Reisebericht Asien - Vereinigte Arabische Emirate - Ras Al Khaimah
Ein bisschen Hintergrund
Ich bin eigentlich kein Mensch für Pauschalreisen. Ich mag es, mich treiben zu lassen, aber eben nicht im Schritttempo einer Reisegruppe. Ich brauche Zeit, um zu beobachten, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Und ich liebe gutes Essen! Die Kombination aus atemberaubender Natur und kulinarischer Entdeckung – das ist es, was mich antreibt. Diese Reise entstand aus einer Mischung aus beruflichem Interesse und dem Bedürfnis, mal wieder aus dem Alltag auszubrechen. Ich hatte das Gefühl, ich stecke fest, brauchte neue Inspiration, neue Bilder, neue Geschichten. Und ich wusste, dass die VAE mehr zu bieten haben als nur glitzernde Wolkenkratzer und Luxus.Die Ankunft und erster Hotel-Eindruck
Das Taxi, ein nagelneuer Lexus, brachte mich in mein Hotel, das Al Hamra Beach Resort. Schon die Fahrt entlang der Küstenstraße war beeindruckend. Das türkisfarbene Meer auf der einen Seite, die majestätischen Berge im Hintergrund. Das Hotel selbst war eine Mischung aus modernem Design und arabischer Architektur. Nicht übertrieben, sondern stilvoll und geschmackvoll. Ich checkte ein und bekam ein Zimmer mit Meerblick. Der Balkon war groß genug, um gemütlich zu sitzen und den Sonnenuntergang zu beobachten.Der erste Eindruck war überwältigend. Die Luft roch nach Salz und Jasmin. Ich war sofort entspannt. Nach dem Auspacken und einer kurzen Erfrischung ging ich auf Erkundungstour. Das Resort war riesig, mit mehreren Pools, Restaurants und Bars. Aber es fügte sich harmonisch in die Landschaft ein. Keine Betonklötze, sondern niedrige Gebäude mit viel Grün und Blick auf das Meer.
Erste kulinarische Eindrücke
Hunger hatte ich natürlich auch. Ich entschied mich für das Restaurant "Seafood Grill", das direkt am Strand lag. Dort gab es frischen Fisch und Meeresfrüchte, die auf dem Grill zubereitet wurden. Ich bestellte gegrillte Garnelen mit Reis und Salat. Einfach, aber unglaublich lecker. Der Service war freundlich und aufmerksam. Und das Ambiente war perfekt. Sanfte Musik, das Rauschen des Meeres, der Duft von gegrilltem Fisch. Ich saß dort eine ganze Weile und genoss einfach den Moment.
Später am Abend wagte ich mich in die Hotelbar, um einen lokalen Drink zu probieren. Ich bekam einen "Dallah" – starker arabischer Kaffee, der in einem traditionellen Gefäß serviert wurde. Der Geschmack war intensiv und würzig. Ich unterhielt mich mit dem Barkeeper, einem freundlichen Mann aus Syrien, der mir viel über die lokale Kultur erzählte.
Aufbruch in die Wüste
Am nächsten Morgen stand eine Wüstensafari auf dem Programm. Ich hatte mich für eine kleine Gruppe entschieden, um nicht im Touristenstrom zu verschwinden. Unser Guide, ein erfahrener Beduine, holte uns mit einem Geländewagen ab. Die Fahrt durch die Wüste war ein unvergessliches Erlebnis. Die Sanddünen erstreckten sich bis zum Horizont. Die Sonne brannte heiß, aber der Wind sorgte für Abkühlung. Wir hielten an verschiedenen Stellen an, um Fotos zu machen und die Landschaft zu genießen.
Wir besuchten auch ein kleines Beduinenlager, wo wir traditionelles Essen und arabische Musik genossen. Es war ein authentisches Erlebnis, das mir einen Einblick in das Leben der Menschen in der Wüste gab.
Die kommenden Tage würden sich zeigen, ob ich die atemberaubenden Bilder einfangen kann, die ich mir vorgenommen hatte, aber schon jetzt spürte ich, dass diese Reise mehr als nur eine Fotoreise werden würde – eine Reise der Sinne, eine Reise der Begegnungen und eine Reise, die mich nachhaltig prägen würde. Und ich war gespannt darauf, welche kulinarischen Genüsse und landschaftlichen Highlights noch auf mich warteten.
Old Town Ras Al Khaimah – Ein Hauch von Authentizität
Nach dem Sand und der Weite der Wüste sehnte ich mich nach etwas anderem. Nach Leben, nach Geräuschen, nach dem Puls einer Stadt. Also beschloss ich, die Old Town von Ras Al Khaimah zu erkunden. Ein Kontrastprogramm zur modernen Hotelwelt. Ich hatte gelesen, dass es dort noch traditionelle Souks und Häuser aus Korallenstein gibt.Die Fahrt dorthin führte mich durch eine Landschaft, die sich langsam veränderte. Von den Sanddünen ging es zu grüneren Gebieten über, vorbei an Dattelpalmen und kleinen Bauernhöfen. Die Old Town lag am Ufer eines Khors – einer Art Lagune. Die Häuser waren eng aneinandergereiht, die Gassen verwinkelt und eng. Es roch nach Gewürzen, Räucherwerk und frischem Brot. Ein ganz anderes Gefühl als im sterilen Hotelresort.
Ich verbrachte Stunden damit, durch die Souks zu schlendern, die Handwerker bei der Arbeit zu beobachten und mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Ich kaufte ein paar Gewürze, eine handgemachte Keramikschale und eine kleine Holzschnitzerei. Aber viel wichtiger war mir der Austausch mit den Menschen. Ihre Geschichten, ihre Lebensweise, ihre Gastfreundschaft. Ein älterer Mann bot mir einen starken arabischen Tee an und erzählte mir von früher, als die Stadt noch ein wichtiger Handelsposten war. Es war ein authentisches Erlebnis, das mir einen tiefen Einblick in die lokale Kultur gab.
Ein kulinarisches Intermezzo – Street Food und Datteln
Natürlich durfte auch das Essen nicht zu kurz kommen. In der Old Town gab es zahlreiche kleine Restaurants und Imbissstände, die lokale Spezialitäten anboten. Ich probierte verschiedene Arten von gegrilltem Fleisch, arabische Salate und natürlich Datteln in allen Variationen. Die Datteln waren einfach unglaublich lecker, süß und saftig. Ich hatte noch nie so gute Datteln gegessen.
Bei einem der Imbissstände gab es aber eine kleine Panne. Ich hatte ein Gericht bestellt, von dem ich dachte, es sei mild gewürzt. Aber es stellte sich heraus, dass es unglaublich scharf war! Meine Zunge brannte, meine Augen tränten. Aber die Einheimischen lachten und brachten mir sofort ein Glas Joghurt, um das Feuer zu löschen. Es war eine lustige Situation, die mir gezeigt hat, wie offen und freundlich die Menschen hier sind.
Jazirat Al Hamra – Eine verlassene Geisterstadt
Ein weiteres Highlight meiner Reise war der Besuch von Jazirat Al Hamra, einer verlassenen Stadt am Meer. Jahrelang war die Stadt verlassen, nachdem die Ölförderung zum Erliegen gekommen war. Die Häuser waren zerfallen, die Straßen von Sand bedeckt. Es war wie eine Geisterstadt, ein Ort, der von der Vergangenheit durchdrungen war.
Ich konnte stundenlang durch die verlassenen Straßen schlendern und die Atmosphäre aufsaugen. Es war ein unheimliches, aber auch faszinierendes Erlebnis. Ich stellte mir vor, wie das Leben hier früher ausgesehen haben muss. Die Menschen, die hier gelebt und gearbeitet haben, ihre Hoffnungen und Träume. Es war ein Ort der Stille und Kontemplation, ein Ort, der mich zum Nachdenken angeregt hat.
Ich fotografierte viel in Jazirat Al Hamra. Die verfallenen Häuser, die rostigen Autos, die Sanddünen, die das Dorf verschlungen hatten. Es war ein ideales Motiv für meine Arbeit, ein Ort, der eine Geschichte zu erzählen hatte. Es war ein melancholischer, aber auch inspirierender Ort, der mich nachhaltig beeindruckt hat.
Die Kombination aus der atemberaubenden Landschaft, der herzlichen Gastfreundschaft der Menschen und der kulinarischen Vielfalt hatte mich in ihren Bann gezogen. Die Tage vergingen wie im Flug, und schon bald würde ich mich wieder auf den Heimweg machen. Aber ich wusste, dass ich diese Reise und die unvergesslichen Erfahrungen, die ich hier gemacht hatte, nie vergessen würde. Es war eine Reise, die mir nicht nur neue Bilder, sondern auch neue Perspektiven und Inspirationen geschenkt hatte, und mit dem Gefühl, dass die Suche nach den perfekten Aufnahmen und den authentischen Momenten noch lange nicht abgeschlossen ist, begann ich mich auf die letzte Etappe meiner Reise vorzubereiten.
Die letzten Tage in Ras Al Khaimah waren geprägt von einer Mischung aus Ruhe, Entdeckung und kulinarischem Genuss. Ich verbrachte viel Zeit damit, einfach nur zu beobachten – das Spiel des Lichts auf den Bergen, das Treiben in den Souks, die Gesichter der Menschen. Es war eine Zeit, um aufzutanken und neue Energie zu sammeln.
Letzte fotografische Erkundungen
Natürlich kam ich auch nicht umhin, noch ein paar letzte Fotos zu machen. Ich wollte unbedingt noch einmal die verlassene Stadt Jazirat Al Hamra bei Sonnenuntergang fotografieren. Das Licht war einfach magisch, die Schatten lang und dramatisch. Es war ein perfekter Abschluss meiner fotografischen Reise.
Ich probierte noch einmal das lokale Essen in einem kleinen Restaurant in der Old Town. Diesmal wählte ich ein Gericht mit Lamm und Reis. Es war unglaublich lecker und würzig. Ich aß langsam und genoss jeden Bissen. Die Gastfreundschaft der Menschen hier ist einfach überwältigend. Sie sind immer freundlich und hilfsbereit.
Ein Fazit und ein paar Tipps
Was bleibt von dieser Reise? Eine Menge unvergesslicher Eindrücke, wunderschöne Fotos und ein tieferes Verständnis für die lokale Kultur. Ras Al Khaimah ist mehr als nur ein Reiseziel. Es ist ein Ort, der die Sinne anspricht, der inspiriert und der einen nachhaltig prägt.
Für alle, die planen, Ras Al Khaimah zu besuchen, habe ich ein paar Tipps:
Mietet euch ein Auto. So seid ihr flexibel und könnt die Landschaft auf eigene Faust erkunden. Es gibt viele versteckte Strände und malerische Dörfer, die es zu entdecken gilt.
Probiert das lokale Essen. Es ist unglaublich vielfältig und lecker. Vergesst nicht, Datteln, arabischen Kaffee und frische Meeresfrüchte zu probieren.
Nehmt euch Zeit für die Old Town. Hier könnt ihr das authentische Leben kennenlernen und die lokale Kultur erleben. Vergesst nicht, in den Souks zu feilschen und mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen.
Besucht die Wüste. Eine Wüstensafari ist ein unvergessliches Erlebnis. Aber achtet darauf, einen seriösen Anbieter zu wählen, der die Umwelt respektiert.
Vergesst nicht, eure Kamera mitzubringen. Ras Al Khaimah ist ein Paradies für Fotografen. Die Landschaft, die Architektur, die Menschen – es gibt so viel zu fotografieren.
Ich werde diese Reise nie vergessen. Es war eine Zeit, die mir nicht nur neue Bilder, sondern auch neue Perspektiven und Inspirationen geschenkt hat. Und ich bin sicher, dass ich bald wiederkommen werde.