Ozeanien - Australien - Gold Coast

Ein alter Mann und sein Traum: Gold Coast mit 70

Der Geruch von Sonnencreme und Abgasen hing in der Luft, vermischt mit irgendwas Süßlichem, das ich nicht recht zuordnen konnte. Ich stand also da, am Flughafen Brisbane, ziemlich erschöpft und ein bisschen desillusioniert. Die Klimaanlage war auf Eis gestellt, aber draußen brannte die Sonne. Typisch Australien, dachte ich.

Ein alter Mann und sein Traum

Ich bin der Karl, 70 Jahre jung, Rentner und, naja, leicht besessen von Australien. Schon als Kind hab ich die Abenteuer von Crocodile Dundee verschlungen und mir ausgemalt, wie ich durch den Outback streife. Ist natürlich nie passiert. Hab mein Leben lang in einer kleinen Stadt in Brandenburg gearbeitet, erst als Schlosser, dann im Büro. Aber der Traum von Down Under ist geblieben. Und jetzt bin ich hier, mit einem Koffer, einem kleinen Sparschwein, das erstaunlich lange durchgehalten hat, und einer gehörigen Portion Skepsis. Meine Frau, Martha, wäre begeistert gewesen. Sie hat sich immer einen Strandurlaub gewünscht, aber letztes Jahr ist sie leider gestorben. Das hier ist also auch ein bisschen für sie. Ein bisschen traurig ist es schon, aber ich glaube, sie hätte gewollt, dass ich es mache. Und ehrlich gesagt, brauchte ich auch mal eine Auszeit. Von den Enkeln, von den Nachbarn, von den Erinnerungen.

Die Gold Coast: Erstes Augenschein

Brisbane war okay. Eine nette Stadt, aber ein bisschen zu modern für meinen Geschmack. Ich hab mich dann auf den Zug zur Gold Coast gesetzt. Die Fahrt war lang, aber die Landschaft war ganz hübsch. Palmen, Eukalyptuswälder, und immer wieder dieser Blick aufs Meer. Die Gold Coast selbst… nun ja. Es ist genau so, wie ich es erwartet habe. Hochhäuser, die sich in den Himmel schießen, Touristen, die mit Sonnenbrand rumlaufen, und überall diese lärmenden Jetskis. Und teuer. Verdammt teuer. Ich hab mir gedacht, ich find ein kleines Hotel, so richtig bodenständig, aber die sind rar gesät. Die meisten Unterkünfte sind entweder Luxusresorts oder heruntergekommene Absteigen. Hab dann doch ein kleines Motel gefunden, ein paar Straßen vom Strand entfernt. Nicht schön, aber sauber und günstig. Mehr brauche ich nicht.

Die ersten Tage hab ich hauptsächlich damit verbracht, die Gegend zu erkunden. Surfers Paradise ist ein einziges Chaos. Menschenmassen, die auf den Strand drängen, Verkäufer, die Souvenirs andrehen, und überall diese laute Musik. Ich hab mich da nicht wohlgefühlt. Hab dann einen Spaziergang am Strand von Broadbeach gemacht. Das war entspannter. Immer noch viele Touristen, aber etwas ruhiger. Hab mir ein Eis gegönnt. War lecker, aber 6 Dollar. Für ein Eis!

Ein bisschen Kultur muss sein

Ich bin ja nicht nur wegen Strand und Sonne hier. Ich wollte auch ein bisschen was von der Kultur sehen. Hab mir also das Currumbin Wildlife Sanctuary angesehen. War ganz nett, aber ziemlich überlaufen. Koalas, Kängurus, Dingos… alles in Gehegen. Ich hätte mir gewünscht, ich könnte die Tiere in freier Wildbahn sehen. Aber das ist wohl Wunschdenken. Hab dann einen Ausflug in die Hinterland gemacht. In die Tamborine Mountains. Das war viel besser. Ruhige Wälder, Wasserfälle, kleine Cafés. Hab mir dort ein richtig gutes Frühstück gegönnt. Und das Beste: keine Touristenmassen. Hat mir gut gefallen.

Das Geld spielt eine Rolle

Ich muss ehrlich sagen, das mit dem Geld ist schon ein Problem. Ich hatte mir gedacht, ich könnte hier ein paar Wochen bleiben, aber ich glaube, das wird schwierig. Alles ist so teuer. Das Essen, die Unterkünfte, die Aktivitäten… Ich muss schon echt aufpassen, wo ich mein Geld ausgeben. Ich hab mir geschworen, keine unnötigen Souvenirs zu kaufen und nur in günstigen Restaurants zu essen. Aber selbst das ist nicht immer einfach. Ich hab mir schon überlegt, ob ich früher abreisen soll. Aber ich würde so gerne noch ein bisschen mehr von Australien sehen. Vielleicht kann ich noch einen Job finden. Irgendwas Kleines, um das Budget aufzubessern. Aber das ist auch nicht so einfach, mit 70 Jahren. Ich werde es versuchen. Aber erstmal brauche ich einen Plan, wie ich die nächsten Tage finanziell über die Runden komme. Und wie ich herausfinde, was dieses Land wirklich zu bieten hat, jenseits der Hochhäuser und der Jetskis.

Ein kleiner Einblick ins Hinterland

Ich hab mich dann mal entschieden, ein bisschen abseits der Touristenpfade zu suchen. Ich bin mit dem Bus nach Mudgeeraba gefahren, einem kleinen Ort im Hinterland. Viel ruhiger als Surfers Paradise, das muss ich sagen. Dort gibt es einen Markt, den "Mudgeeraba Village Markets". Hab mir da ein paar frische Früchte und ein selbstgemachtes Sandwich gekauft. War lecker und viel günstiger als in den Restaurants am Strand. Hab mich mit einem älteren Herren unterhalten, der dort einen Stand mit handgemachtem Schmuck hatte. Er hat mir erzählt, dass er schon seit über 30 Jahren dort steht. Er meinte, früher war es hier noch viel beschaulicher. Jetzt kommen immer mehr Touristen, aber er versucht, den ursprünglichen Charme des Ortes zu bewahren. Hab ihm einen kleinen Schlüsselanhänger abgekauft, als Erinnerung.

Pannen im Bus und unerwartete Begegnungen

Der Rückweg war dann etwas chaotisch. Hab den falschen Bus erwischt und bin erstmal in die falsche Richtung gefahren. Hab mich dann doch noch rechtzeitig bemerkt und bin ausgestiegen. Musste dann eine ganze Weile auf den richtigen Bus warten. Aber was soll’s. Das gehört doch dazu, wenn man reist. Im Bus hab ich dann eine junge Frau kennengelernt, die aus Deutschland kam. Sie war Backpackerin und auf der Suche nach Abenteuern. Wir haben uns ein bisschen unterhalten. Sie hat mir erzählt, dass sie schon seit Monaten durch Australien reist. Sie meinte, es sei ein wunderschönes Land, aber auch teuer. Hab ihr ein paar Tipps gegeben, wo man günstig essen und übernachten kann. Sie war sehr dankbar. Hab mich gefreut, dass ich ihr helfen konnte.

Die Essensfrage: Selbstversorgung statt Luxus

Das mit dem Essen ist wirklich ein Problem. Die Restaurants sind teuer und das Essen ist oft nicht besonders gut. Hab mir dann beschlossen, selbst zu kochen. Hab mir in einem Supermarkt ein paar Zutaten gekauft und in meinem Motelzimmer eine einfache Mahlzeit zubereitet. War zwar nicht so spektakulär, aber dafür günstig und gesund. Hab mir auch einen tragbaren Grill gekauft. So kann ich abends auf dem Balkon grillen und die frische Luft genießen. Ist viel schöner, als in einem stickigen Restaurant zu sitzen. Hab mir sogar ein paar Einheimische eingeladen, mit denen ich mich am Strand unterhalten hatte. Haben zusammen gegrillt und gelacht. War ein schöner Abend.

Ein Strandspaziergang mit Bedacht

Ich gehe jetzt jeden Tag am Strand spazieren, aber ich achte darauf, dass ich nicht zu viel Geld ausgeben. Ich kaufe mir kein Eis und keine Getränke. Ich nehme mir stattdessen Wasser und Obst mit, das ich im Supermarkt gekauft habe. Und ich sitze nicht in einem der teuren Strandcafés, sondern auf einer Bank und genieße die Aussicht. Ich hab auch festgestellt, dass es viele kostenlose Aktivitäten gibt. Man kann am Strand spazieren gehen, schwimmen, sonnenbaden oder einfach nur die Aussicht genießen. Man kann auch durch die Stadt bummeln und die Sehenswürdigkeiten besichtigen. Und man kann an kostenlosen Veranstaltungen teilnehmen, die oft angeboten werden. Man muss nur ein bisschen kreativ sein und auf sein Budget achten. Und dann kann man auch mit wenig Geld einen schönen Urlaub haben. Aber ich muss zugeben, dass das alles doch anstrengender ist, als ich gedacht habe. Und ich fange an zu überlegen, ob ich nicht doch früher abreisen sollte, damit ich nicht all mein Erspartes aufbrauche. Trotzdem, diese Reise hat mich gelehrt, dass man auch mit 70 noch neue Erfahrungen machen kann und dass das Glück oft in den kleinen Dingen liegt – auch wenn es manchmal etwas Geduld und Sparsamkeit erfordert, um es zu finden.

Ich sitze gerade in meinem Motelzimmer, schaue aus dem Fenster und beobachte, wie die Sonne langsam untergeht. Der Tag war anstrengend, aber auch schön. Ich hab heute einen langen Spaziergang am Strand gemacht und dabei viel nachgedacht. Über mein Leben, über Martha, über diesen verrückten Traum von Australien.

Ein gemischtes Fazit

Die Gold Coast ist… nun ja, sie ist eben so, wie ich sie erwartet habe. Glitzer und Glamour, Hochhäuser und Jetskis. Viel Lärm und viel Geld. Für jemanden wie mich, der ein bisschen Ruhe und Beschaulichkeit sucht, ist es vielleicht nicht der perfekte Ort. Aber es hat auch seine schönen Seiten. Die Strände sind wunderschön, das Meer ist warm und die Menschen sind freundlich. Und ich hab ein paar interessante Leute kennengelernt.

Abseits der Touristenpfade

Was mir am besten gefallen hat, war das Hinterland. Die Tamborine Mountains, Mudgeeraba… Dort hab ich die echte Australien kennengelernt. Ruhige Wälder, kleine Cafés, freundliche Einheimische. Dort konnte ich entspannen und zur Ruhe kommen. Ich glaube, das ist das, was ich am meisten von dieser Reise mitnehme.

Geld und Verstand

Das mit dem Geld war schon eine Herausforderung. Ich musste wirklich aufpassen, wo ich mein Geld ausgab und auf unnötige Ausgaben verzichten. Aber ich hab es geschafft, mein Budget einzuhalten und trotzdem noch ein paar schöne Erlebnisse zu haben. Ich hab gelernt, dass man auch mit wenig Geld einen schönen Urlaub haben kann, wenn man nur ein bisschen kreativ ist und auf seine Bedürfnisse verzichtet.

Ein paar Tipps für andere Sparfüchse

Wenn ihr also auch mit kleinem Budget nach Australien reisen wollt, hier ein paar Tipps von mir: Erstens, sucht euch eine Unterkunft abseits der Touristenzentren. Dort sind die Preise in der Regel niedriger. Zweitens, kocht selbst. Das spart euch viel Geld. Drittens, nutzt öffentliche Verkehrsmittel. Die sind in Australien gut ausgebaut und relativ günstig. Und viertens, sucht euch kostenlose Aktivitäten. Es gibt viele schöne Strände, Parks und Wanderwege, die ihr kostenlos erkunden könnt.

Ein Abschied mit Wehmut

Morgen früh fliege ich zurück nach Deutschland. Ich bin ein bisschen traurig, dass die Reise zu Ende geht, aber auch froh, wieder nach Hause zu kommen. Ich hab viel erlebt, viel gelernt und viele schöne Erinnerungen gesammelt. Ich glaube, Martha hätte sich gefreut, dass ich diesen Traum verwirklicht habe. Und ich bin dankbar für jede Sekunde dieser Reise.

Nachdenken am Strand

Ich saß heute Abend noch einmal am Strand und hab den Sonnenuntergang beobachtet. Das Meer war ruhig und der Himmel leuchtete in allen Farben. Ich hab an mein Leben zurückgedacht, an die Höhen und Tiefen, an die Freuden und die Sorgen. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das Leben schön ist, auch wenn es manchmal schwierig ist. Man muss nur die kleinen Dinge zu schätzen wissen und dankbar sein für das, was man hat.

    • Tamborine Mountains (ruhige Natur, schöner Ausflug)
    • Broadbeach (etwas ruhiger als Surfers Paradise)
    • Mudgeeraba (ruhiger Ort im Hinterland)
👤 Rentner (70) mit kleinem Budget ✍️ kritisch und hinterfragend