Europa - Österreich - Zell am See

Reisebericht Europa - Österreich - Zell am See

Der Geruch von feuchtem Asphalt und süßen Krapfen hing in der Luft, als ich aus dem Bus in Zell am See stolperte. Es war so ein typischer Nachmittag, der irgendwie nach Abenteuer roch – und nach Müdigkeit, ehrlich gesagt. Stundenlange Busfahrt hinter mir, der Rucksack fühlte sich an, als hätte er eine eigene Schwerkraft entwickelt. Aber egal, ich war da. Endlich.

Backpacking mit System

Ich bin Max, 20 Jahre alt und irgendwie zwischen Abitur und dem „was mache ich jetzt eigentlich“ gefangen. Die Antwort bisher: Backpacking durch Europa, finanziert durch Workaways. Das ist so eine Art Jobtausch: Du arbeitest ein paar Stunden am Tag, meist auf Bauernhöfen oder in Hostels, und bekommst dafür Unterkunft und Verpflegung. Spart Kohle und man lernt Leute kennen – viel besser als nur rumzusitzen. Österreich stand schon lange auf meiner Liste, Zell am See besonders. Die Fotos von dem See, umgeben von Bergen… einfach unwiderstehlich. Und es war günstig zu erreichen, das war wichtig. Ich hatte nur knapp 800 Euro für den gesamten Trip eingeplant, das heißt, ich musste kreativ sein.

Ankunft in Zell am See

Zell am See selbst war kleiner, als ich erwartet hatte, aber unglaublich charmant. Die alten Häuser mit ihren bunten Fassaden, die kleinen Gassen… es sah aus wie aus einem Bilderbuch. Ich hatte ein Zimmer in einem Hostel gebucht, das „Old Stone“. War nicht das luxuriöseste, aber sauber und zentral gelegen. Die Besitzerin, eine ältere Dame namens Frau Huber, war total nett und hat mir gleich einen Kaffee angeboten. Während ich meinen Kaffee trank, erzählte sie mir, dass heute ein traditionelles Dorffest stattfindet.

Das Dorffest

Das Dorffest war… laut. Im positiven Sinne. Es gab Musik, Essen, Trinken und jede Menge Leute. Ich probierte Kaiserschmarrn (unglaublich lecker!) und einen lokalen Apfelwein. Die Stimmung war ausgelassen und ich fühlte mich sofort wohl. Irgendwann kam ein älterer Mann auf mich zu und fragte, ob ich mit ihm eine Runde „Jass“, ein traditionelles Kartenspiel, spielen wolle. Ich hatte keine Ahnung, wie das geht, aber er erklärte es mir geduldig. Ich verlor natürlich haushoch, aber es war trotzdem lustig.

Mein Workaway-Job

Mein Workaway-Job war auf einem kleinen Bio-Bauernhof etwas außerhalb von Zell am See. Der Bauer, Herr Berger, war ein echter Original. Ein stämmiger Mann mit wettergegerbter Haut und einem verschmitzten Lächeln. Ich half ihm bei der Ernte, fütterte die Tiere und half ihm bei der Herstellung von Käse. Die Arbeit war hart, aber erfüllend. Ich lernte viel über Landwirtschaft und die Natur. Und der selbstgemachte Käse war einfach unschlagbar.

Die Umgebung erkunden

In meiner Freizeit erkundete ich die Umgebung. Ich wanderte durch die Berge, schwamm im See und besuchte die nahegelegene Großglockner Hochalpenstraße. Die Landschaft war atemberaubend. Überall sahen Sie schneebedeckte Gipfel, grüne Täler und kristallklare Seen. Ich fotografierte wie ein Verrückter, versuchte, die Schönheit einzufangen, aber das ist unmöglich. Man muss es einfach selbst erleben.

Erste Begegnungen

Ich traf viele interessante Leute. Andere Backpacker, Einheimische, Wanderer… Jeder hatte seine eigene Geschichte. Ich lernte, dass die Welt voller Menschen ist, die bereit sind, dir zu helfen, wenn du sie brauchst. Und dass es immer etwas Neues zu lernen gibt.
Nach ein paar Tagen in Zell am See fühlte ich mich wie zu Hause. Es war ein Ort, an dem ich mich entspannen, neue Energie tanken und die Schönheit der Natur genießen konnte. Aber ich wusste auch, dass meine Reise noch lange nicht zu Ende war. Ich hatte noch viele andere Orte zu erkunden, viele andere Menschen kennenzulernen und viele andere Abenteuer zu erleben. Und so packte ich meinen Rucksack wieder und machte mich bereit für den nächsten Abschnitt meiner Reise, während die majestätischen Berge von Zell am See mich noch lange begleiteten.

Abseits der Touristenpfade

Der Abschied von Herrn Berger fiel schwer. Er hatte mir nicht nur gezeigt, wie man Käse herstellt, sondern auch, wie man das Leben im Einklang mit der Natur genießen kann. Ich verabschiedete mich mit einem selbstgemachten Brot und einem Versprechen, wiederzukommen. Mein nächstes Ziel war nicht ein bestimmter Ort, sondern eher ein Gefühl – ich wollte die „echte“ Seite von Zell am See entdecken, abseits der Postkartenmotive.

Der Stadtpark und die alten Fischer

Ich stolperte über den Stadtpark, der viel ruhiger war als das belebte Zentrum. Hier saßen alte Männer auf Bänken und spielten Schach, während Kinder im Sand spielten. Ich setzte mich neben einen älteren Herrn, der offensichtlich ein begeisterter Fischer war. Er erzählte mir Geschichten von seinen Jugendjahren, als der See noch viel wilder war und die Fische riesig. Er zeigte mir Fotos von seinen größten Fängen, die er stolz in einem alten Album aufbewahrte. Es war ein schöner Moment der Ruhe und Authentizität.

Die Schmiedegasse

Die Schmiedegasse war ein verstecktes Juwel. Eine kleine Gasse mit alten Handwerksbetrieben. Ich entdeckte eine winzige Schmiede, in der ein alter Mann kunstvolle Eisenarbeiten herstellte. Er erklärte mir geduldig die verschiedenen Techniken und zeigte mir seine neuesten Kreationen. Ich kaufte ihm einen kleinen, handgeschmiedeten Schlüsselanhänger als Andenken. Es war faszinierend zu sehen, wie er mit so viel Leidenschaft und Können arbeitete.

Pannentour zum Kapruner Stausee

Ich beschloss, den Kapruner Stausee zu besuchen. Ich wollte wandern und die Aussicht genießen. Leider hatte ich meine Wanderkarte im Hostel vergessen. Ich verließ mich auf mein Handy und die Google Maps-Navigation. Das war ein Fehler. Irgendwann führte mich die App auf einen kaum befestigten Pfad, der steil bergauf führte. Nach einer Stunde anstrengenden Gehens stellte ich fest, dass ich mich total verirrt hatte. Ich war umgeben von dichtem Wald und hatte keine Ahnung, wie ich zurückkommen sollte. Zum Glück traf ich einen freundlichen Wanderer, der mir den richtigen Weg zeigte. Es war eine kleine Panne, aber ich lernte daraus: Eine Wanderkarte ist unverzichtbar!

Kulinarische Entdeckungen am Marktplatz

Der Marktplatz war ein Paradies für Feinschmecker. Hier gab es lokale Spezialitäten, frisches Obst und Gemüse, Käse, Wurst und vieles mehr. Ich probierte verschiedene Sorten Käse und Wurst, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Ich kaufte mir ein paar frische Äpfel und Birnen, die unglaublich süß und saftig waren. Ich unterhielt mich mit den Händlern, die mir stolz ihre Produkte präsentierten. Es war ein Fest für die Sinne.

Abschied von Zell am See

Die Zeit in Zell am See verging wie im Flug. Ich hatte nicht nur die wunderschöne Landschaft und die charmante Stadt kennengelernt, sondern auch viele interessante Menschen getroffen und unvergessliche Momente erlebt. Zell am See war ein Ort, an dem ich mich geborgen, frei und glücklich fühlen konnte. Während ich meinen Rucksack packte, wusste ich, dass ich diesen Ort nie vergessen würde, und dass ein Teil von mir immer noch hier sein würde, inmitten der Berge und Seen, bereit für das nächste Abenteuer.

Der Abschied vom kleinen Bio-Bauernhof war irgendwie schwer. Herr Berger stand mit einem breiten Grinsen am Tor und winkte, bis ich außer Sichtweite war. Ich hatte in den zwei Wochen nicht nur gelernt, wie man Käse macht, sondern auch, dass Glück oft in den einfachen Dingen liegt. Ich hatte mich wirklich in die Ruhe und die Ehrlichkeit dieser Gegend verliebt.


Rückblick und Erkenntnisse

Zell am See war mehr als nur ein schöner Ort. Es war ein Ort, der mich herausgefordert, inspiriert und verändert hat. Ich habe gelernt, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Ein Dach über dem Kopf, gutes Essen und nette Menschen reichen oft schon aus. Ich habe gelernt, dass man sich nicht scheuen sollte, neue Leute kennenzulernen und sich auf das Unbekannte einzulassen. Und ich habe gelernt, dass man manchmal einfach loslassen und den Moment genießen sollte.


Die kleinen Dinge zählen

Es waren nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die mir am meisten in Erinnerung geblieben sind, sondern die kleinen Momente. Das Gespräch mit dem alten Fischer am Stadtpark, der Geruch von frisch gebackenem Brot auf dem Marktplatz, das Lachen der Kinder beim Spielen im Sand. Diese Momente haben mich daran erinnert, dass das Leben aus vielen kleinen Dingen besteht, die es wert sind, genossen zu werden.


Meine Tipps für Zell am See

Wenn du nach Zell am See reist, hier sind ein paar Tipps, die ich dir geben möchte:


Abseits der Touristenpfade

Verlasse die ausgetretenen Pfade und entdecke die versteckten Juwelen der Region. Wandere durch die Berge, besuche die kleinen Dörfer und lerne die Einheimischen kennen. Du wirst überrascht sein, was du alles entdecken kannst.


Kulinarische Entdeckungen

Probiere die lokalen Spezialitäten. Zell am See ist ein Paradies für Feinschmecker. Es gibt viele Restaurants und Cafés, in denen du regionale Gerichte genießen kannst. Aber vergiss nicht, auch den Marktplatz zu besuchen und dich von den lokalen Produkten inspirieren zu lassen.


Nimm dir Zeit

Nimm dir Zeit, um die Schönheit der Natur zu genießen. Wandere, schwimme, fahre Rad oder mache einfach einen Spaziergang am See. Lass die Seele baumeln und genieße den Moment. Zell am See ist ein Ort, an dem man dem Alltag entfliehen und neue Energie tanken kann.


Ich bin gespannt, wohin mich meine Reise noch führen wird. Aber ich weiß, dass ich Zell am See nie vergessen werde. Es wird immer ein besonderer Ort in meinem Herzen bleiben. Ich habe das Gefühl, dass ich hier nicht nur einen wunderschönen Ort entdeckt, sondern auch ein Stück von mir selbst gefunden habe.


    👤 Abenteuersuchender Alleinreisender (28), Fokus auf Extremsportarten und abgelegene Orte ✍️ fachkundig und expertenwissen