Europa - Großbritannien - Liverpool

Reisebericht Europa - Großbritannien - Liverpool

Der Geruch von Salz und leichtem Diesel hing in der Luft, vermischt mit dem süßlichen Duft von Fish and Chips. Ich stand am Rande des Albert Docks, die Hand fest um den Henkel meiner Reisetasche gekrallt, und versuchte, den Jetlag zu ignorieren. Die Möwen schrien, ein bisschen wie betonte sie noch einmal, dass ich wirklich *hier* war. In Liverpool.

Ein langer Weg hierher

Eigentlich hatte ich nie geplant, nach Großbritannien zu reisen. Yoga-Retreats veranstalte ich am liebsten an Orten, die Wärme und Stille ausstrahlen. Bali, Thailand, Costa Rica – das sind meine eigentlichen Happy Places. Aber dann kam diese Idee. Eine Freundin, Sarah, die ich auf einem Meditationskurs kennengelernt habe, stammt aus Liverpool. Sie hatte immer wieder von ihrer Heimatstadt geschwärmt, von der Musik, der Energie, der Herzlichkeit der Menschen. Und dann erzählte sie mir von den Yoga- und Meditationsgruppen, die sich hier gebildet haben – eine kleine, aber feine Community, die nach ganzheitlichen Angeboten suchte. Die Idee, ein Retreat in Liverpool zu veranstalten, fühlte sich anfangs etwas verrückt an. Yoga und britische Pub-Kultur? Das klang nach einer ungewöhnlichen Kombination. Aber je mehr ich darüber nachdachte, desto interessanter wurde es. Ich glaube fest daran, dass Yoga überall praktiziert werden kann, in jeder Umgebung. Und Liverpool, mit seiner rauen Schönheit und seiner reichen Geschichte, schien ein perfekter Ort, um Yoga mit einem ganz besonderen Flair zu verbinden.

Erste Eindrücke

Der Albert Dock ist wirklich beeindruckend. Die alten Lagerhäuser sind wunderschön restauriert und beherbergen jetzt Museen, Galerien und Restaurants. Es herrscht eine lebhafte Atmosphäre, aber es ist nicht so überwältigend wie in manch anderen Großstädten. Ich fühlte mich sofort wohl. Ich hatte ein kleines Hotel in der Nähe der Cathedral gebucht. Die Cathedral selbst ist ein wahres Meisterwerk. Riesig, gotisch, einfach atemberaubend. Ich konnte nicht widerstehen, sie gleich am ersten Tag zu besichtigen. Die hohen Decken, die bunten Glasfenster, die Stille – es war ein Ort der Ruhe und Inspiration. Ich saß eine ganze Weile in einer der Seitenschulen und meditierte.

Die Menschen hier sind wirklich freundlich. Ich hatte ein bisschen Angst, dass sie mich für eine komische Yogalehrerin halten würden, aber sie waren unglaublich offen und neugierig. Selbst der Taxifahrer, ein Mann mit einem beeindruckenden Bart und einem noch beeindruckenderen Akzent, fragte mich nach meiner Arbeit und wünschte mir viel Erfolg mit dem Retreat.

Auf der Suche nach der Community

Ich hatte über Sarah Kontakt zu einigen lokalen Yoga- und Meditationsgruppen aufgenommen. Sie hatten mir angeboten, an ihren Kursen teilzunehmen und die Lehrer kennenzulernen. Ich war gespannt, wie meine Art von Yoga, die sich auf Achtsamkeit und Selbstmitgefühl konzentriert, bei ihnen ankommen würde.
Am Nachmittag ging ich zu einem Workshop über achtsames Essen. Es war eine kleine Gruppe, aber die Atmosphäre war warm und einladend. Die Teilnehmer waren alle sehr interessiert und stellten viele Fragen. Ich konnte spüren, dass hier eine echte Gemeinschaft existiert, die nach Möglichkeiten sucht, sich zu vernetzen und gemeinsam zu wachsen.

Ich erzählte ihnen von meiner Idee für das Retreat, von meiner Vision, Yoga mit der Energie Liverpools zu verbinden. Sie waren begeistert und boten mir ihre Unterstützung an. Ich fühlte mich unglaublich dankbar.

Sarah hatte mir noch einen Tipp gegeben: „Geh unbedingt in einen der alten Pubs und bestell ein Pint Guinness. Das gehört einfach dazu.“ Ich lächelte. Das würde ich tun. Aber erst nach dem Workshop. Jetzt wollte ich mich voll und ganz auf die Menschen konzentrieren, die hier waren. Denn ich ahnte, dass sie der Schlüssel zu einem erfolgreichen Retreat sein würden. Und ich war bereit, von ihnen zu lernen, mich inspirieren zu lassen und gemeinsam etwas Besonderes zu schaffen. Die Energie dieser Stadt war ansteckend, und ich spürte, dass dies eine Reise werden würde, die mich verändern würde – nicht nur als Yogalehrerin, sondern auch als Mensch.Ich lächelte. Das würde ich tun. Aber erst nach dem Workshop. Jetzt wollte ich mich voll und ganz auf die Menschen konzentrieren, die hier waren. Denn ich ahnte, dass sie der Schlüssel zu einem erfolgreichen Retreat sein würden. Und ich war bereit, von ihnen zu lernen, mich inspirieren zu lassen und gemeinsam etwas Besonderes zu schaffen. Die Energie dieser Stadt war ansteckend, und ich spürte, dass dies eine Reise werden würde, die mich verändern würde – nicht nur als Yogalehrerin, sondern auch als Mensch.

Ein Pint Guinness und mehr

Sarah hatte Recht. Am Abend landete ich tatsächlich in einem Pub, einem richtig alten, mit dunklem Holz und einem leichten Geruch nach Bier und Geschichte. "The Philharmonic", nannte sich das Ding. Es war überraschend gemütlich, trotz der Größe. Ich bestellte ein Guinness, wie geraten, und es schmeckte…nun ja, nach Guinness. Nicht mein Lieblingsbier, aber es passte zur Atmosphäre.

Dort traf ich auf einige der Mitglieder der Yoga-Community. Eine Frau namens Eleanor, die einen wunderschönen Akzent hatte und sich als "leidenschaftliche Yogini und heimliche Autorin" vorstellte, erzählte mir von den Herausforderungen, Yoga in einer Stadt wie Liverpool zu leben. "Die Leute sind hier pragmatischer," sagte sie lachend. "Sie wollen Ergebnisse sehen, keine esoterische Spiritualität." Das war ein guter Hinweis. Ich musste meine Herangehensweise vielleicht anpassen.

Die farbenfrohe Baltic Triangle

Am nächsten Tag erkundete ich das Baltic Triangle. Wow. Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas in Liverpool gibt. Von den roten Backsteingebäuden der alten Lagerhäuser bis zu den riesigen Wandmalereien – es war ein Fest für die Augen. Ein bisschen wie ein riesiges Freiluftmuseum für Street Art.

Ich entdeckte kleine Cafés, Vintage-Läden und coole Bars. Hier fühlte ich mich sofort wohl. Es war ein bisschen wie Berlin, nur mit mehr britischem Charme. Ich stellte mir vor, wie es wäre, Yoga-Sessions inmitten dieser urbanen Umgebung zu veranstalten. Eine sanfte Vinyasa-Sequenz vor dem Hintergrund eines riesigen Wandgemäldes? Ja, das könnte funktionieren.

Pannen und Überraschungen am Mathew Street

Natürlich durfte ein Besuch der Mathew Street nicht fehlen. Als Beatles-Fan war das fast schon Pflicht. Aber oh je. Es war *voll*. Touristen, Straßenmusiker, Souvenirshops – ein einziger Trubel. Ich versuchte, ein paar Fotos zu machen, aber es war unmöglich. Ich stolperte fast über eine Gruppe von Junggesellen, die laut "Yellow Submarine" sangen.

Ich war kurz davor, aufzugeben, als ich in einer kleinen Seitenstraße einen versteckten Jazzclub entdeckte. "The Cavern Club", wie sich herausstellte. Hier, in den gleichen Räumen, in denen einst die Beatles spielten, herrschte eine ganz andere Atmosphäre. Ruhig, intim, authentisch. Ich setzte mich an die Bar und bestellte einen Tee. Es war genau das, was ich brauchte.

Der Barkeeper, ein älterer Mann mit freundlichen Augen, erzählte mir Geschichten über die guten alten Zeiten. Er hatte die Beatles persönlich erlebt und erzählte mir, wie sie hier alles angefangen hatten.

Eine neue Perspektive

Ich begann, Liverpool mit anderen Augen zu sehen. Es war nicht nur eine Stadt mit einer reichen musikalischen Vergangenheit, sondern auch ein Ort der Kreativität, der Vielfalt und der Herzlichkeit. Die Menschen hier waren stolz auf ihre Stadt und bereit, sie mit anderen zu teilen. Ich spürte, dass ich hier etwas Besonderes schaffen konnte, etwas, das Yoga mit der Seele Liverpools verbindet. Die anfängliche Skepsis war verschwunden, und ich fühlte mich voller Energie und Inspiration. Und mit jedem Tag, den ich in dieser Stadt verbrachte, wuchs die Gewissheit, dass ich am richtigen Ort war, um nicht nur ein Retreat zu veranstalten, sondern auch, um mich selbst neu zu entdecken – in einem Kontext, der so überraschend und erfrischend war, dass ich nun gespannt auf alles wartete, was noch kommen würde.

Die Tage vergingen wie im Flug. Ich hatte mich gut eingelebt, hatte meine kleinen Routinen gefunden: Morgens Yoga am Ufer des Mersey, ein starker Tee in einem der vielen Cafés, abends ein Gespräch mit Sarah oder einem der Yogalehrer, die ich kennengelernt hatte. Liverpool hatte mich überrascht. Es war rau und ehrlich, aber auch warmherzig und kreativ. Es war nicht die perfekte Kulisse für ein Wellness-Retreat im klassischen Sinne, aber gerade das machte es so besonders.

Der Zauber der Gegensätze

Ich merkte, dass ich die Mischung aus urbanem Chaos und ruhiger Kontemplation liebte. Das Gefühl, inmitten der Stadt einen Moment der Stille finden zu können, war unglaublich wertvoll. Ich hatte das Retreat so konzipiert, dass es diese Gegensätze widerspiegelte. Wir praktizierten Yoga in einem alten Lagerhaus mit Blick auf den Fluss, machten Meditationswanderungen durch den Sefton Park und besuchten Konzerte in kleinen Jazzclubs.

Die Community wächst

Das Retreat war ausgebucht. Die Teilnehmer kamen aus ganz Großbritannien und sogar aus dem Ausland. Es war eine bunte Mischung aus Menschen jeden Alters und jeder Herkunft. Einige waren erfahrene Yogis, andere absolute Anfänger. Alle waren offen und neugierig und bereit, sich auf etwas Neues einzulassen.

Die Atmosphäre war unglaublich herzlich. Wir lachten viel, teilten unsere Geschichten und unterstützten uns gegenseitig. Ich spürte, dass hier eine echte Gemeinschaft entstanden war. Das war mehr, als ich mir je erhofft hatte. Es war nicht nur ein Yoga-Retreat, sondern ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Transformation.

Ein besonderes Erlebnis: Yoga am Strand

Ein Highlight des Retreats war eine Yoga-Session am Strand von Formby. Es war ein kalter, windiger Tag, aber die Energie war unglaublich. Wir praktizierten Yoga inmitten der Dünen, umgeben von der rauen Schönheit der Nordsee. Es war ein magischer Moment, den ich nie vergessen werde.

Was Liverpool zu bieten hat

Ich habe in den letzten Tagen noch ein paar Orte entdeckt, die ich unbedingt empfehlen möchte. Das Baltic Triangle ist ein Muss für alle, die sich für Street Art und alternative Kultur interessieren. Die Wandmalereien sind einfach atemberaubend. Und der Tate Liverpool ist ein großartiges Museum für moderne Kunst. Aber auch einfach nur durch die Straßen zu schlendern und die Atmosphäre aufzusaugen, ist ein Erlebnis.

Meine drei Tipps für Liverpool

Wenn du nach Liverpool reist, hier sind meine drei Tipps:

1. Erkunde das Baltic Triangle. Die Street Art ist einfach unglaublich.

2. Besuche einen Jazzclub. Liverpool hat eine lebendige Jazzszene.

3. Mache einen Spaziergang am Mersey. Die Aussicht ist fantastisch.

Ich bin dankbar für diese Erfahrung. Liverpool hat mich verändert. Es hat mir gezeigt, dass Yoga überall praktiziert werden kann, in jeder Umgebung. Und dass es gerade in den Gegensätzen liegt, die das Leben so spannend machen. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen.

    👤 Alleinreisender digitaler Nomade um die 30 ✍️ humorvoll und ironisch