Reisebericht Nordamerika - Costa Rica - Tamarindo
Warum Costa Rica? Und warum gerade Tamarindo?
Ich bin ja schon eine Weile unterwegs, habe viele Länder gesehen und noch mehr gegessen. Aber in letzter Zeit hatte ich das Gefühl, ich brauche was Neues. Keine komplizierte Haute Cuisine, sondern ehrliches Essen, authentische Geschmäcker. Und Costa Rica stand schon lange auf meiner Liste. Nicht nur wegen des Surfspots Tamarindo, den ich als Nicht-Surfer eher am Rande mitbekommen habe, sondern wegen der Gerüchte über die Küche. Die Mischung aus karibischen, spanischen und indigenen Einflüssen hat mich neugierig gemacht.
Ich hatte mich bewusst gegen die typischen Touristenzentren entschieden und Tamarindo gewählt, weil es angeblich noch etwas „echter“ zugehen soll. Klar, es gibt hier auch viele Touristen, das ist unvermeidlich. Aber eben auch Einheimische, kleine Restaurants, Märkte, wo man wirklich in die Kultur eintauchen kann. Und natürlich die Nähe zum Pazifik, das verspricht frischen Fisch und Meeresfrüchte in Hülle und Fülle.
Die Anreise und erste Schritte
Die Anreise war… anstrengend. Erst der lange Flug, dann der Transfer zum Flughafen Liberia und schließlich noch eine zweistündige Fahrt nach Tamarindo. Aber die Landschaft hat alles wettgemacht. Immergrüne Hügel, kleine Dörfer, bunte Häuser. Und dann dieser Blick, als wir endlich in Tamarindo angekommen sind: ein langer Sandstrand, Palmen, das blaue Meer.
Mein Hotel, das "Capitan Suizo", liegt etwas außerhalb des Ortes, direkt am Strand. Eine gute Wahl, finde ich, weil es ruhig ist, aber man trotzdem schnell ins Zentrum kommt. Ich habe ein kleines Bungalow gebucht, mit einer Hängematte auf der Terrasse. Perfekt, um abends mit einem Buch zu entspannen.
Nachdem ich mich eingerichtet hatte, bin ich direkt losgezogen, um den Ort zu erkunden. Tamarindo ist überraschend lebendig. Überall gibt es kleine Läden, Restaurants, Bars. Und natürlich Surfschulen. Ich bin zwar kein Surfer, aber ich habe mich trotzdem von der entspannten Atmosphäre mitreißen lassen.
Der erste kulinarische Erkundungstour
Mein erster kulinarischer Halt war ein "Soda", ein kleines, lokales Restaurant. Hier gibt es typisch costaricanische Gerichte zu sehr fairen Preisen. Ich habe mir ein "Casado" bestellt, ein traditionelles Mittagessen, das aus Reis, Bohnen, Fleisch (ich hatte Hähnchen), Salat und Kochbananen besteht. Es war einfach, aber unglaublich lecker. Die Bohnen waren perfekt gewürzt, das Hähnchen zart und saftig. Und dazu eine frische Limonada – einfach himmlisch.
Was mir sofort aufgefallen ist: Die Ticos (so nennen sich die Costa Ricaner) lieben es, Essen zu teilen. Überall saßen Familien und Freunde zusammen und teilten sich große Teller mit Essen. Eine sehr gesellige Art zu essen, die mir gut gefällt.
Am Abend habe ich dann ein kleines Restaurant am Strand entdeckt, das frischen Fisch serviert. Ich habe mir ein gegrilltes Red Snapper bestellt, dazu Salat und Pommes. Der Fisch war unglaublich frisch und lecker, direkt vom Grill. Dazu einen kalten Imperial, das lokale Bier – perfekt!
Die ersten Stunden in Tamarindo haben mich jedenfalls überzeugt: Costa Rica ist ein Paradies für Foodies. Ich bin gespannt, welche kulinarischen Entdeckungen mich noch erwarten. Und ich freue mich darauf, die costaricanische Küche von Grund auf kennenzulernen. Jetzt gilt es, die lokalen Märkte zu erkunden und die Zutaten zu entdecken, die die costaricanische Küche so einzigartig machen.
Der Markt und die kleinen Entdeckungen
Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden, um den lokalen Markt zu erkunden. Er liegt etwas außerhalb des Zentrums, aber die Mühe hat sich gelohnt. Ein buntes Chaos aus frischem Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Gewürzen. Überall roch es nach Mango, Papaya, Kaffee und frischen Kräutern. Ich habe mich sofort in die Atmosphäre verliebt.
Ich bin durch die Gänge geschlendert, habe probiert, gerochen und fotografiert. Die Leute waren freundlich und hilfsbereit, auch wenn ich kein Spanisch spreche. Mit Händen und Füßen habe ich mich verständlich gemacht und einige interessante Zutaten entdeckt, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Zum Beispiel "Chayote", eine Art Kürbis, der hier sehr beliebt ist. Und natürlich den "Picadillo de Tres Picos", ein Gericht mit Hackfleisch, Kartoffeln, Chayote und Gewürzen. Ich habe mir gleich eine Probe schmecken lassen – unglaublich lecker!
Ich habe mir ein paar Mangos, Papayas und Ananas gekauft, um sie später zu probieren. Und natürlich ein paar Gewürze, um die costaricanische Küche zu Hause nachzukochen. Der Markt war ein Fest für die Sinne und ein Einblick in das tägliche Leben der Ticos.
Abseits der Touristenpfade: Barrio Langosta
Ich wollte auch mal etwas abseits der Touristenpfade erkunden und bin nach Barrio Langosta gefahren, einem Viertel etwas außerhalb von Tamarindo. Hier ist es ruhiger und authentischer als im Zentrum. Ich habe ein kleines, unscheinbares Restaurant entdeckt, das "Soda Brenda". Hier gab es nur wenige Touristen, dafür viele Einheimische.
Ich habe mir ein "Gallo Pinto" bestellt, ein typisch costaricanisches Frühstück mit Reis und Bohnen. Es war einfach, aber unglaublich lecker. Dazu einen Kaffee mit Milch – perfekt, um den Tag zu beginnen. Die Atmosphäre war entspannt und freundlich. Ich habe mich sofort wohlgefühlt.
Auf dem Rückweg bin ich an einem kleinen Gemüsegarten vorbeigekommen, wo eine ältere Dame gerade ihre Ernte eingebracht hat. Ich habe sie gefragt, ob ich ein paar Fotos machen darf. Sie hat freundlich zugestimmt und mir sogar ein paar Tomaten geschenkt. Solche kleinen Begegnungen machen eine Reise so besonders.
Die Kochschule und die kleine Katastrophe
Ich hatte mich für einen Kochkurs angemeldet, um mehr über die costaricanische Küche zu lernen. Der Kurs fand in einem kleinen, gemütlichen Haus in der Nähe von Tamarindo statt. Wir haben unter der Anleitung einer erfahrenen Köchin einige typische Gerichte zubereitet, darunter "Ceviche", "Patacones" und "Arroz con Leche".
Ich war sehr begeistert und habe mit viel Eifer mitgeholfen. Leider bin ich beim Zubereiten des "Ceviche" etwas ungeschickt gewesen und habe den Limettensaft über den Tisch und mich selbst verschüttet. Es war eine kleine Katastrophe, aber alle haben gelacht. Die Köchin hat mir geholfen, den Saft aufzuwischen, und wir haben gemeinsam weitergekocht.
Am Ende des Kurses haben wir unsere Kreationen gemeinsam gegessen. Es war ein Fest für die Sinne und eine tolle Erfahrung. Ich habe viel über die costaricanische Küche gelernt und einige neue Rezepte mit nach Hause nehmen können. Jetzt bin ich schon ganz gespannt darauf, diese nachzukochen und meine Freunde und Familie mit den Aromen Costa Ricas zu verwöhnen. Die kulinarische Reise war intensiv und erfüllend, und ich bin bereit für das nächste Kapitel – den Abschied von diesem kleinen Paradies.
Die letzten Tage in Tamarindo sind wie im Flug vergangen. Ich sitze gerade in einem kleinen Café am Strand, trinke einen letzten Imperial und lasse alles Revue passieren. Es ist schwer zu glauben, dass diese Reise schon fast zu Ende ist.
Ein letztes Frühstück und Abschied vom Markt
Mein letztes Frühstück habe ich wieder im Soda Brenda verbracht. Ein einfacher, aber köstlicher Gallo Pinto, dazu ein starker Kaffee. Die Besitzerin hat mich freundlich begrüßt und gefragt, ob es mir gut gefallen hat. Ich habe ihr versichert, dass ich eine unvergessliche Zeit hatte.
Danach bin ich noch einmal zum Markt gegangen, um ein paar letzte Souvenirs zu kaufen. Ich habe ein paar Gewürze, ein paar handgemachte Schalen und ein paar kleine Holzschnitzereien gekauft. Es ist immer wieder schön, lokale Produkte zu unterstützen und ein Stück Kultur mit nach Hause zu nehmen.
Was Tamarindo so besonders macht
Tamarindo ist nicht perfekt. Es gibt Touristen, es gibt Kommerz, es gibt auch ein bisschen Trubel. Aber das alles wird mehr als wettgemacht durch die entspannte Atmosphäre, die freundlichen Menschen und die unglaublich leckere Küche.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Authentizität. Hier gibt es keine aufgesetzten Shows für Touristen, sondern echtes Leben, echte Kultur und echte Gastfreundschaft. Die Ticos sind stolz auf ihr Land und ihre Traditionen, und das spürt man überall.
Meine Tipps für deinen Besuch in Tamarindo
Wenn du auch nach Tamarindo reisen möchtest, habe ich ein paar Tipps für dich:
- Probiere die lokale Küche: Besuche die Sodas, iss auf den Märkten, probiere die Casados, die Gallo Pintos und die frischen Meeresfrüchte. Du wirst nicht enttäuscht sein.
- Lerne ein paar spanische Wörter: Auch wenn viele Menschen Englisch sprechen, wird es dir helfen, wenn du ein paar grundlegende spanische Wörter und Sätze kennst. Die Ticos werden sich freuen, wenn du dich bemühst, ihre Sprache zu sprechen.
- Sei offen und neugierig: Tamarindo hat viel zu bieten. Sei offen für neue Erfahrungen, probiere neue Dinge aus und lass dich von der Kultur verzaubern.
- Miete dir ein Fahrrad oder einen Roller: So kannst du die Umgebung erkunden und versteckte Strände und kleine Dörfer entdecken.
Auf Wiedersehen, Tamarindo!
Ich verlasse Tamarindo mit einem Koffer voller Eindrücke und einem Herzen voller Freude. Es war eine unvergessliche Reise, die ich jedem empfehlen kann. Ich hoffe, ich komme bald wieder, um noch mehr von diesem wunderschönen Land zu entdecken.
Pura Vida, Tamarindo! Bis zum nächsten Mal!