Nordamerika - Panama - San Blas Inseln

Karibik-Traum: Eine Reise durch Kulturen und Inselparadiese

Der Duft von feuchten Mangos und Abgasen kitzelte in der Nase, als wir aus dem kleinen Propellerflugzeug in Panama City stiegen. Es war warm, richtig warm, so eine feuchte Hitze, die sofort auf der Haut klebte. Wir, das sind meine Frau Elisabeth und ich, Mitte 50 und mit einer gemeinsamen Schwäche für das Entdecken von Orten abseits der üblichen Touristenpfade.

Eine lange Vorbereitung

Die Idee zu dieser Reise, Nordamerika bis zu den San Blas Inseln, hatte Elisabeth während einer dieser langen Winterabende, als draußen der Regen gegen die Scheiben peitschte. Sie hatte einen Artikel über die Kuna Yala, die indigenen Bewohner der San Blas Inseln, gelesen und war sofort fasziniert. Die Vorstellung, eine Kultur zu erleben, die seit Jahrhunderten ihre Traditionen bewahrt hat, ohne sich dem modernen Leben anzupassen, hatte sie gepackt. Ich war anfangs skeptischer. Eine Rucksackreise durch Mittelamerika, das klang nach viel Verzicht und wenig Komfort. Aber Elisabeth hat mich schnell überzeugt. Wir sind schließlich keine 20 mehr und können es uns leisten, die Reise etwas komfortabler anzugehen. Also haben wir angefangen zu planen, zu recherchieren und uns langsam auf dieses Abenteuer vorzubereiten.

Von der Planung zur Realität

Die Route war komplex. Wir wollten nicht einfach nur von A nach B fliegen, sondern das Land wirklich kennenlernen. Wir starteten in New York, verbrachten einige Tage in Charleston, South Carolina, bevor es weiter nach Miami und dann nach Costa Rica ging. Von dort aus ging es weiter nach Kolumbien und schließlich nach Panama. Die Flüge waren gebucht, die Unterkünfte ausgesucht, die Impfungen aufgefrischt. Wir hatten uns sogar ein paar Brocken Spanisch angeeignet, um zumindest einfache Gespräche führen zu können. Natürlich wussten wir, dass es nicht immer glatt laufen würde, aber das gehört ja zum Reisen dazu.

Die erste Begegnung mit Panama

Panama City war zunächst überwältigend. Eine moderne Metropole mit Wolkenkratzern, Einkaufszentren und einem pulsierenden Nachtleben. Aber hinter der glänzenden Fassade verbarg sich auch eine Stadt mit viel Geschichte und Kultur. Wir besuchten den Casco Viejo, die Altstadt von Panama City, mit ihren engen Gassen, den bunten Kolonialhäusern und den historischen Kirchen. Dort, zwischen den Ruinen alter Gebäude und den modernen Cafés, spürten wir zum ersten Mal den Geist dieses Landes. Es war eine Mischung aus europäischer Kolonialgeschichte, indigener Kultur und lateinamerikanischer Lebensfreude. Wir schlenderten über den Fischmarkt, wo wir frische Meeresfrüchte in allen Variationen sahen und probierten. Wir besuchten das Panama Canal Museum, um mehr über die Geschichte des Kanals zu erfahren. Und wir aßen in kleinen, lokalen Restaurants, wo wir authentische panamaische Küche genossen.

Aufbruch in den Inselparadies

Die Tage in Panama City vergingen wie im Flug. Und dann war es endlich soweit: Wir fuhren zum Hafen, um unser Boot zu den San Blas Inseln zu nehmen. Die Fahrt führte uns entlang der karibischen Küste, vorbei an kleinen Fischerdörfern und üppigen Mangrovenwäldern. Der Himmel war strahlend blau, das Wasser türkisblau und die Luft erfüllt vom Duft von Salz und Abenteuer. Die San Blas Inseln kamen langsam in Sicht: kleine, unbewohnte Paradiese mit weißen Sandstränden, Palmen und kristallklarem Wasser. Wir spürten, dass wir kurz davorstanden, einen Ort zu entdecken, der uns für immer in Erinnerung bleiben würde. Die Fahrt war noch nicht zu Ende, aber wir waren bereit für das, was noch kommen würde und freuten uns darauf, die Kuna Yala kennenzulernen und ihre Lebensweise zu verstehen. Denn das war es, was wir uns von dieser Reise erhofften: nicht nur schöne Strände und gutes Essen, sondern vor allem eine tiefere Verbindung zu einer anderen Kultur und einer anderen Art des Lebens.

Ankunft im Kuna Yala

Die Fahrt mit dem kleinen Motorboot war schon ein Erlebnis für sich. Das Wasser schaukelte ordentlich, und Elisabeth hielt sich ganz fest, während ich versuchte, ein paar Fotos zu machen, ohne alles zu verschwimmen. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir Isla Perro Chico, eine winzige Insel mit vielleicht zehn Häusern, die zu einer kleinen Gemeinschaft gehörten. Hier würden wir die nächsten Tage verbringen. Es war anders, als wir es uns vorgestellt hatten. Keine Luxusresorts, keine Touristenmassen, sondern ein einfaches Leben im Einklang mit der Natur. Die Häuser waren aus Holz und Blech gebaut, die Wege waren Sandwege, und die einzige Stromquelle war ein Generator, der nur wenige Stunden am Tag lief. Aber es hatte einen ganz besonderen Charme. Eine Authentizität, die wir so noch nicht erlebt hatten.

Leben zwischen Hängematte und Kokosnuss

Unser "Hotel" war ein einfaches Strohdachhaus mit Hängematten und Blick aufs Meer. Es gab keine Klimaanlage, keine Dusche, kein fließendes Wasser. Aber es war sauber und gemütlich, und die Gastgeber, eine freundliche Kuna-Familie, waren sehr bemüht, uns das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Die Tage vergingen langsam und entspannt. Wir badeten im kristallklaren Wasser, schnorchelten zwischen bunten Fischen, lasen Bücher in der Hängematte und genossen die Ruhe und die Stille. Wir aßen frischen Fisch, den die Männer des Dorfes gefangen hatten, und tranken Kokosnusswasser, das direkt von den Palmen geholt wurde.

Einblick in die Kuna-Kultur

Die Kuna sind ein stolzes und traditionsbewusstes Volk. Sie haben ihre eigene Sprache, ihre eigene Religion und ihre eigene Lebensweise bewahrt, obwohl sie seit Jahrhunderten mit der Außenwelt in Kontakt stehen. Wir hatten die Möglichkeit, einige Stunden mit einem älteren Mann des Dorfes zu verbringen, der uns viel über die Geschichte und die Kultur der Kuna erzählte. Er erklärte uns die Bedeutung der Molas, der farbenfrohen Stoffbilder, die von den Kuna-Frauen hergestellt werden und eine wichtige Rolle in ihrer Kultur spielen. Er erzählte uns von ihren Traditionen, ihren Bräuchen und ihren Glaubensvorstellungen. Wir besuchten auch das kleine Dorfzentrum, wo sich die Frauen versammelten, um Molas zu nähen und zu verkaufen. Es war faszinierend zu sehen, wie sie mit so einfachen Mitteln so kunstvolle und detaillierte Bilder erstellten. Ich kaufte Elisabeth eine Mola als Andenken, ein kleines Stück Kuna-Kultur, das sie immer an diese Reise erinnern würde.

Kleine Pannen, große Momente

Natürlich gab es auch ein paar kleine Pannen. Einmal ging der Generator kaputt, und wir hatten für einige Stunden keinen Strom. Ein anderes Mal vergaßen wir, Sonnencreme einzupacken, und hatten am Ende rote Nasen und Schultern. Aber selbst diese kleinen Unannehmlichkeiten konnten unsere Stimmung nicht trüben. Denn wir waren umgeben von einer unglaublichen Natur und einer faszinierenden Kultur, und wir lernten, die einfachen Dinge im Leben zu schätzen. Eines Abends saßen wir mit unserer Gastgeberfamilie am Strand und betrachteten den Sternenhimmel. Es war ein unvergesslicher Moment, ein Moment der Verbundenheit und des Friedens. In diesem Moment spürten wir, dass wir mehr als nur Touristen waren. Wir waren Teil einer Gemeinschaft, Teil einer Kultur, Teil eines großen Ganzen. Die Zeit im Kuna Yala verging viel zu schnell. Als es Zeit war, Abschied zu nehmen, fiel uns der Abschied schwer. Wir fühlten uns, als würden wir eine zweite Heimat verlassen. Aber wir wussten, dass wir dieses besondere Erlebnis für immer in unserem Herzen tragen würden, und dass wir eines Tages wiederkommen würden, um diese einzigartige Kultur und diese wunderschöne Inselwelt erneut zu erleben. Und mit dem Blick auf das türkisfarbene Meer im Herzen, wussten wir, dass diese Reise noch lange nicht zu Ende war.

Die letzten Stunden im Kuna Yala verbrachten wir damit, die Eindrücke der letzten Tage Revue passieren zu lassen. Wir saßen auf der Veranda unseres einfachen Strohdachhauses, tranken noch einmal einen frisch geernteten Kokosnuss und lauschten dem Rauschen des Meeres. Es war schwer, sich von diesem einfachen, naturnahen Leben zu verabschieden, aber wir wussten, dass es Zeit war, weiterzuziehen.

Rückkehr in die Zivilisation

Die Rückfahrt nach Panama City war etwas holprig, aber wir wurden von den wunderschönen Ausblicken auf das türkisblaue Meer und die grünen Inseln abgelenkt. In Panama City angekommen, fühlte es sich fast surreal an, wieder in einer modernen Stadt zu sein, umgeben von Wolkenkratzern, Autos und Menschenmassen. Wir verbrachten noch ein paar Tage damit, die Stadt zu erkunden, Souvenirs zu kaufen und die panamaische Küche zu genießen. Aber unser Herz blieb irgendwie bei den Kuna Yala zurück.

Was wir gelernt haben

Diese Reise hat uns viel gelehrt. Wir haben gelernt, dass Glück nicht von materiellen Dingen abhängt, sondern von einfachen Dingen wie Familie, Gemeinschaft und Natur. Wir haben gelernt, dass es wichtig ist, offen zu sein für andere Kulturen und Lebensweisen. Und wir haben gelernt, dass es sich lohnt, ab und zu den Komfort der Zivilisation hinter sich zu lassen und sich auf ein Abenteuer einzulassen. Die Kuna Yala hat uns gezeigt, dass es auch in einer globalisierten Welt noch Orte gibt, an denen die Menschen im Einklang mit der Natur leben und ihre Traditionen bewahren.

Tipps für deine eigene Reise

Wenn du planst, die San Blas Inseln zu besuchen, hier sind ein paar Tipps, die wir dir geben möchten:

Packe leicht!

Du brauchst nicht viel Gepäck. Nimm nur das Nötigste mit: Badekleidung, Sonnenschutz, Insektenschutz, eine Kopfbedeckung und bequeme Schuhe.

Sei offen für neue Erfahrungen

Die Kuna Yala ist ein Ort, an dem die Dinge anders laufen als zu Hause. Sei offen für neue Erfahrungen und lass dich auf die lokale Kultur ein.

Respektiere die lokale Kultur

Die Kuna sind ein stolzes und traditionsbewusstes Volk. Respektiere ihre Kultur und ihre Lebensweise. Frage um Erlaubnis, bevor du Fotos machst, und vermeide es, zu viel Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen.

Sei vorbereitet auf einfache Verhältnisse

Die San Blas Inseln sind ein einfaches Urlaubsziel. Es gibt kein fließendes Wasser, keinen Strom und keine Luxushotels. Sei darauf vorbereitet und nimm alles mit, was du brauchst, um dich wohlzufühlen.

Abschied und Ausblick

Als wir am Flughafen standen und auf unseren Rückflug warteten, blickten wir noch einmal auf das türkisblaue Meer zurück. Wir wussten, dass wir diesen Ort nie vergessen würden. Die San Blas Inseln haben uns verzaubert und uns gezeigt, dass es auch in einer modernen Welt noch Paradiese gibt, die es zu entdecken gilt. Wir sind dankbar für die Erfahrungen, die wir gemacht haben, und für die Menschen, die wir kennengelernt haben. Und wir hoffen, dass wir eines Tages wiederkommen können, um diesen besonderen Ort erneut zu erleben.

    • Kuna Yala (San Blas Inseln)
    • Casco Viejo (Panama City)
    • Isla Perro Chico (San Blas Inseln)
    • Mola-Kunsthandwerk (Kuna Yala)
    • Panama City
👤 Paar Mitte 50, kulturinteressiert und genussorientiert ✍️ inspirierend und motivierend