Reisebericht Europa - Belgien - Ostende
Flucht nach Belgien
Ich hatte meinen Job gekündigt. Spontan. Vielleicht dumm. Aber ich konnte nicht mehr. Büro, Meetings, Smalltalk – alles erdrückend. Also habe ich einen Flixbus gebucht, so weit das Geld reichte. Belgien war das Ziel, weil es nah war und relativ günstig. Ostende, weil es am Meer lag. Ich hatte keine genaue Planung, nur das Bedürfnis, rauszukommen und durchzuatmen. Mein Budget war knapp, sehr knapp. Hostels und Supermarkt-Essen waren angesagt. Luxus war ein Fremdwort. Aber das war okay. Ich wollte ja auch nicht verwöhnt werden, sondern mich selbst finden. Klingt kitschig, ich weiß. Aber es fühlte sich richtig an.Erste Schritte
Die Stadt war anders, als ich sie erwartet hatte. Nicht heruntergekommen, aber auch nicht glamourös. Eher… echt. Die Häuser waren alt, aber gepflegt. Überall kleine Cafés und Geschäfte. Ich fand relativ schnell mein Hostel, ein kleines, einfaches Haus ein paar Straßen vom Bahnhof entfernt. Das Zimmer teilte ich mit zwei anderen Mädchen, einer Amerikanerin und einer Deutschen. Beide waren auch Backpacking, aber auf einer längeren Reise durch Europa. Wir verstanden uns sofort.Der erste Spaziergang führte mich zum Strand. Der Wind war stark, aber die Luft war frisch und klar. Ich lief barfuß im Sand, spürte die Kälte und die Freiheit. Das Meer war grau und wild, aber wunderschön. Ich saß mich auf eine Bank und beobachtete die Möwen, die über das Wasser flogen. Ein alter Mann fütterte sie mit Pommes. Kinder bauten Sandburgen. Paare spazierten Hand in Hand am Strand entlang. Es war ein normales Bild, aber es berührte mich. Ich fühlte mich zum ersten Mal seit langem wieder lebendig.
Geld sparen in Ostende
Das Hostel kostete 25 Euro pro Nacht, was für meine Verhältnisse schon viel war. Also musste ich kreativ werden, um mein Budget einzuhalten. Ich kaufte mein Essen im Supermarkt und bereitete es im Hostel zu. Ein Baguette, Käse, Wurst und Obst waren meine Hauptnahrungsmittel. Ich trank Wasser aus dem Wasserhahn, um Geld für teure Getränke zu sparen. Statt teure Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, spazierte ich durch die Stadt und erkundete sie auf eigene Faust.Ich entdeckte kleine Parks, versteckte Gassen und charmante Cafés. Ich besuchte den Fischmarkt, wo ich frischen Fisch und Meeresfrüchte kaufen konnte. Ich schlenderte durch die Fußgängerzone und beobachtete die Menschen. Ich saß mich auf eine Parkbank und las ein Buch. Ich genoss die Einfachheit und die Ruhe. Es war nicht der aufregendste Urlaub, aber es war genau das, was ich brauchte.
Die Suche nach einem Job
Natürlich hatte ich auch Gedanken an meine Zukunft. Ich konnte nicht ewig von meinen Ersparnissen leben. Also begann ich, nach einem Job zu suchen. Ich hatte keine besonderen Qualifikationen, aber ich war bereit, jede Arbeit anzunehmen. Ich befragte in einigen Cafés und Restaurants, aber es war schwierig, einen Job zu finden. Die meisten Stellen waren bereits besetzt oder erforderten spezielle Kenntnisse.Ich war frustriert und enttäuscht, aber ich gab nicht auf. Ich wusste, dass ich irgendwann einen Job finden würde. Bis dahin genoss ich einfach die Zeit in Ostende und versuchte, das Beste daraus zu machen. Ich lernte die Stadt besser kennen, freundete mich mit anderen Backpackern an und genoss die Freiheit und die Unabhängigkeit.
Nach ein paar Tagen am Meer und den ersten vorsichtigen Erkundungen der Stadt, begann ich mich zu fragen, was ich eigentlich hier suchte, und ob Ostende der richtige Ort war, um das zu finden.Nach ein paar Tagen am Meer und den ersten vorsichtigen Erkundungen der Stadt, begann ich mich zu fragen, was ich eigentlich hier suchte, und ob Ostende der richtige Ort war, um das zu finden.Zwischen Möwen und Fischduft
Ich verbrachte einen Nachmittag im Viertel rund um den Fischmarkt. Es war ein Spektakel für die Sinne. Der Geruch von frischem Fisch war überwältigend, aber angenehm. Die Marktschreier priesen ihre Ware an, die Möwen kreischten über den Köpfen der Leute. Ich kaufte ein paar eingelegte Heringe und aß sie direkt am Hafen. Es war ein einfacher Genuss, aber er hatte etwas Besonderes. Ich beobachtete die Fischer, die ihre Netze reparierten und ihre Boote vorbereiteten. Sie waren wettergegerbte Männer mit rauen Händen und freundlichen Augen. Ich sprach kurz mit einem von ihnen. Er erzählte mir von seinem Leben auf See und von der Bedeutung des Fisches für die Stadt.Die Kapelle und der Zufall
Ein bisschen abseits vom Trubel entdeckte ich eine kleine, versteckte Kapelle. Sie war unscheinbar, aber wunderschön. Die Fenster waren bunt und die Wände waren mit Gemälden versehen. Ich ging hinein und setzte mich auf eine Bank. Es war still und friedlich. Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Plötzlich hörte ich Musik. Es war ein Straßenmusiker, der vor der Kapelle spielte. Er spielte Gitarre und sang alte belgische Lieder. Seine Musik berührte mich tief. Ich saß eine ganze Stunde da und lauschte.
Pannen im Supermarkt
Das Sparen funktionierte nicht immer reibungslos. Einmal versuchte ich, mir ein einfaches Abendessen aus Konserven zusammenzustellen. Ich konnte kein Niederländisch oder Französisch, und die Etiketten waren ein Rätsel. Ich dachte, ich hätte eine Dose Pfirsiche gekauft, aber als ich sie öffnete, kam eine seltsame, graue Masse heraus. Ich roch daran und stellte fest, dass es sich um Hering in Tomatensauce handelte. Ich hätte kotzen können. Ich lachte und aß es trotzdem. Was sollte ich auch machen?
Das Künstlerviertel und die kleinen Cafés
Ich verbrachte einen Tag im Künstlerviertel. Die Häuser waren bunt und voller Leben. Überall hingen Bilder und Skulpturen aus. In den kleinen Cafés saßen Künstler und schrieben oder malten. Ich trank einen Kaffee und beobachtete das bunte Treiben. Ich kaufte ein kleines Gemälde von einem lokalen Künstler. Es war ein abstraktes Werk, das das Meer darstellte. Ich hängte es in meinem Hostelzimmer auf. Es erinnerte mich an meine Zeit in Ostende.
Das Künstlerviertel und die kleinen Cafés
Ich verbrachte einen Tag im Künstlerviertel. Die Häuser waren bunt und voller Leben. Überall hingen Bilder und Skulpturen aus. In den kleinen Cafés saßen Künstler und schrieben oder malten. Ich trank einen Kaffee und beobachtete das bunte Treiben. Ich kaufte ein kleines Gemälde von einem lokalen Künstler. Es war ein abstraktes Werk, das das Meer darstellte. Ich hängte es in meinem Hostelzimmer auf. Es erinnerte mich an meine Zeit in Ostende.Ich merkte, dass ich hier nicht nur versuchte, dem Alltag zu entfliehen, sondern auch nach etwas Neuem suchte. Nach einer Richtung, nach einem Sinn. Ich wusste noch nicht, was das war, aber ich war bereit, es herauszufinden. Die salzige Luft, das Geschrei der Möwen, die freundlichen Menschen – all das hatte mich verändert. Ich fühlte mich lebendiger, freier und mutiger. Und so begann ich, die Erkenntnis zu gewinnen, dass das eigentliche Ziel meiner Reise nicht darin bestand, einen Ort zu finden, sondern mich selbst.
Die Tage vergingen schnell. Ich hatte mich eingelebt, eine Routine gefunden. Jeden Morgen ein Croissant beim Bäcker, dann ein Spaziergang am Strand. Ich saß stundenlang am Hafen und beobachtete die Fischer. Ich lernte ein paar von ihnen kennen, wir unterhielten uns über das Leben, das Meer und das Wetter. Sie waren einfache Leute, aber sie hatten eine Weisheit, die ich bewunderte.
Mehr als nur ein Urlaub
Es war mehr als nur ein Urlaub geworden. Es war eine Suche. Nach mir selbst. Nach einem Sinn. Ich hatte keine Antworten gefunden, aber ich hatte gelernt, die Fragen zu stellen. Und das war schon etwas. Ich merkte, dass ich nicht mehr die gleiche war, die hierher gekommen war. Ich war selbstbewusster, unabhängiger und mutiger. Ich hatte gelernt, mit wenig auszukommen und das Einfache zu schätzen.
Die Suche nach Arbeit ging weiter
Die Jobsuche gestaltete sich weiterhin schwierig. Ich bewarb mich in einigen Hostels und Hotels, aber ich hatte keine Erfahrung im Gastgewerbe. Ich versuchte es mit Aushilfsjobs in der Gastronomie, aber ich wurde immer wieder abgelehnt. Ich war frustriert, aber ich gab nicht auf. Ich wusste, dass ich irgendwann eine Möglichkeit finden würde, mein Geld zu verdienen.
Letzte Tage am Meer
Ich verbrachte meine letzten Tage am Meer mit einem guten Buch und einem Kaffee. Ich wanderte am Strand entlang, sammelte Muscheln und Steine. Ich beobachtete die Möwen, die über das Wasser flogen. Ich genoss die salzige Luft und den Blick auf das Meer. Ich wusste, dass ich diese Stadt vermissen würde.
Ein Abschiedsessen
Am Abend aß ich in einem kleinen Restaurant am Hafen zu Abend. Ich bestellte frischen Fisch mit Pommes Frites. Es war lecker. Ich saß draußen und beobachtete das Treiben. Ich fühlte mich dankbar für die Zeit, die ich hier verbracht hatte.
Was ich gelernt habe
Ich habe gelernt, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Ein Dach über dem Kopf, Essen auf dem Tisch und Menschen, die einen lieben, reichen aus. Ich habe gelernt, dass man seine Träume verfolgen sollte, egal wie schwierig es ist. Und ich habe gelernt, dass man sich selbst treu bleiben sollte, egal was andere sagen.
Empfehlungen für Sparfüchse
Wenn du auch mit kleinem Budget nach Ostende reisen möchtest, hier ein paar Tipps: Suche dir ein Hostel oder eine Ferienwohnung abseits des Stadtzentrums. Kaufe dein Essen im Supermarkt und bereite es selbst zu. Nutze öffentliche Verkehrsmittel oder miete ein Fahrrad. Besuche kostenlose Sehenswürdigkeiten und spaziere durch die Stadt. Und vergiss nicht, den Strand zu genießen!
Ich packte meinen Rucksack und machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Ich wusste nicht, wohin meine Reise mich führen würde, aber ich war bereit für alles, was kommen würde. Ich hatte das Gefühl, dass ich bereit war, die Welt zu erobern.