Asien - Thailand - Chiang Mai

Reisebericht Asien - Thailand - Chiang Mai

Der Duft von frittiertem Essen und Jasmin hing in der feuchten Luft, vermischt mit dem leisen Brummen der Tuk-Tuks. Ich stand am Flughafen Chiang Mai, die Hitze schlug mir sofort ins Gesicht, und lächelte. Es war anders, als ich es aus den Yoga-Retreats in Costa Rica kannte. Weniger rauschendes Meer, mehr pulsierendes Leben.

Landung in einem grünen Paradies

Nach fast 24 Stunden Reise war ich endlich hier. Eigentlich bin ich ja kein Mensch für lange Flüge, aber dieses Retreat hatte ich mir schon lange vorgenommen. Chiang Mai, das Herz des Lanna-Königreichs, hatte es mir irgendwie angetan. Nicht nur wegen der Tempel und der wunderschönen Landschaft, sondern auch wegen der tief verwurzelten buddhistischen Tradition, die hier so spürbar ist. Ich unterrichte Yoga nun schon seit fast zehn Jahren und habe gemerkt, dass meine Schüler immer mehr nach Authentizität suchen. Nicht nur die Asanas, sondern das Gefühl von innerer Ruhe, die Verbindung zum eigenen Ich – das ist es, was sie wirklich suchen. Und ich glaube, diesen Raum kann ich hier in Chiang Mai besonders gut anbieten.

Ein bisschen Hintergrund

Ich bin eigentlich gelernte Grafikdesignerin. Klingt verrückt, oder? Aber nach ein paar Jahren in einem tristen Bürojob spürte ich eine tiefe Leere. Yoga war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens gewesen, eine Art Anker in stürmischen Zeiten. Also wagte ich den Schritt und machte meine Yogalehrer-Ausbildung. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich liebe es, Menschen auf ihrer Reise zu unterstützen, ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um Stress abzubauen, ihre innere Stärke zu finden und einfach glücklicher zu sein. Die Idee zu diesen Retreats kam mir, als ich selbst in Thailand war. Die Freundlichkeit der Menschen, die spirituelle Atmosphäre, die unglaubliche Natur – es war einfach magisch.

Erste Erkundungen

Nachdem ich mein Gepäck im wunderschönen Boutique-Hotel abgelegt hatte – kleine, charmante Häuschen um einen üppigen Garten herum – ging ich sofort auf Erkundungstour. Die Altstadt von Chiang Mai ist ein Labyrinth aus kleinen Gassen, gesäumt von Tempeln, Märkten und kleinen Cafés. Überall duftete es nach Essen, Gewürzen und Räucherstäbchen. Ich steuerte direkt auf einen kleinen Straßenstand zu und bestellte Pad Thai. Es war das beste Pad Thai, das ich je gegessen hatte – frisch, authentisch und unglaublich lecker. Die Geräusche der Stadt waren allgegenwärtig: das Hupen der Tuk-Tuks, das Geplapper der Menschen, das Läuten der Tempelglocken. Aber es war kein chaotisches Lärmen, sondern eine lebendige Melodie, die mich sofort in ihren Bann zog.

Der Tempelbesuch

Ich besuchte den Wat Chedi Luang, einen beeindruckenden Tempel, dessen Ruinen an eine glorreiche Vergangenheit erinnern. Die riesige Chedi, ein monumentales Stupa, war teilweise zerstört, aber ihre majestätische Präsenz war immer noch überwältigend. Ich setzte mich auf eine Bank und beobachtete die Mönche, die ihre täglichen Rituale vollzogen. Ihre Ruhe und Gelassenheit strahlten eine unglaubliche Energie aus. Es war ein Moment der tiefen inneren Stille, der mich tief berührte.

Am Abend traf ich mich mit meiner lokalen Partnerin, Pim. Sie ist eine Yogalehrerin und Expertin für traditionelle thailändische Medizin. Wir gingen zusammen auf den Nachtmarkt, der ein wahres Paradies für Souvenirjäger und Feinschmecker ist. Überall gab es handgefertigten Schmuck, bunte Stoffe, Holzschnitzereien und natürlich jede Menge leckeres Essen. Pim erklärte mir die Bedeutung verschiedener traditioneller Rituale und Bräuche. Ihre Leidenschaft für ihre Kultur war ansteckend.

Als ich an diesem Abend in meinem Hotelzimmer saß und in mein Tagebuch schrieb, fühlte ich mich unglaublich dankbar. Dankbar für diese Reise, für die Möglichkeit, meine Leidenschaft mit meiner Arbeit zu verbinden, und für die Begegnungen mit so wunderbaren Menschen. Ich war gespannt darauf, was die nächsten Tage bringen würden, und freute mich darauf, dieses einzigartige Retreat mit meinen Teilnehmern zu teilen. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, und ich spürte, dass wir etwas Besonderes schaffen würden, einen Raum der Transformation und des inneren Wachstums, eingebettet in die Schönheit und Spiritualität Nordthailands.

Die Vorbereitungen und der Duft von Frangipani

Der Morgen danach begann mit dem Duft von Frangipani, der durch mein Fenster wehte. Ich liebe diesen Duft, er ist so süß und ein bisschen betäubend, irgendwie perfekt für den Start in einen neuen Tag. Die Vorbereitungen für das Retreat liefen auf Hochtouren. Pim und ich waren den ganzen Tag beschäftigt, wir holten Yogamatten, Meditationskissen, und stellten sicher, dass der Raum, den wir für die Sessions gemietet hatten – ein kleines, verstecktes Studio mit Blick auf einen Reisfeld – perfekt war. Es war so wichtig für mich, einen Raum zu schaffen, der nicht nur schön aussieht, sondern auch eine besondere Energie hat, einen Ort, an dem man sich sofort wohl und verbunden fühlt.

Der Warorot-Markt und eine kleine Katastrophe

Wir mussten noch eine riesige Menge an frischem Obst für die gesunden Snacks besorgen, die wir während des Retreats anbieten wollten. Also machten wir uns auf den Weg zum Warorot-Markt, auch bekannt als Kad Luang. Dieser Markt ist ein absolutes Chaos im besten Sinne des Wortes! Überall gab es Stände mit exotischen Früchten, Gemüse, Gewürzen, Blumen und natürlich unzählige Menschen. Es war ein unglaubliches Farbenspiel und ein Fest für die Sinne. Ich wollte unbedingt Durian probieren – diese stachelige Frucht, von der alle sagen, dass sie entweder unglaublich lecker oder einfach unerträglich ist. Pim meinte nur grinsend, ich solle mich überraschen lassen. Die ganze Geschichte endete damit, dass ich versuchte, einen riesigen Sack Mangos zu tragen, stolperte und ein Berg von Rambutan über den Boden rollte. Zum Glück halfen mir ein paar freundliche Marktleute, alles aufzusammeln, und wir konnten mit ein paar roten Gesichtern und einem Riesenhaufen Obst weitergehen.

Nimmanhaemin Road und das Café-Hopping

Am Nachmittag erkundeten wir die Nimmanhaemin Road, eine trendige Straße voller Boutiquen, Galerien und Cafés. Ich brauchte dringend einen guten Kaffee und eine Auszeit vom Chaos des Marktes. Die Gegend ist so lebendig und kreativ, mit vielen kleinen, unabhängigen Läden und einer entspannten Atmosphäre. Wir testeten ein paar verschiedene Cafés, jedes schöner und gemütlicher als das nächste. Ich habe mich in ein kleines Café verliebt, das "Rustic & Blue", mit üppigen Pflanzen und einem wunderschönen Innenhof. Dort konnten wir in Ruhe sitzen und unsere To-Do-Liste durchgehen. Es war eine willkommene Abwechslung vom Trubel und eine gute Gelegenheit, uns auf das Retreat zu konzentrieren. Wir beschlossen, einen Workshop zum Thema achtsames Essen in das Programm aufzunehmen – inspiriert von der Schönheit und den Aromen, die uns umgaben.

Die alte Stadtmauer und die erste Teilnehmerin

Am späten Nachmittag machten wir einen Spaziergang entlang der alten Stadtmauer. Es war so friedlich und ruhig dort, weit weg vom Verkehr und dem Lärm der Stadt. Die Überreste der Mauer erinnern an die glorreiche Vergangenheit von Chiang Mai und bieten einen schönen Blick auf die Tempel und die umliegende Landschaft. Dann kam die erste Teilnehmerin an – eine Frau namens Sarah aus England. Sie war etwas nervös, aber auch sehr gespannt auf das Retreat. Ich fühlte mich sofort mit ihr verbunden und wusste, dass wir gemeinsam eine schöne Zeit haben würden. Es war ein gutes Gefühl zu wissen, dass all die Vorbereitungen sich lohnen würden und dass wir bald einen Raum für Wachstum, Heilung und Verbindung schaffen würden. Das Gefühl, jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können, ist unbezahlbar.

Mit diesem Gefühl der Vorfreude und Dankbarkeit blickte ich in die kommenden Tage, wissend, dass dieses Retreat nicht nur eine Reise für meine Teilnehmer sein würde, sondern auch für mich selbst.

Die ersten Tage vergingen wie im Flug. Die Teilnehmer kamen an, jeder mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Erwartungen. Es war wunderschön zu sehen, wie sie sich öffneten, wie die Anspannung von ihren Schultern wich und sie anfingen, die Schönheit um sie herum wahrzunehmen. Wir praktizierten Yoga im Freien, inmitten von Reisfeldern und üppigen Gärten. Die Luft war erfüllt vom Duft von Jasmin und Räucherstäbchen, und das Zwitschern der Vögel untermalte unsere Atemübungen.

Mehr als nur Yoga

Ich hatte mir vorgenommen, mehr als nur Yoga anzubieten. Es ging mir darum, eine tiefe Verbindung zur lokalen Kultur herzustellen. Wir besuchten einen traditionellen Kochkurs, bei dem wir lernten, authentische thailändische Gerichte zuzubereiten. Wir besuchten einen lokalen Markt und kosteten exotische Früchte und Gewürze. Und wir lernten von Pim, unserer lokalen Partnerin, mehr über die buddhistische Philosophie und die Bedeutung von Achtsamkeit.

Ein Moment der Stille am Doi Suthep

Eines der Highlights des Retreats war der Besuch des Doi Suthep Tempels. Die steilen Treppen, die zum Tempel führen, waren eine Herausforderung, aber die Aussicht von oben war atemberaubend. Der Tempel selbst ist ein Meisterwerk der Architektur, mit goldenen Statuen, kunstvollen Verzierungen und einer friedlichen Atmosphäre. Wir verbrachten einige Zeit mit Meditation und Kontemplation, und ich spürte, wie eine tiefe Ruhe in mir einkehrte.

Abschied und Dankbarkeit

Der letzte Tag kam viel zu schnell. Wir trafen uns am Abend zu einem Abschiedsessen in einem kleinen Restaurant am Fluss. Es war ein emotionaler Moment, als wir uns voneinander verabschiedeten. Ich war dankbar für all die Verbindungen, die wir geschaffen hatten, und für die Möglichkeit, diese Erfahrung mit so wunderbaren Menschen zu teilen. Sarah, die Frau aus England, erzählte mir, dass dieses Retreat ihr Leben verändert habe. Sie habe gelernt, sich selbst besser zu akzeptieren und ihre innere Stärke zu finden. Ihre Worte berührten mich tief.

Was ich gelernt habe

Diese Reise nach Chiang Mai hat mir gezeigt, dass Authentizität der Schlüssel zu einem erfüllten Leben ist. Es geht darum, seinen eigenen Weg zu gehen, seinen Leidenschaften zu folgen und sich von der Schönheit der Welt inspirieren zu lassen. Und es geht darum, achtsam zu leben, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein und die kleinen Dinge zu schätzen.

Meine Empfehlungen

Wenn du planst, Chiang Mai zu besuchen, hier ein paar Tipps:

  • Verliere dich in der Altstadt: Erkunde die kleinen Gassen, besuche die Tempel und entdecke die versteckten Schätze.
  • Probiere das Streetfood: Chiang Mai ist ein Paradies für Feinschmecker. Sei mutig und probiere die lokalen Spezialitäten.
  • Nimm dir Zeit für dich selbst: Besuche einen Meditationskurs, gönne dir eine Massage oder verbringe einfach Zeit in der Natur.

Und vergiss nicht, deinen inneren Kompass zu finden und deinen eigenen Weg zu gehen.

    👤 Tierliebhaber (40) der Safaris und Tierbeobachtungen unternimmt ✍️ humorvoll und selbstironisch