmals verlaufen. Auch der Verkehr war gewöhnungsbedürftig, da Motorroller und Autos dicht an dicht durch die Gassen fahren. Aber mit etwas Geduld und der Hilfe von ein paar freundlichen Einheimischen haben wir uns dann doch zurechtgefunden. Wir haben uns auch schnell daran gewöhnt, dass man hier etwas anders mit der Zeit umgeht – alles geht ein bisschen langsamer, ein bisschen entspannter. Das war eine willkommene Abwechslung zum stressigen Alltag zu Hause.

Nach den ersten Erkundungen in Stone Town waren wir bereit, das Inselinnere zu erkunden, die Nationalparks zu besuchen und die Traumstrände zu entdecken, die Sansibar so berühmt machen. Die kommenden Tage versprachen, voller Abenteuer, neuer Eindrücke und unvergesslicher Momente zu werden.

Abenteuer im Inselinneren: Jozani Forest und Spice Farm

Wir hatten uns entschieden, einen Tag für einen Ausflug ins Inselinnere einzuplanen. Jozani Forest stand ganz oben auf unserer Liste, der einzige Nationalpark Sansibars. Der Weg dorthin führte uns durch kleine Dörfer, vorbei an Reisfeldern und Kokospalmen. Lina und Finn waren begeistert von den vielen Kühen, Ziegen und Hühnern, die frei herumstreiften. Im Jozani Forest selbst erwartete uns dann das Highlight: die Rotnackenschnitzäffchen! Die kleinen Kerlchen hüpften von Baum zu Baum und ließen sich mit etwas Glück auch aus nächster Nähe beobachten. Finn war total fasziniert und Lina fotografierte unaufhörlich. Es war wirklich ein unvergessliches Erlebnis.

Ein bisschen Chaos auf der Spice Farm

Nach dem Jozani Forest ging es weiter zu einer Spice Farm. Hier lernten wir alles über die verschiedenen Gewürze, die auf Sansibar angebaut werden – Zimt, Nelken, Muskatnuss, Vanille und viele mehr. Der Guide erklärte uns, wie die Gewürze angebaut, geerntet und verarbeitet werden. Wir durften sogar selbst an der Ernte teilnehmen und die Gewürze riechen und schmecken. Das war super spannend für die Kinder. Allerdings kam es dann zu einer kleinen Panne: Finn wollte unbedingt einen Kokosnuss öffnen, und bevor wir gucken konnten, hatte er die Kokosnuss auf den Kopf seines Vaters fallen lassen! Zum Glück ging alles gut, aber ein kleiner Schrecken war es trotzdem. Wir haben alle zusammen gelacht, und der Guide hat uns versichert, dass das schon mal vorgekommen ist.

Paje – Traumstrand und Gezeiten-Chaos

Nach dem Inselinneren hatten wir uns einen entspannten Strandtag verdient. Wir entschieden uns für Paje, einen Ort an der Ostküste, der für seine wunderschönen Strände und den Windsurf-Spot bekannt ist. Der Strand war wirklich atemberaubend – weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und Palmen, die im Wind wiegten. Die Kids konnten sich kaum bremsen und rannten sofort ins Wasser. Allerdings stellten wir schnell fest, dass die Gezeiten in Paje extrem stark sind. Innerhalb von wenigen Stunden verwandelte sich der breite Sandstrand in ein flaches Watt. Lina und Finn waren anfangs etwas enttäuscht, als das Wasser immer weiter zurückwich, aber dann haben sie es als Abenteuer betrachtet und angefangen, Muscheln und Seeigel zu sammeln. Wir haben den Tag mit Sandburgen bauen, im Wasser planschen und einfach nur entspannen verbracht.

Abendessen am Strand

Am Abend haben wir uns in einem kleinen Restaurant am Strand niedergelassen. Es gab frischen Fisch und Meeresfrüchte, die direkt vom Grill kamen. Die Kids haben sich Spaghetti mit Tomatensoße bestellt. Wir saßen am Strand, aßen zu Abend und genossen den Sonnenuntergang. Die Atmosphäre war einfach magisch. Es war einer dieser Momente, die man nie vergessen wird. Der Tag endete mit dem Geräusch der Wellen und dem Lachen unserer Kinder.

Die Mischung aus Kultur, Natur und Entspannung auf Sansibar hatte uns in ihren Bann gezogen, und wir waren gespannt, was die letzten Tage noch bringen würden, bevor wir uns schweren Herzens wieder auf den Heimweg machen würden.

Die letzten Tage auf Sansibar vergingen wie im Flug. Wir hatten uns noch ein paar kleinere Ausflüge vorgenommen, aber auch viel Zeit zum Entspannen am Strand eingeplant. Lina und Finn waren mittlerweile richtig angekommen und fühlten sich pudelwohl. Sie hatten sogar ein paar neue Freunde gefunden, mit denen sie am Strand spielten und Sandburgen bauten.

Letzte Tage und kleine Abenteuer

Eines Tages mieteten wir uns Fahrräder und erkundeten die Umgebung von Paje. Es war eine tolle Möglichkeit, die Insel zu entdecken und die Landschaft zu genießen. Allerdings war es auch ganz schön anstrengend, mit den Kindern auf den Fahrrädern unterwegs zu sein. Aber die Freude über die kleinen Abenteuer überwog dann doch. Wir hielten an kleinen Dörfern an, wo wir frisches Obst und Gemüse kauften und die Einheimischen kennenlernten.

Besuch auf einer lokalen Schule

Ein besonderes Highlight war der Besuch einer lokalen Schule. Wir hatten von einer kleinen Schule in der Nähe von Paje gelesen, die Unterstützung von Spendern benötigte. Wir brachten ein paar Schulhefte, Stifte und Malbücher mit und verteilten sie an die Kinder. Die Freude war riesig, und wir wurden mit strahlenden Gesichtern und vielen Umarmungen belohnt. Es war ein berührendes Erlebnis, das uns gezeigt hat, wie viel Glück wir haben.

Fazit und was wir gelernt haben

Sansibar ist ein Paradies für Familien. Die Insel bietet eine einzigartige Mischung aus Kultur, Natur und Entspannung. Wir haben viel gelernt, sowohl über die Insel als auch über uns selbst. Wir haben gelernt, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Wichtig sind die kleinen Dinge, die gemeinsamen Erlebnisse und die Liebe der Familie.

Tipps für andere Familien

Wenn ihr mit Kindern nach Sansibar reist, solltet ihr unbedingt ein paar Dinge beachten. Packt ausreichend Sonnenschutzmittel, Insektenschutzmittel und Medikamente ein. Achtet auf sauberes Trinkwasser und meidet rohes Fleisch und Fisch. Seid offen für neue Erfahrungen und lasst euch treiben. Und vor allem: Genießt die Zeit mit euren Kindern!

Wir werden Sansibar nie vergessen. Die Insel hat uns verzaubert und uns viele unvergessliche Momente beschert. Wir sind dankbar für die Zeit, die wir dort verbringen durften, und freuen uns darauf, eines Tages wiederzukommen.

Was uns am besten gefallen hat

Am besten hat uns die Mischung aus allem gefallen. Die freundlichen Menschen, die wunderschöne Landschaft, das leckere Essen und die vielen kleinen Abenteuer. Aber vor allem die Zeit, die wir als Familie zusammen verbringen durften. Das ist unbezahlbar.

Der Abschied fiel uns schwer, aber wir waren auch voller Dankbarkeit für die vielen schönen Erlebnisse. Sansibar hat uns in vielerlei Hinsicht bereichert, und wir werden die Insel immer in unseren Herzen tragen.

    👤 Outdoor-Enthusiast (30) der Wandern, Klettern und Mountainbiken liebt ✍️ nachdenklich und reflektiert