Europa - Norwegen - Bergen

Bergen mit 70: Ein bisschen Farbe für die grauen Haare

Die Möwen hier schreien aber ganz schön laut, dachte ich, als ich vom Bus runterstieg. Bergen also. Irgendwie hatte ich mir das alles etwas… gemächlicher vorgestellt. Naja, gemächlicher ist relativ, wenn man bedenkt, dass ich mit 70 Jahren noch versuche, einen Koffer mit Rollen über Kopfsteinpflaster zu bugsieren. Der Busfahrer hat zwar geholfen, aber ich schwöre, der hat grinsen können.

Die Idee zur Reise

Wobei, eigentlich ist es ganz lustig, wie das alles gekommen ist. Ich bin ja eigentlich ein Mann der Routine. Jeden Morgen die gleiche Tasse Kaffee, die gleiche Zeitung, die gleiche Runde im Park. Aber dann ist meine Enkelin Lisa aufs Gymnasium gekommen und hat in Erdkunde was über Norwegen gelernt. Und dann hat sie mich gefragt, ob wir nicht mal zusammen nach Bergen fahren könnten. Lisa ist ja eine ganz Wilde, aber sie hat mich mit ihren großen Augen so angeschaut, dass ich nicht Nein sagen konnte. Das Problem war nur: Rente ist Rente. Und Norwegen ist nicht gerade günstig. Also mussten wir sparen. Lisa hat brav auf ihren Nebenjob geschaut, und ich hab versucht, meine Vorliebe für teuren Kaffee etwas zu zügeln. Hat nicht ganz geklappt, aber egal. Hauptsache, wir kriegen das hin. Lisa meinte, wir könnten in Hostels übernachten, aber da hab ich entschieden: Nee, das ist mir dann doch zu viel für den alten Rücken. Wir haben dann irgendwelche Ferienwohnungen im Internet gefunden, die waren zwar klein, aber zweckmäßig. Und das Wichtigste: Sie hatten ein Bett. Mit Matratze. Das ist heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich, hab ich das Gefühl.

Erster Eindruck von Bergen

Also, Bergen. Es ist… bunt. Und steil. Und überall Wasser. Die kleinen Holzhäuser sind zwar niedlich, aber ich frage mich, wie die Leute da überhaupt hochkommen ohne Sauerstoffgerät. Ich bin ja schon außer Atem, wenn ich eine Treppe hochsteige. Und die Preise! Mein Gott, die Preise! Ich hab mir einen Kaffee bestellt, und der hat fast so viel gekostet wie mein Tageseinkommen als Rentner. Aber gut, das hab ich ja schon kommen sehen. Lisa hat mich gewarnt. "Opa, das ist Skandinavien!" hat sie gesagt. Recht hat sie.

Die Holzhäuser und die Gassen

Ich muss sagen, die Gassen hier sind ganz besonders. So eng, dass man sich fast in ihnen verliert. Und überall diese kleinen Geschäfte mit Wollpullovern und gestrickten Socken. Lisa ist ja verrückt nach so Sachen. Sie hat schon drei verschiedene Wollmützen anprobiert. Ich hab ihr gesagt, sie soll nicht übertreiben, wir haben ja noch den ganzen Urlaub vor uns. Aber sie meinte, man muss die Gelegenheit nutzen, solange es noch Platz im Koffer gibt. Das glaub ich ihr gern. Der Koffer ist nämlich schon ziemlich voll.

Der Fischmarkt

Heute Morgen waren wir auf dem Fischmarkt. Ein Spektakel! Überall roher Fisch, Krabben, Hummer… und Gestank. Aber ein guter Gestank, wenn Sie verstehen, was ich meine. So ein herrlicher Fischgeruch! Lisa hat sich gleich ein Fischbrötchen bestellt. Ich hab erstmal abgewartet. Ich bin ja schon etwas vorsichtig, wenn es um rohen Fisch geht. Aber dann hab ich doch eins probiert. War gar nicht so schlecht. Sogar ziemlich lecker. Aber trotzdem: Ich bleibe lieber bei meinem Fischstäbchen zu Hause. Da weiß ich, was ich habe.

Wir haben uns dann noch ein bisschen durch die Stadt treiben lassen und sind an der Fløibanen-Standstation vorbeigekommen. Lisa wollte unbedingt mit der Standseilbahn hoch zum Berg Fløyen. Ich hab erstmal gezögert. Ich hab ja schon Höhenangst. Aber Lisa hat mich überredet. Sie meinte, die Aussicht wäre unbezahlbar. Und sie hatte recht. Oben angekommen, hatte man einen fantastischen Blick über die Stadt und das Meer. Einfach atemberaubend. Und zum Glück hatte ich meine Kamera dabei. Ich muss unbedingt noch ein paar Fotos machen, bevor der Akku leer ist. So, jetzt hab ich aber genug geplaudert. Wir müssen uns jetzt mal aufmachen, um noch ein bisschen die Stadt zu erkunden. Mal sehen, was wir heute noch alles entdecken. Es gibt ja noch so viel zu sehen. Und ich bin gespannt, was der nächste Tag so bringt. Denn eins ist sicher: Dieser Urlaub wird unvergesslich. Und vielleicht überrede ich Lisa ja noch, mit mir eine Runde im Park zu drehen. Wenn wir mal wieder in Deutschland sind.

So, jetzt sind wir schon ein paar Tage hier in Bergen und ich muss sagen, ich fange an, mich richtig wohlzufühlen. Nicht, dass ich mich zu Hause schlecht fühlen würde, aber hier ist einfach alles… anders. Und das ist gut so.

Bryggen: Mehr als nur bunte Häuser

Bryggen, das ist ja quasi das Wahrzeichen von Bergen. Die bunten Holzhäuser am Hafen sind wirklich sehenswert. Aber es ist auch ganz schön voll da. Touristen überall. Lisa hat sich gleich ein Souvenir-T-Shirt gekauft. Ich hab erstmal nur zugeschaut und versucht, nicht überrannt zu werden. Die Häuser sind zwar wunderschön, aber ich frage mich, wie die wohl im Winter ausehen, wenn alles nass und glitschig ist. Und ob die Holzhäuser dann nicht irgendwann einfach auseinanderfallen. Naja, ich bin ja nur Rentner, was weiß ich schon.

Wir haben uns dann in einem kleinen Café in Bryggen einen Kaffee gegönnt. War zwar teuer, aber der Ausblick auf den Hafen hat es wieder wettgemacht. Lisa hat versucht, ein bisschen Norwegisch zu sprechen. Hat nicht ganz geklappt, aber die Kellnerin hat sich trotzdem gefreut. “Takk!” hat Lisa gesagt. Ich hab nur gelächelt und versucht, nicht zu viel Kaffee zu verschütten. Ich bin ja nicht mehr der Jüngste und meine Hände zittern manchmal ein bisschen.

Ein Ausflug nach Nordnes

Heute sind wir dann mal ein bisschen außerhalb des Zentrums gefahren, nach Nordnes. Das ist so ein altes Viertel mit ganz kleinen Gassen und vielen alten Holzhäusern. Da hat Lisa sich gleich in ein kleines Antiquariat verliebt. Sie hat Stunden damit verbracht, in alten Büchern zu stöbern. Ich hab mich dann erstmal auf einer Bank hingesetzt und die Leute beobachtet. Die Norweger sind ja eigentlich ganz freundlich, aber sie reden auch ziemlich wenig. Ich hab versucht, ein Gespräch mit einem älteren Herrn anzufangen, aber der hat mich nur kurz angelächelt und dann wieder weggeschaut. Naja, vielleicht war er einfach nur schüchtern.

Wir haben dann noch einen kleinen Spaziergang am Meer gemacht. Da war es ganz schön windig und kalt. Lisa hat sich gleich ihren Schal um den Kopf gewickelt. Ich hab dann versucht, ein paar Fotos von den Möwen zu machen. Aber die sind einfach zu schnell. Ich hab nur verschwommene Bilder bekommen. Na, Hauptsache, die Erinnerung bleibt.

Die kleine Pannen und Überraschungen

Klar gab's auch ein paar Pannen. Einmal sind wir in der falschen Straßenbahn gefahren und haben eine ganze Stunde gebraucht, um zurück ins Hotel zu kommen. Und einmal hab ich versucht, mir ein Fischbrötchen zu bestellen, aber ich hab mich mit den Worten verwechselt und hab stattdessen ein Brötchen mit Käse bekommen. War zwar lecker, aber nicht das, was ich wollte. Lisa hat sich da nur totgelacht.

Die größte Überraschung war aber, dass es hier in Bergen so viele Kunstgalerien gibt. Lisa ist ja total begeistert von Kunst, also war sie total happy. Wir haben uns dann in einer kleinen Galerie ein Bild gekauft. Ist zwar teuer, aber dafür haben wir jetzt ein schönes Erinnerungsstück an unseren Urlaub. Und vielleicht hängt das Bild ja irgendwann in unserem Wohnzimmer. Ich bin ja mal gespannt, was meine Frau dazu sagt.

So, langsam neigt sich unser Urlaub dem Ende zu. Morgen fahren wir schon wieder zurück nach Deutschland. Ich bin ja froh, wenn ich wieder in meinem eigenen Bett liege. Aber ich muss sagen, ich hab die Zeit hier in Bergen wirklich genossen. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Und vielleicht kommen wir ja irgendwann noch mal wieder. Wer weiß das schon. Aber eins ist sicher: Dieser Urlaub hat mir gezeigt, dass man auch mit 70 noch neue Dinge entdecken und erleben kann. Und das ist doch das Wichtigste.

So, der letzte Tag ist fast vorbei. Ich sitze hier im Hotelzimmer und packe langsam meine Sachen zusammen. Es ist schon komisch, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man Spaß hat. Und ich hatte wirklich Spaß in Bergen. Natürlich gab es auch ein paar Stolpersteine, aber die hat Lisa und ich gemeinsam gemeistert.

Rückblick auf die Reise

Ich muss sagen, Bergen hat mich positiv überrascht. Ich hatte ja ehrlich gesagt keine allzu hohen Erwartungen, aber die Stadt ist einfach wunderschön. Die bunten Holzhäuser, die engen Gassen, das geschäftige Treiben am Hafen… das alles hat mich echt beeindruckt. Und das Wetter war auch überraschend gut. Klar, es hat auch mal geregnet, aber das gehört ja in Norwegen dazu.

Lisa hat sich ja total in die Stadt verliebt. Sie hat ständig Fotos gemacht und neue Souvenirs gekauft. Ich hab mich mehr aufs Beobachten konzentriert. Ich hab die Leute beobachtet, die Schiffe, die Möwen… das war schon interessant genug. Und ich hab versucht, ein bisschen Norwegisch zu lernen. Hat nicht ganz geklappt, aber ich hab zumindest ein paar Wörter aufgeschnappt.

Ein paar Tipps für andere Rentner

Wenn ihr also auch mal vorhabt, Bergen zu besuchen, hier ein paar Tipps von einem alten Hasen:

Packt bequeme Schuhe ein

Bergen ist eine Stadt, die man am besten zu Fuß erkundet. Aber die Straßen sind oft steil und holprig. Also packt unbedingt bequeme Schuhe ein, damit ihr eure Füße nicht ruiniert.

Nehmt einen Regenschirm mit

Wie gesagt, es regnet in Bergen oft. Also nehmt unbedingt einen Regenschirm mit, um nicht durchnässt zu werden.

Sprecht die Einheimischen an

Die Norweger sind zwar etwas zurückhaltend, aber sie sind auch sehr freundlich und hilfsbereit. Also sprecht sie ruhig an, wenn ihr Fragen habt oder Hilfe braucht.

Lasst euch treiben

Bergen ist eine Stadt, die man am besten entdeckt, wenn man sich einfach treiben lässt. Verliert euch in den Gassen, setzt euch in ein Café und genießt die Atmosphäre.

Fazit

Ich bin froh, dass ich diese Reise mit Lisa gemacht habe. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Und ich bin froh, dass ich mich getraut habe, etwas Neues auszuprobieren. Manchmal muss man eben aus seiner Komfortzone ausbrechen, um neue Erfahrungen zu sammeln. Und das gilt nicht nur für Rentner.

Jetzt heißt es aber erst mal: Koffer packen, Flug buchen und zurück nach Hause. Ich freue mich schon auf mein eigenes Bett und meine eigene Tasse Kaffee. Aber ich werde Bergen nicht vergessen. Diese Stadt hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Und vielleicht komme ich ja irgendwann noch mal wieder. Wer weiß das schon.

    • Bryggen (die bunten Holzhäuser am Hafen)
    • Fløibanen (die Standseilbahn zum Berg Fløyen)
    • Die kleinen Kunstgalerien in Bergen
    • Das Viertel Nordnes
👤 Rentner (70) mit kleinem Budget ✍️ humorvoll und selbstironisch