Reisebericht Europa - Frankreich - Marseille
Warum eigentlich Marseille?
Es fing alles mit einem Artikel über die Tierwelt im Mittelmeer an. Delfine, Wale, sogar Mönchsrobben – das wusste ich gar nicht! Sarah und ich sind beide total verrückt nach Meeressäugern, und plötzlich war Marseille mehr als nur ein Urlaubsziel. Es war eine neue Art von Safari, nur eben unter Wasser. Wir hatten uns entschieden, ein paar Tage zu bleiben, die Stadt zu erkunden und dann eine Bootstour zu machen, um hoffentlich ein paar dieser faszinierenden Tiere zu sehen. Ich hatte mir extra eine Unterwasserkamera besorgt, falls sich die Gelegenheit bieten würde.Der erste Eindruck
Die Stadt war… chaotisch. Aber auf eine irgendwie charmante Art und Weise. Überall Mopeds, die klingelten, Leute, die laut diskutierten, und ein buntes Durcheinander von Gerüchen. Ich bin ja eher der Ordnungsliebende, aber hier konnte ich mich einfach treiben lassen. Wir hatten ein kleines Hotel in der Nähe des Vieux Port gebucht, dem alten Hafen. Von unserem Balkon aus hatten wir einen tollen Blick auf die Boote und die Menschen. Der Hafen war voller Leben. Fischer, die ihre Fänge anboten, Touristen, die Fotos machten, und Segler, die ihre Boote vorbereiteten. Ich konnte mich kaum sattsehen. Es war so anders als die Ruhe und Weite der Savanne. Hier war alles auf engstem Raum konzentriert. Ich entdeckte einen kleinen Stand, an dem Bouillabaisse verkauft wurde, die berühmte Fischsuppe aus Marseille. Sarah und ich mussten natürlich sofort probieren. Es war unglaublich lecker, warm und würzig. Ich glaube, ich könnte mich glücklich schlagen, wenn ich jeden Tag Bouillabaisse essen könnte.Ein bisschen Hintergrund
Ich bin eigentlich Biologe von Beruf. Ich forsche über das Verhalten von Großkatzen in Afrika. Das ist mein Leben, meine Leidenschaft. Sarah ist Tierärztin und arbeitet in einer Wildtierauffangstation. Wir haben uns vor fünf Jahren kennengelernt, auf einer Konferenz über Wildtierforschung. Wir beide teilen die Liebe zu Tieren und zur Natur. Wir sind schon viel gereist, aber meistens ging es in entlegene Gebiete, weit weg von Zivilisation. Das war uns wichtig, um die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können. Aber dieses Mal wollten wir etwas anderes ausprobieren. Wir wollten eine Stadt erkunden, die Kultur genießen und uns einfach mal treiben lassen. Und Marseille schien der perfekte Ort dafür zu sein.Erste Erkundungen
Nach dem Mittagessen machten wir einen Spaziergang durch die Altstadt, Le Panier. Es war ein Labyrinth aus engen Gassen und bunten Häusern. Überall kleine Geschäfte, Cafés und Galerien. Wir entdeckten einen kleinen Laden, der handgefertigte Keramik verkaufte. Sarah kaufte eine wunderschöne Schale, die sie als Erinnerung an Marseille mit nach Hause nehmen wollte. Wir gingen auch zur Kathedrale La Major, einem beeindruckenden Bauwerk im byzantinischen Stil. Die Aussicht von dort oben war fantastisch. Man konnte den gesamten Hafen und die Stadt überblicken. Am Abend gingen wir in ein kleines Restaurant in der Altstadt und aßen Meeresfrüchte. Es war ein perfekter Tag. Wir hatten uns vorgenommen, die nächsten Tage damit zu verbringen, die Stadt zu erkunden und dann eine Bootstour zu machen, um hoffentlich ein paar der Meeressäuger zu sehen, die im Mittelmeer leben. Ich war gespannt, wie sich diese "Safari" im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen schlagen würde, und freute mich darauf, herauszufinden, welche Überraschungen Marseille noch für uns bereithielt.Auf den Spuren der Geschichte: Le Château d’If
Am nächsten Morgen beschlossen wir, das Château d’If zu besuchen, die berühmte Inselburg, die als Kulisse für Alexandre Dumas’ Roman „Der Graf von Monte Christo“ diente. Die Bootsfahrt dorthin war schon ein Erlebnis für sich. Der Wind pfiff uns um die Ohren, und das Wasser spritzte hoch. Ich beobachtete ein paar Möwen, die elegant über die Wellen glitten. Irgendwie erinnerten sie mich an die Geier in der afrikanischen Savanne, nur eben mit mehr Charme. Die Burg selbst war beeindruckend. Eine massive Festung, die aus dem Meer ragte. Es war faszinierend, durch die dunklen Gänge und Zellen zu wandern und sich vorzustellen, wie das Leben für die Gefangenen hier ausgesehen haben muss. Sarah war total begeistert, sie ist ein großer Fan von historischen Romanen. Ich war eher an den Möwen interessiert, die auf den Mauern nisteten.Ein kleiner Zwischenfall
Bei der Besichtigung der Burg passierte uns dann ein kleiner Zwischenfall. Ich wollte ein Foto von einer besonders frechen Möwe machen, die mir fast die Kamera aus der Hand picken wollte, und stolperte über einen losen Stein. Zum Glück konnte Sarah mich auffangen, aber ich landete trotzdem auf dem Hintern. Das war peinlich, aber wir konnten beide darüber lachen.Noailles und der Duft der Gewürze
Am Nachmittag erkundeten wir das Viertel Noailles, das als das arabische Viertel von Marseille gilt. Es war ein komplett anderes Erlebnis als die Altstadt oder die Burg. Überall kleine Läden mit Gewürzen, Stoffen, Obst und Gemüse. Der Duft war unglaublich intensiv und exotisch. Ich fühlte mich wie auf einem Markt in Marrakesch. Sarah kaufte einen wunderschönen Schal aus Seide, und ich probierte verschiedene Gewürze.Das Vallon des Auffes: Ein Hauch von Fischerdorf
Eines Abends suchten wir uns ein Restaurant im Vallon des Auffes, einem kleinen, malerischen Fischerdorf nördlich des Vieux Port. Es war ein verstecktes Juwel, mit bunten Häusern, kleinen Booten und einem entspannten Flair. Das Restaurant lag direkt am Hafen, und wir konnten den Fischern zusehen, wie sie ihre Fänge anlandeten. Wir bestellten eine Bouillabaisse, natürlich. Und diesmal war sie noch besser als am ersten Tag. Dazu tranken wir einen trockenen Weißwein aus der Provence. Es war ein perfekter Abend. Ich saß da und dachte, dass ich mir glücklich schlagen konnte. Auch wenn es kein Löwe oder Elefant war, das hier war eine ganz andere Art von Schönheit. Eine, die man mit allen Sinnen erleben konnte. Wir sahen ein paar Kormorane, die auf den Pfählen saßen und auf einen Happen warteten, und ich dachte wieder an meine Safari-Erlebnisse. Tiere waren überall, auch hier in Marseille. Nur eben in einer anderen Form. Nach ein paar Tagen in Marseille hatten wir das Gefühl, die Stadt gut kennengelernt zu haben. Wir hatten die Geschichte, die Kultur und die Lebensart der Menschen hier genossen. Und wir waren gespannt darauf, was die bevorstehende Bootstour noch für uns bereithalten würde, denn ich hatte das Gefühl, dass uns noch einige interessante Begegnungen bevorstanden.Am nächsten Morgen war es endlich soweit: die Bootstour, auf die wir so gespannt waren. Wir hatten eine Tour gebucht, die sich auf die Beobachtung von Meeressäugern konzentrierte. Ich hatte meine Unterwasserkamera poliert und war voller Vorfreude. Als wir aus dem Hafen ausliefen, spürte ich den Wind in meinem Gesicht und roch das Salz im Haar. Es war ein tolles Gefühl.
Auf der Suche nach den Giganten der See
Nach einer guten Stunde Fahrt erreichten wir ein Gebiet, in dem regelmäßig Delfine gesichtet wurden. Und tatsächlich, kurz darauf sahen wir die ersten Sprünge. Eine Gruppe von Großen Tümmlern spielte mit den Wellen und sprang elegant aus dem Wasser. Es war ein unglaubliches Schauspiel. Ich schnappte meine Kamera und versuchte, so viele Fotos und Videos wie möglich zu machen. Die Delfine schienen sich an unserem Boot zu erfreuen und begleiteten uns eine ganze Weile.
Später suchten wir nach Walen. Wir hatten gehört, dass im Mittelmeer gelegentlich auch Wale gesichtet werden können. Leider hatten wir an diesem Tag kein Glück. Aber selbst ohne Wale war die Tour ein voller Erfolg. Die Delfine hatten uns mehr als genug Freude bereitet.
Ein ruhigerer Hafen
Nach der aufregenden Bootstour brauchten wir etwas Ruhe. Wir entschieden uns, einen Spaziergang entlang des Vieux Port zu machen und das bunte Treiben zu beobachten. Wir setzten uns in ein Café und bestellten einen Kaffee. Ich beobachtete die Fischer, die ihre Netze flickten, und die Touristen, die Fotos machten. Es war ein entspannter Moment.
Am Abend gingen wir noch in ein kleines Restaurant in der Nähe unseres Hotels. Wir bestellten Meeresfrüchte und tranken einen lokalen Wein. Es war ein perfekter Abschluss für einen schönen Tag.
Fazit: Marseille, du hast mich überrascht!
Marseille war für mich eine echte Überraschung. Ich bin ja eher der Typ für Wildnis und Natur, aber auch eine Stadt wie Marseille hat ihren Reiz. Die Mischung aus Geschichte, Kultur und Natur ist einfach faszinierend. Und die Menschen hier sind unglaublich freundlich und gastfreundlich.
Ich bin froh, dass Sarah mich zu diesem Urlaub überredet hat. Es war eine willkommene Abwechslung vom afrikanischen Busch, und ich habe viele neue Eindrücke gewonnen. Ich glaube, ich werde noch oft an Marseille denken, wenn ich wieder auf Safari bin. Vielleicht komme ich ja eines Tages wieder zurück, um die Stadt noch einmal zu erkunden.
Marseille ist nicht nur ein Ort für Sonnenanbeter und Kulturinteressierte. Auch Tierliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Die Möglichkeit, Meeressäuger in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, ist einfach einzigartig.
Für alle, die eine andere Art von Safari suchen, kann ich Marseille nur empfehlen. Es ist ein Urlaubsziel, das man nicht so schnell vergisst.