Ein bisschen Glück in den Bergen
Ein langer Weg
Ich bin ja kein Mann, der viel reist. Eigentlich habe ich mein Leben lang an einem Ort verbracht, in meiner kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen. Habe dort gearbeitet, meine Frau kennengelernt, unser Haus gebaut. Aber nach ihrem Tod… fühlte sich alles leer an. Das Haus zu groß, die Erinnerungen zu schmerzhaft. Meine Kinder, die wohnen alle schon lange nicht mehr hier, jeder hat sein eigenes Leben. Sie haben mich zwar immer wieder ermutigt, etwas zu unternehmen, aber ich habe mich bisher nicht dazu überwinden können. Bis jetzt. Ich habe mir lange überlegt, wohin es gehen soll. Italien wäre schön gewesen, aber da ist es im November oft ziemlich grau und feucht. Spanien zu touristisch. Und dann fiel mir die Schweiz ein. Teuer, ja, aber dafür wunderschön und sauber. Und mit dem Postauto komme ich relativ günstig hierher. Die Fahrt war lang. Erst mit dem Zug nach Zürich, dann mit einem weiteren Zug nach Chur und von dort aus mit dem Postauto nach St. Moritz. Aber es hat sich gelohnt.Erster Eindruck
St. Moritz ist… anders. Viel schicker, als ich erwartet hatte. Überall Luxusboutiquen, teure Hotels, schicke Autos. Ich fühle mich ein bisschen fehl am Platz, mit meinem alten Reisekoffer und meinen abgetragenen Schuhen. Aber die Luft ist klar und frisch, und die Berge sind atemberaubend. Der See glitzert in der Sonne, und überall liegen kleine Schneeflecken. Ich habe mir ein kleines Zimmer in einer Pension gemietet, etwas außerhalb des Zentrums. Einfach, aber sauber und gemütlich. Die Vermieterin, Frau Schmidt, ist eine freundliche ältere Dame, die seit Jahren hier wohnt. Sie hat mir gleich ein paar Tipps gegeben, was man in der Gegend unternehmen kann.Ich bin ja kein Mensch, der viel unternimmt. Mir reicht es, einfach nur dazusitzen und die Aussicht zu genießen. Aber Frau Schmidt hat mich ermutigt, ein bisschen mehr zu erkunden. Sie hat mir erzählt, dass es hier viele Wanderwege gibt, und dass man mit der Bergbahn auf einige der Gipfel fahren kann.
Ich habe noch keine konkreten Pläne gemacht. Ich werde sehen, was der Tag bringt. Vielleicht gehe ich heute einfach mal einen Spaziergang am See entlang. Oder ich setze mich in ein Café und beobachte die Leute.Ich habe mich entschieden, nicht zu viel zu planen. Ich möchte einfach die Zeit genießen und mich treiben lassen. Ich möchte die Stille der Berge genießen, die klare Luft atmen und mich von der Schönheit der Natur verzaubern lassen. Ich brauche keine aufregenden Abenteuer, keine spektakulären Erlebnisse. Ich brauche einfach nur ein bisschen Ruhe und Entspannung.
Ein kleines Budget
Ich muss schon sagen, die Schweiz ist teuer. Aber ich habe mich vorbereitet. Ich habe mir von zu Hause aus Proviant mitgebracht, und ich werde hauptsächlich in einfachen Restaurants essen. Und ich werde natürlich viel wandern, das ist kostenlos. Ich habe mir auch eine Wochenkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel gekauft, damit ich die Umgebung erkunden kann. Ich versuche, so viel wie möglich zu Fuß zu erledigen, das spart Geld und hält mich fit. Ich glaube, es wird ein schöner Urlaub. Ein einfacher Urlaub, ohne viel Luxus, aber mit viel Ruhe und Entspannung. Und vielleicht, ganz vielleicht, kann ich hier ein bisschen Glück finden. Denn das ist es ja, was ich brauche, ein bisschen Glück, um wieder Lebensmut zu fassen. Nach dem ersten kleinen Erkundungsgang durch das Dorf, merkte ich, dass die Bergwelt mich in ihren Bann zog, und ich begann mich zu fragen, welche Abenteuer diese Woche noch für mich bereithalten würden.Ich saß gerade auf einer Bank am St. Moritzer See, die Sonne wärmte mein Gesicht und die Enten schwimmten gemächlich vor mir herum, als mir ein kleiner Hunger überkam. Ich hatte mir einen Apfel von Frau Schmidt mitgegeben bekommen, aber der war schon verzehrt. Also beschloss ich, in Richtung Dorfzentrum zu gehen und mir etwas Kleines zu suchen.Das Dorfzentrum und seine Überraschungen
Das Dorfzentrum ist, wie gesagt, ziemlich schick. Überall Luxusgeschäfte, Juweliere, Modegeschäfte… da habe ich mich schon ein bisschen unwohl gefühlt. Aber dann bin ich in eine kleine Bäckerei geraten, die versteckt hinter einem großen Hotel lag. Dort gab es einfache, aber leckere Brötchen und Kuchen zu normalen Preisen. Ich habe mir ein Käsebrot und eine Tasse Kaffee bestellt und mich an einen Tisch am Fenster gesetzt. Von dort aus konnte ich das bunte Treiben auf der Straße beobachten. Es war faszinierend zu sehen, wie viele verschiedene Leute hierherkommen. Reiche Touristen, Skifahrer, aber auch Einheimische, die ihren Alltag leben. Ich habe ein älteres Ehepaar beobachtet, das in aller Ruhe einen Spaziergang machte. Sie haben sich an den Händen gehalten und gelächelt. Das hat mich irgendwie beruhigt.Ein Ausflug nach Corviglia
Am nächsten Tag habe ich beschlossen, mit der Bergbahn nach Corviglia zu fahren. Frau Schmidt hatte mir erzählt, dass man von dort aus einen atemberaubenden Blick auf die Berge hat. Und sie hatte Recht. Die Fahrt mit der Bergbahn war schon ein Erlebnis für sich. Die Wagen waren voll mit Skifahrern und Snowboardern, die aufgeregt ihre Ausrüstung überprüften. Oben angekommen, war ich überwältigt von der Schönheit der Landschaft. Die schneebedeckten Gipfel ragten majestätisch in den Himmel, und die Sonne glitzerte auf dem Schnee. Ich habe mir einen Platz auf einer Bank gesucht und einfach nur die Aussicht genossen. Es war so friedlich und ruhig dort oben. Ich habe die klare Bergluft eingeatmet und mich so frei gefühlt, wie schon lange nicht mehr. Aber es gab auch eine kleine Pannen. Ich hatte vergessen, mir etwas zu trinken mitzunehmen, und oben gab es nur ein teures Restaurant. Also habe ich mich entschlossen, auf den Rückweg zu warten und mir unten in der Bäckerei noch einen Kaffee zu holen.Das Chesa Veglia und ein unerwarteter Abend
Am Abend bin ich dann durch Zufall am Chesa Veglia vorbeigekommen. Das ist ein historisches Gebäude, das früher als Bauernhof diente und heute ein beliebtes Ausgehlokal ist. Von außen sah es sehr einladend aus, mit warmem Licht und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Ich bin hineingegangen und habe mich an die Bar gesetzt. Dort gab es eine kleine Auswahl an lokalen Spezialitäten und preiswerten Getränken. Ich habe mir ein Glas Wein bestellt und mich mit einem älteren Mann unterhalten, der seit vielen Jahren in St. Moritz wohnt. Er hat mir viel über die Geschichte des Ortes erzählt und mir ein paar Tipps für die kommenden Tage gegeben. Es war ein sehr angenehmer Abend, und ich habe mich so richtig wohl gefühlt. Ich glaube, St. Moritz ist mehr als nur ein schicker Skiort. Es ist ein Ort mit einer reichen Geschichte und einer besonderen Atmosphäre. Ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen und die Schönheit der Natur genießen kann. Und ich bin froh, dass ich mich entschlossen habe, hierher zu kommen, denn ich habe das Gefühl, dass diese Reise mir helfen wird, wieder neuen Lebensmut zu fassen und vielleicht sogar ein bisschen Glück zu finden. Es war ein guter Anfang, und ich bin gespannt, was die restlichen Tage noch bringen werden.Die Tage in St. Moritz sind wie im Flug vergangen. Ich sitze gerade in einem kleinen Café, trinke meinen Kaffee und lasse die Eindrücke der letzten Woche Revue passieren. Es ist erstaunlich, wie gut es mir hier getan hat. Ich hatte ja ehrlich gesagt nicht viel erwartet, nur eine Auszeit vom Alltag, ein bisschen frische Luft und Ruhe. Aber es war so viel mehr.
Die Ruhe genießen
Ich habe viel gewandert, einfach so, ohne Ziel, einfach um die Natur zu genießen. Die Berglandschaft hier ist atemberaubend. Die schneebedeckten Gipfel, die tiefen Täler, die klaren Seen… es ist wie ein Gemälde. Ich bin oft stundenlang unterwegs gewesen, habe die Stille der Berge genossen und die frische Luft eingeatmet. Das hat mir so gut getan. Ich habe auch ein paar nette Leute kennengelernt, Wanderer, Skifahrer, Einheimische. Wir haben uns unterhalten, Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsam die Schönheit der Landschaft bewundert.
Mehr als nur Luxus
Ich habe auch festgestellt, dass St. Moritz mehr ist als nur ein schicker Skiort. Hinter den Luxushotels und den teuren Boutiquen gibt es auch ein authentisches Leben, eine freundliche Bevölkerung und eine reiche Geschichte. Ich habe das Chesa Veglia besucht, ein historisches Gebäude, das früher als Bauernhof diente, und mich mit einem älteren Mann unterhalten, der mir viel über die Geschichte des Ortes erzählt hat. Ich habe auch die kleine Bäckerei hinter dem großen Hotel entdeckt, wo es einfache, aber leckere Brötchen und Kuchen zu normalen Preisen gibt.
Ein bisschen Lebensmut
Diese Reise hat mir geholfen, wieder ein bisschen Lebensmut zu fassen. Nach dem Tod meiner Frau war ich ja ziemlich verloren und hatte mich in mich zurückgezogen. Aber hier in den Bergen habe ich wieder gelernt, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen, die Schönheit der Natur zu genießen und neue Kontakte zu knüpfen. Ich habe gemerkt, dass das Leben noch viel zu bieten hat, auch wenn man schon etwas älter ist.
Fazit und Tipps
Ich kann St. Moritz nur empfehlen, auch wenn es nicht gerade ein günstiges Reiseziel ist. Man kann aber auch mit kleinem Budget hier einen schönen Urlaub verbringen, wenn man sich ein bisschen anstrengt und auf Luxus verzichtet.
Meine Tipps für einen Urlaub in St. Moritz mit kleinem Budget:
- Unterkünfte: Suchen Sie nach Pensionen oder Ferienwohnungen statt teuren Hotels.
- Verpflegung: Kaufen Sie Lebensmittel im Supermarkt und kochen Sie selbst, oder essen Sie in einfachen Restaurants und Bäckereien.
- Aktivitäten: Nutzen Sie die vielen kostenlosen Angebote, wie Wandern, Spaziergänge am See und Besichtigungen von Kirchen und Museen.
Ich werde auf jeden Fall wiederkommen. Vielleicht nicht jedes Jahr, aber ich werde die Erinnerungen an diese schöne Zeit in den Bergen für immer in meinem Herzen tragen. Jetzt heißt es aber erst einmal, wieder in den Alltag zurückzukehren. Aber ich weiß, dass ich ein bisschen Glück und Lebensmut mitgenommen habe, die mir in den kommenden Tagen und Wochen helfen werden.
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- Chesa Veglia (historisches Gebäude)
- St. Moritzer See (Spaziergänge, Landschaft)
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- Dorfzentrum St. Moritz (Atmosphäre, Bäckereien)