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Usedom: Mehr als nur ein Badeurlaub

Der Geruch von Salz und frischem Fisch kitzelte in meiner Nase, als ich aus dem Taxi stieg. Es war ein feuchter, klarer Duft, der sofort gute Laune machte. Bin gerade in Heringsdorf angekommen, auf Usedom. Eigentlich bin ich ja nicht der Typ für Badeurlaube. Eher Kultur, gutes Essen, vielleicht ein wenig Wandern. Aber meine Frau, Elisabeth, hat mich überredet. Sie braucht einfach mal eine Auszeit vom Berliner Alltag, vom ganzen Stress. Und Usedom, das hat sie gesagt, sei genau das Richtige. Eine Insel, die Ruhe ausstrahlt, mit wunderschönen alten Bäderarchitekturen und einer langen Strandpromenade. Ich muss sagen, schon beim ersten Blick auf das mondäne Treiben hier, hat sie recht.

Warum Usedom? Ein bisschen Hintergrund

Wir beide sind beruflich viel unterwegs, Elisabeth als Anwältin, ich als Unternehmensberater. Die letzten Monate waren besonders intensiv, mit einem großen Deal nach dem anderen. Irgendwann merkt man einfach, dass die Batterien leer sind. Wir haben uns gesagt, wir brauchen etwas, das uns beiden guttut, etwas, das uns nicht zusätzlich stresst. Die Karibik war zu weit, die Mittelmeerländer zu überlaufen. Und dann hat Elisabeth in einem alten Reiseführer Usedom entdeckt. Eine Insel mit Geschichte, mit einer gewissen Melancholie, aber auch mit viel Lebensfreude. Klingte gut, also haben wir gebucht.

Das Hotel: "Villa Lilie"

Ich hatte mir das Hotel "Villa Lilie" ausgesucht. Keine riesige Hotelanlage, sondern ein kleines, feines Boutique-Hotel direkt an der Promenade. Schon als wir vorfuhren, beeindruckte mich die Architektur. Eine wunderschöne Villa im Stil der Bäderarchitektur, liebevoll restauriert und mit viel Geschmack eingerichtet. Der Concierge begrüßte uns freundlich und brachte uns auf unser Zimmer. Eine Suite mit Meerblick und einem kleinen Balkon. Einfach perfekt.

Das Zimmer war hell und freundlich eingerichtet, mit hochwertigen Möbeln und einem bequemen Bett. Elisabeth war sofort begeistert. Sie stellte eine Tasse Tee an und setzte sich auf den Balkon, um die Aussicht zu genießen. Ich packte meine Sachen aus und machte einen kurzen Rundgang durch das Hotel. Ein kleines Spa, ein gemütliches Restaurant, eine Bar mit Live-Musik – alles, was man sich wünschen kann.

Erste Eindrücke von Heringsdorf

Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, gingen wir eine kleine Runde durch Heringsdorf. Die Promenade war belebt, aber nicht überfüllt. Familien mit Kindern, ältere Paare, junge Leute – eine bunte Mischung. Wir schlenderten an den zahlreichen Geschäften vorbei, die Souvenirs, Kleidung und lokale Produkte verkauften. Ich kaufte Elisabeth eine kleine Schale mit Bernstein, ein typisches Geschenk von Usedom.

Die Bäderarchitektur ist wirklich beeindruckend. Überall sieht man wunderschöne Villen mit verschnörkelten Fassaden und farbenfrohen Verzierungen. Viele davon sind liebevoll restauriert und beherbergen heute Hotels, Restaurants oder Geschäfte. Aber es gibt auch noch einige, die sanft dem Verfall preisgegeben sind, was ihnen einen ganz besonderen Charme verleiht. Diese Mischung aus Pracht und Verfall finde ich faszinierend.

Kulinarische Entdeckungen

Zum Abendessen gingen wir in ein kleines Restaurant namens "Fischers Fritz". Es liegt etwas abseits der Promenade und ist bei den Einheimischen sehr beliebt. Ich bestellte ein frisches Fischgericht mit Kartoffeln und Gemüse, Elisabeth einen Salat mit Meeresfrüchten. Das Essen war köstlich, die Atmosphäre entspannt und freundlich. Wir saßen lange zusammen, redeten und lachten. Es war einfach schön, mal wieder Zeit füreinander zu haben, ohne Stress und ohne Termine.

Nach dem Essen spazierten wir noch ein Stück am Strand entlang. Der Mond schien hell auf das Meer, die Wellen rauschten leise. Wir atmeten die frische Seeluft ein und genossen die Ruhe. Es war ein perfekter Abend.

Jetzt, wo wir uns eingelebt haben und die ersten Eindrücke gewonnen sind, bin ich gespannt, was die nächsten Tage noch bringen werden. Wir wollen die Insel erkunden, wandern, Rad fahren und natürlich die lokale Küche genießen. Und vielleicht, ganz vielleicht, finden wir ja auch ein bisschen Erholung und Inspiration für die kommende Zeit.

Ahlbeck: Eleganz und ein bisschen Möwenlärm

Der nächste Tag führte uns nach Ahlbeck, dem ältesten Seebad Usedom. Wir nahmen die historische Bäderbahn, ein Erlebnis für sich. Die kleinen Wagen, liebevoll restauriert, klapperten gemächlich entlang der Küste. Ahlbeck ist noch ein bisschen mondäner als Heringsdorf, die Villen noch prächtiger, die Promenade breiter.

Wir schlenderten am Strand entlang, vorbei an den prächtigen Strandkörben. Ich muss sagen, diese Strandkörbe sind schon eine Erfindung für sich. So bequem und trotzdem wettergeschützt. Elisabeth fand sie so toll, dass sie fast einen mit nach Hause nehmen wollte. Wir besuchten das historische Seebrückenrestaurant, das direkt an der Seebrücke thront. Die Aussicht war fantastisch, das Essen gut, aber ein bisschen teuer. Dafür hatten wir einen Platz direkt am Fenster, von dem aus wir den Möwen beim Fliegen zusehen konnten. Allerdings waren die Möwen auch ziemlich aufdringlich und versuchten, uns die Pommes vom Teller zu stibitzen. Ein kleiner Moment der amüsanten Verzweiflung.

Die Bernsteinmanufaktur: Ein bisschen Glitzer muss sein

Elisabeth ist ein großer Fan von Bernstein, also waren wir natürlich neugierig auf die Bernsteinmanufaktur in Koserow. Dort konnten wir zusehen, wie aus rohen Bernsteinbrocken wunderschöne Schmuckstücke gefertigt werden. Die Handwerkskunst war beeindruckend, die Auswahl riesig. Elisabeth kaufte sich eine wunderschöne Halskette mit einem großen, geschliffenen Bernsteinanhänger. Ich muss sagen, sie hat sich sehr gefreut. Und ich muss auch sagen, dass die Halskette wirklich wunderschön ist.

Die Hinterland-Entdeckung: Das Fischerdorf Lieperwinkel

Nach den schicken Seebädern wollten wir etwas Authentisches erleben. Also mieteten wir uns Fahrräder und machten uns auf den Weg ins Hinterland, nach Lieperwinkel. Ein kleines Fischerdorf, abseits der Touristenströme. Die Landschaft war wunderschön, mit grünen Wiesen, sanften Hügeln und kleinen Flüssen. Wir fuhren entlang der Achterlandroute, vorbei an kleinen Bauernhöfen und idyllischen Dörfern. In Lieperwinkel selbst gibt es einen kleinen Hafen, in dem die Fischer ihre Boote vertäuen. Wir besuchten eine kleine Räucherei, in der wir frischen Fisch direkt vom Räuchermeister kaufen konnten. Das war ein echtes Geschmackserlebnis. Der Fisch schmeckte einfach fantastisch.

Auf dem Rückweg wurden wir von einem kleinen Regenschauer überrascht. Wir suchten unter einem Baum Schutz, aber wurden trotzdem nass. Aber das war nicht schlimm. Im Gegenteil, es war sogar ganz lustig. Wir lachten und machten uns gegenseitig Mut. So ein bisschen Regen gehört eben dazu.

Ein Abendessen mit Meerblick und einem kleinen Fauxpas

Zum Abendessen kehrten wir in ein Restaurant in Heringsdorf zurück, das wir schon am ersten Tag entdeckt hatten. Es liegt direkt am Strand und bietet einen wunderschönen Meerblick. Wir bestellten frische Meeresfrüchte und einen guten Wein. Alles war perfekt, bis ich versuchte, Elisabeth ein Glas Wein einzuschenken. Dabei stieß ich versehentlich ihr Glas um, so dass der Wein über den Tisch und ihre Bluse lief. Oh je! Ich war natürlich total peinlich berührt. Aber Elisabeth nahm es mit Humor. Sie lachte und sagte, das sei jetzt eine schöne Geschichte, die wir immer erzählen können. Zum Glück hatte das Restaurant Sofortmaßnahmen und half uns mit Tüchern und Reinigungsmitteln.

Nach ein paar Tagen auf Usedom bin ich wirklich beeindruckt. Die Insel ist viel mehr als nur ein Badeort. Sie ist ein Ort der Ruhe, der Schönheit und der Entspannung. Und sie ist ein Ort, an dem man sich einfach wohlfühlen kann. Morgen verlassen wir Usedom. Aber wir werden sicherlich wiederkommen, um noch mehr von dieser wunderschönen Insel zu entdecken.

Der letzte Morgen auf Usedom. Ich sitze auf dem Balkon unseres Zimmers in der Villa Lilie, trinke meinen Kaffee und genieße die Ruhe. Die Möwen kreischen leise, die Sonne scheint und das Meer glitzert. Es ist ein perfekter Start in den Tag, aber auch ein bisschen traurig, dass unsere Zeit hier fast vorbei ist.

Ein Inselleben, das beeindruckt

Ich muss sagen, Usedom hat mich positiv überrascht. Ich war ja eigentlich nicht der Typ für Badeurlaube. Aber diese Insel ist anders. Sie hat etwas Besonderes. Die Kombination aus wunderschöner Natur, eleganter Bäderarchitektur und einer entspannten Atmosphäre ist einfach einzigartig.

Elisabeth hat sich die ganze Zeit über pudelwohl gefühlt. Sie hat die Ruhe und die Möglichkeit, einfach mal abzuschalten, sehr genossen. Und ich muss sagen, auch ich habe es geschätzt, dem Stress des Alltags zu entfliehen und einfach mal zu entspannen.

Kulinarische Highlights und kleine Entdeckungen

Die Küche auf Usedom ist hervorragend. Wir haben viele verschiedene Restaurants ausprobiert, von kleinen Fischrestaurants bis hin zu gehobenen Gourmettempeln. Besonders gut hat uns das frische Fischgericht in Lieperwinkel geschmeckt, direkt vom Räuchermeister. Und natürlich die köstlichen Meeresfrüchte in den Restaurants in Heringsdorf und Ahlbeck.

Aber nicht nur das Essen hat uns beeindruckt. Auch die kleinen Entdeckungen abseits der Touristenpfade haben uns viel Freude bereitet. Die Wanderung durch das Achterland, der Besuch der Bernsteinmanufaktur, die Fahrt mit der Bäderbahn – all diese Erlebnisse haben uns die Insel nähergebracht.

Meine persönlichen Tipps für Usedom

Wenn ich jemandem einen Urlaub auf Usedom empfehlen würde, würde ich ihm sagen, er soll nicht nur am Strand liegen und baden. Die Insel hat so viel mehr zu bieten. Er soll die Seeebäder erkunden, durch das Achterland wandern, die lokale Küche genießen und sich einfach treiben lassen.

Ich würde ihm auch raten, ein gutes Hotel zu wählen, in dem er sich wohlfühlen kann. Die Villa Lilie in Heringsdorf ist dafür eine ausgezeichnete Wahl. Und er soll sich Zeit nehmen, die Menschen kennenzulernen. Die Usedomer sind freundlich und herzlich und haben immer einen Tipp auf Lager.

Und noch ein Tipp: Vergesst nicht, eure Fahrräder mitzubringen. Mit dem Fahrrad kann man die Insel am besten erkunden und die wunderschöne Landschaft genießen.

Abschied von der Insel

Wir verlassen Usedom mit vielen schönen Erinnerungen und dem Versprechen, bald wiederzukommen. Diese Insel hat uns gezeigt, dass man auch im Urlaub etwas für Körper und Seele tun kann. Und dass man auch als Luxusreisender Wert auf Authentizität und Nachhaltigkeit legen kann.

Ich sitze noch einmal auf dem Balkon, atme die frische Seeluft ein und schaue auf das glitzernde Meer. Es ist ein perfekter Moment. Und ich bin dankbar für diese wunderschöne Zeit auf Usedom.

    • Villa Lilie (Hotel in Heringsdorf)
    • Historische Bäderarchitektur in Heringsdorf und Ahlbeck
    • Strandpromenade in Heringsdorf
    • Bernsteinmanufaktur in Koserow
    • Fischerdorf Lieperwinkel
👤 Luxusreisende (50) die exklusive Hotels und Gourmetrestaurants bevorzugt ✍️ sozial und engagiert