Fidschi: Mehr als nur ein Paradies
Warum Fidschi? Eine Entscheidung für die Langsamkeit
Ich bin ja eigentlich der Typ für die großen Savannen Afrikas, die Weite der Serengeti, das Beobachten von Wildtieren in ihrem natürlichen Habitat. Aber in den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass ich neben dem Adrenalin der Safari auch mehr Ruhe brauche. Irgendwie hatte sich das rastlose Umherziehen in einer Art Teufelskreis etabliert. Ich wollte etwas anderes, einen Ort, der mich zwingt, langsamer zu werden. Und Fidschi schien perfekt dafür. Nicht nur wegen der atemberaubenden Natur, sondern auch wegen der Kultur, die den Respekt vor der Umwelt und der Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt. Ich habe mich bewusst für Fidschi entschieden, weil ich gelesen hatte, dass die Fidschianer eine tiefe Verbindung zur Natur haben. Das "Vinaka"-Prinzip, die Dankbarkeit für alles, was die Natur bietet, gefiel mir. Ich wollte mehr darüber lernen, wie man im Einklang mit der Umwelt leben kann, und das auf eine Art und Weise, die meinen eigenen Interessen entspricht – eben nicht nur am Strand liegen, sondern auch die lokale Tierwelt entdecken.Erste Schritte in Nadi
Nach der Einreisekontrolle und der Gepäckausgabe – der Transport von meinem sperrigen Fernglas hatte mich noch ganz schön Nerven gekostet – wurde ich von einem kleinen Bus zu meiner Unterkunft gebracht. Die Fahrt dauerte etwa dreißig Minuten, und ich konnte schon erste Eindrücke von Viti Levu gewinnen. Üppige Vegetation, kleine Dörfer, überall Palmen. Und Plastikmüll. Das war leider nicht zu übersehen. Ich hatte gehofft, dass das Paradies nicht auch noch mit der globalen Müllkrise zu kämpfen hat, aber dem war nicht so. Das war ein kleiner Dämpfer, aber ich wusste, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte, indem ich auf meinen Konsum achtete und lokale Initiativen unterstützte.
Ich hatte ein kleines, einfaches "Bure" – so nennen sie die traditionellen Hütten – in einem Öko-Resort etwas außerhalb von Nadi gebucht. Es war nicht luxuriös, aber sauber und gemütlich, und das Wichtigste: es lag mitten im Grünen. Mein Gastgeber, Jone, begrüßte mich mit einem breiten Lächeln und einem frisch gepressten Saft aus lokalen Früchten. Er erzählte mir, dass das Resort großen Wert auf Nachhaltigkeit legt, unter anderem durch den Anbau eigener Lebensmittel und die Verwendung erneuerbarer Energien. Das gefiel mir sehr gut.Mehr als nur Postkartenmotive
Jone wies mich in mein Bure und erzählte mir ein wenig über die Umgebung. Direkt hinter dem Resort begann ein kleines Schutzgebiet, in dem verschiedene Vogelarten heimisch waren. Er meinte, ich könnte Glück haben und einige der seltenen Fidschianischen Papageien zu sehen. Das war natürlich ein Anreiz, sofort mein Fernglas zu zücken. Ich hatte mich vor der Reise intensiv mit der lokalen Fauna beschäftigt, und ich war gespannt darauf, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Ich wollte nicht nur die schönen Postkartenmotive sehen, sondern auch die Herausforderungen, denen die Tierwelt durch den Klimawandel und die Zerstörung ihres Lebensraums ausgesetzt ist.
Am späten Nachmittag unternahm ich eine erste Erkundungstour. Der Duft von Frangipani und Jasmin lag in der Luft, während ich auf einem schmalen Pfad durch den Regenwald wanderte. Überall zwitscherten Vögel, und ich konnte einige bunte Geckos entdecken, die sich auf den Baumstämmen sonnten. Ich war fasziniert von der Vielfalt der Pflanzen und Tiere, und ich fühlte mich sofort mit der Natur verbunden. Ich wusste, dass diese Reise mehr sein würde als nur ein Urlaub. Es war eine Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern, neue Perspektiven zu gewinnen und einen Beitrag zum Schutz der Umwelt zu leisten. Und es begann damit, die Tierwelt von Viti Levu zu entdecken – nicht nur die bunten Fische im Meer, sondern auch die versteckten Schätze im Regenwald.Ein Morgen im Garden of the Sleeping Giant
Am nächsten Morgen stand ein Besuch des Garden of the Sleeping Giant auf dem Programm. Jone hatte mir erzählt, dass dieser Garten von dem Schauspieler Raymond Burr, bekannt aus der Serie "Perry Mason", angelegt wurde und heute eine beeindruckende Sammlung von Orchideen und anderen tropischen Pflanzen beherbergt. Ich bin ja nicht unbedingt der Orchideen-Experte, aber ich schätze die Schönheit und Vielfalt der Pflanzenwelt, besonders wenn sie so üppig und farbenfroh ist. Der Garten lag etwas außerhalb von Nadi, und ich nahm einen lokalen Bus, um dorthin zu gelangen. Das war schon ein Erlebnis für sich. Der Bus war voll mit Einheimischen, die auf dem Weg zur Arbeit oder zum Markt waren, und die Fahrt ging über holprige Straßen. Aber es gab mir die Möglichkeit, einen Einblick in das tägliche Leben der Fidschianer zu bekommen.
Im Garten selbst war es dann überwältigend. Überall blühten Orchideen in allen erdenklichen Farben und Formen. Ich verbrachte Stunden damit, durch die verschiedenen Bereiche zu wandern und die Schönheit der Pflanzen zu bewundern. Ich entdeckte auch einige seltene Vogelarten, darunter den Fidschianischen Fruchtducker, einen kleinen, lebhaften Vogel mit einem auffälligen Schnabel. Ich versuchte, ihn mit meinem Teleobjektiv zu fotografieren, aber er war zu flink und versteckte sich immer wieder im Dickicht. Es war eine Herausforderung, aber ich gab nicht auf.
Der bunte Trubel des Nadi Marktes
Am Nachmittag wagte ich mich in das Getümmel des Nadi Marktes. Ich hatte gehört, dass es dort alles gibt, was das Herz begehrt, von frischem Obst und Gemüse über Kleidung und Souvenirs bis hin zu traditionellen Handwerksarbeiten. Und es stimmte. Der Markt war ein einziger bunter Wirbelwind aus Geräuschen, Gerüchen und Menschen. Ich schlenderte zwischen den Ständen hindurch und ließ die Atmosphäre auf mich wirken. Ich probierte einige exotische Früchte, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, und kaufte ein paar kleine Souvenirs für meine Familie und Freunde.
Ich geriet fast in eine kleine Panne, als ich versuchte, eine Kokosnuss zu öffnen. Ich hatte mir gedacht, das wäre ganz einfach, aber die Kokosnuss war hartnäckiger, als ich erwartet hatte. Ich kämpfte eine ganze Weile damit, bevor ein freundlicher Händler mir zu Hilfe kam und die Kokosnuss mit einem einzigen Hieb öffnete. Ich war peinlich berührt, aber dankbar für seine Hilfe. Er erklärte mir, dass man dafür eine bestimmte Technik braucht, und zeigte mir, wie es richtig geht. Ich versuchte es selbst, aber es gelang mir nicht ganz so gut wie ihm. Aber ich hatte gelernt, dass es manchmal besser ist, um Hilfe zu bitten, anstatt sich zu übernehmen.
Ein Abend am Strand von Wailoaloa
Am Abend fuhr ich zum Strand von Wailoaloa, einem langen, sandigen Strand in der Nähe von Nadi. Ich wollte den Sonnenuntergang beobachten und die Ruhe genießen. Der Strand war zwar nicht ganz so idyllisch, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Es gab einige Hotels und Restaurants, und es waren auch einige Touristen unterwegs. Aber es war trotzdem ein schöner Ort, um den Tag ausklingen zu lassen. Ich setzte mich in den Sand und beobachtete, wie die Sonne langsam im Meer versank. Der Himmel färbte sich in den schönsten Farben, von Rosa über Orange bis hin zu Violett. Es war ein magischer Moment.
Ich entdeckte ein kleines Schild, das auf eine Meeresschildkröten-Aufzuchtstation hinwies. Neugierig folgte ich dem Weg und traf auf eine Gruppe von Freiwilligen, die sich um die kleinen Schildkröten kümmerten. Sie erzählten mir, dass die Meeresschildkröten durch den Klimawandel und die Zerstörung ihres Lebensraums stark gefährdet sind. Sie versuchten, die kleinen Schildkröten aufzuziehen und sie dann wieder in die Freiheit zu entlassen. Ich war beeindruckt von ihrem Engagement und spendete einen kleinen Betrag, um ihre Arbeit zu unterstützen. Der Anblick der winzigen Schildkröten, die in ihren Becken schwammen, war ein berührender Moment, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich realisierte erneut, dass jeder kleine Beitrag zählt, um die Schönheit und Vielfalt unserer Erde zu bewahren.
Die Tage auf Viti Levu vergingen wie im Flug, und ich spürte, dass ich mich immer mehr mit der Natur und der Kultur Fidschis verbunden fühlte. Es war eine Reise, die mich verändert hatte, und ich wusste, dass ich noch oft davon träumen würde.
Die letzten Tage auf Viti Levu vergingen wie im Flug, und ich spürte, dass ich mich immer mehr mit der Natur und der Kultur Fidschis verbunden fühlte. Es war eine Reise, die mich verändert hatte, und ich wusste, dass ich noch oft davon träumen würde.
Ein letzter Blick auf die Tierwelt
Ich nutzte die letzten freien Stunden, um noch einmal den Garden of the Sleeping Giant zu besuchen. Diesmal hatte ich mehr Zeit, um die kleinen Dinge zu entdecken – die filigranen Blüten der Orchideen, die bunten Schmetterlinge, die zwischen den Pflanzen tanzten, die kleinen Geckos, die sich auf den Baumstämmen versteckten. Ich verbrachte fast eine Stunde damit, einen winzigen Frosch zu beobachten, der auf einem riesigen Blatt saß und mit seiner leuchtend grünen Farbe fast mit der Vegetation verschmolz. Es sind diese kleinen Momente, die mir am meisten in Erinnerung bleiben – die Augenblicke, in denen ich die Natur in ihrer ganzen Schönheit und Vielfalt erleben durfte.
Nachhaltigkeit im Alltag
Mir fiel auf, dass viele Einheimische großen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Ich habe oft gesehen, wie sie ihren eigenen Garten bewirtschafteten, ihr eigenes Gemüse anbauten und ihre eigenen Lebensmittel zubereiteten. Ich habe auch beobachtet, wie sie den Müll trennten und recycelten. Es war inspirierend zu sehen, wie sie im Einklang mit der Natur lebten und wie sie versuchten, ihre Umwelt zu schützen. Ich habe versucht, von ihnen zu lernen und mein eigenes Verhalten anzupassen.
Ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz
Ich habe beschlossen, einen Teil meines Reisebudgets an eine lokale Umweltorganisation zu spenden, die sich für den Schutz der Meeresschildkröten einsetzt. Ich habe auch ein paar nachhaltige Souvenirs gekauft, die von lokalen Handwerkern hergestellt wurden. Ich wusste, dass diese kleinen Beiträge nicht die Welt verändern würden, aber ich wollte zumindest meinen Teil dazu beitragen, die Schönheit und Vielfalt Fidschis zu bewahren.
Abschied nehmen – aber nicht für immer
Am Tag meiner Abreise fühlte ich mich traurig, Viti Levu zu verlassen. Aber ich wusste auch, dass ich nicht für immer hierbleiben konnte. Ich hatte so viel erlebt, so viel gelernt und so viele neue Freunde gefunden. Ich hatte die Schönheit der Natur bewundert, die Kultur der Einheimischen kennengelernt und meinen eigenen Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Ich hatte das Gefühl, dass ich als Mensch gewachsen war.
Meine persönlichen Empfehlungen
Wenn du Fidschi bereisen möchtest, kann ich dir nur empfehlen, dich von den üblichen Touristenpfaden zu entfernen und die Inseln auf eigene Faust zu erkunden. Miete dir ein Fahrrad, nimm den Bus oder wandere zu Fuß, um die Schönheit der Natur und die Kultur der Einheimischen kennenzulernen. Unterstütze lokale Unternehmen, kaufe nachhaltige Souvenirs und respektiere die Umwelt. Und vergiss nicht, langsam zu machen und die Ruhe und Gelassenheit der Inseln zu genießen.
Ein paar konkrete Tipps
- Besuche den Garden of the Sleeping Giant: Ein wunderschöner Garten mit einer beeindruckenden Sammlung von Orchideen und anderen tropischen Pflanzen.
- Erkunde den Nadi Markt: Ein farbenfroher und lebhafter Markt, auf dem du alles findest, was dein Herz begehrt.
- Unterstütze lokale Umweltorganisationen: Trage dazu bei, die Schönheit und Vielfalt Fidschis zu bewahren.
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- Garden of the Sleeping Giant
- Nadi Markt
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- Nadi (Stadt und Markt)